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Bad Wörishofen

12.10.2018

Der EV Bad Wörishofen hat einen neuen Leitwolf

Andreas Nuffer (rechts) ist seit Sommer Trainer des Eishockey-Landesligisten EV Bad Wörishofen. Mit den Wölfen strebt er in der am Freitag beginnenden Saison einen Mittelfeldplatz an.
Bild: Andreas Lenuweit

Seit August ist Andreas Nuffer Trainer bei Bad Wörishofen – und stand vor einer runderneuerten Mannschaft. Wie er diese in der Landesliga zum Erfolg führen will.

Kaum im Amt, schon mussten die Verantwortlichen des Eishockey-Landesligisten EV Bad Wörishofen einige schnelle Entscheidungen treffen: In erster Linie ging es für die beiden Vorstände Andreas Steiner und Marcus Schmidt darum, möglichst schnell einen passenden Trainer für die erste Mannschaft zu finden. Der bisherige Coach, Andreas Schweinberger, hatte nach der abgelaufenen Eishockey-Saison seinen Hut genommen. Als dann im August Andreas Nuffer als neuer Trainer gewonnen werden konnte, waren Freude und Erleichterung groß.

Eigentlich ein Spezialist für die U20

Denn mit dem 49-jährigen Nuffer bekommen die Wölfe einen ausgewiesenen Experten an die Bande. In seiner aktiven Zeit spielte er beim TEV Miesbach, TSV Schliersee, EC Hannover und ESC Holzkirchen. Als Trainer war er dann in Miesbach, Landsberg, Kaufbeuren und Buchloe im Einsatz – vorwiegend im Nachwuchsbereich. „Ich war immer so der U20-Spezialist, der die Nachwuchsspieler an den Seniorenbereich herangeführt hat“, sagt Nuffer, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Kaufbeuren lebt. Von ihnen holte er sich als erstes „grünes Licht“ für den neuen Trainerjob. „Ohne die Familie wäre das nicht möglich. Für diesen Freiraum bin ich dankbar“, sagt Nuffer.

Er passte dann offenbar auch perfekt in das Anforderungsprofil des EV Bad Wörishofen, dessen Verantwortliche bereits bei der Verkündung davon sprachen, genau den Richtigen gefunden zu haben. „Es war gar nicht mal so, dass ich den Verein von meinem Konzept überzeugen musste, sondern der Verein mich überzeugt hat“, sagt Nuffer.

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Er muss mit dem vorhandenen Kader arbeiten

Und doch habe er sich zwei, drei Wochen Bedenkzeit erbeten. Schließlich war die Kaderplanung zu diesem Zeitpunkt praktisch schon abgeschlossen und Nuffer musste für sich entscheiden, ob das vorhandene Spielermaterial mit seinen Ideen übereinstimmte. „Wenn die Saison losgeht, ist der Trainer verantwortlich. Und nicht der, der vorher die Spieler geholt hat“, sagt er.

Doch ihn überzeugte nicht nur die engagierte Arbeit des EVW-Vorstands, sondern auch die Aussicht auf die Arbeit mit einheimischen Spielern und die Zusammenarbeit mit einem exzellenten U20-Jahrgang, der aktuell in der Bayernliga antritt. „Wir bilden im Allgäu Jahr für Jahr so viele gute Spieler aus. Und dann kommen die in den ersten Mannschaften häufig nicht zum Zug“, sagt er. Nuffer gefällt der „bequeme Weg mit Kontingentspielern“ nicht, wie er sagt.

Ein Kontingentspieler fehlt

Auch wenn er zugibt, dass ausländische Spieler natürlich eine hohe Qualität haben. Der EWV hatte in der vergangenen Saison mit dem Tschechen Michal Telesz einen solchen Ausnahmekönner. Ihn zog es allerdings im Sommer zum Ligarivalen ESV Buchloe. „So einer fehlt natürlich“, sagt Nuffer. „Aber ein schlüssiges Gesamtkonzept darf nicht nur auf einen Spieler ausgerichtet sein.“

Sein Konzept sieht stattdessen vor, mit jungen, einheimischen Spielern ein attraktives Eishockey spielen zu lassen. „Nur wenn es Spaß macht, holt man auch Punkte“, lautet seine Maxime. Ihm spielt dabei eine weitere Entscheidung der EVW-Bosse in die Karten: Denn eine 1b-Mannschaft gibt es in Bad Wörishofen nicht mehr. Er hat nun einige Spieler mehr im Kader und kann sich zudem aus der U20 bedienen. Torhüter Marius Münch und Abwehrspieler Jos Busch seien bei ihm schon fest eingeplant. „Zwei Plätze bleiben demnach frei. Und die werden im Absprache mit den U20-Trainer an Spieler vergeben, die sich diesen Platz in der ersten Mannschaft verdient haben. Als Belohnung quasi“, so Nuffer. In der Vorbereitung lief es für die Mannschaft noch nicht ganz rund. Nicht nur, dass stellenweise bis zu acht Spieler krank ausgefallen waren, auch die sieben Abgänge mussten kompensiert werden.

In der Landesliga soll ein Mittelfeldplatz herausspringen

„Es braucht seine Zeit, bis die Jungs, die bisher in der zweiten Reihe standen, nun in die erste Mannschaft hineinwachsen“, sagt Nuffer. Ebenso die Neuzugänge, wie Alexander und Erik Schönberger, Dustin Vycichlo und Marco Fichtl (alle ESV Buchloe). „Uns fehlt noch die Konstanz“, sagt der 49-Jährige mit Blick auf die Ergebnisse (zwei Siege, drei Niederlagen).

Entsprechend legt er die Messlatte nicht zu hoch an. Ein Mittelfeldplatz soll es werden. „Ganz vorn gibt es drei, vier Teams, die allein aufgrund ihres Bayernliga-Etats in der Landesliga nichts verloren haben“, sagt er und meint damit etwa Kempten, Buchloe oder den VfE Ulm/Neu-Ulm. Auch der TSV Farchant, der erste Gegner der Wölfe am heutigen Freitag, falle in diese Kategorie. Mit einigen Spielern vom SC Riessersee sei der TSV Farchant ein echter Prüfstein zum Auftakt. Am Sonntag (17 Uhr) kommt dann der SC Forst zur Heimpremiere der Wölfe in dieser Saison. „Das ist ein direkter Konkurrent – und für uns schon fast eine Muss-Nummer“, sagt Nuffer.

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