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Spiel der Woche

02.10.2017

Der Favorit wird seiner Rolle gerecht

Im zweiten Durchgang wurde im Mittelfeld um jeden Ball gekämpft. Schnelle Vorstöße blieben Mangelware. Kampf war Trumpf. Die Platzherren (grüne Hemden) kamen immer besser ins Spiel.
Bild: Willi Unfried

Dem SVS Türkheim genügt beim 3:1-Auswärtssieg in Eppishausen eine starke Viertelstunde gegen ersatzgeschwächte Hausherren. Der neue Tabellenführer erwischt die Gastgeber eiskalt

Die Statistik sprach klar für die Gäste aus Türkheim: Seit fünf Wochen ungeschlagen und in der Tabelle ganz vorn. Auf der anderen Seite die Platzherren: Sie verloren die letzten vier Spiele. Entsprechend niedergeschlagen kamen sie auf den Platz und nach einer Viertelstunde war das Spiel eigentlich schon gelaufen, denn die Gäste aus Türkheim lagen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt vorentscheidend mit 2:0 vorne.

Es ehrt aber die Hausherren, dass sie sich aufrappelten und in der zweiten Hälfte ein durchaus ebenbürtiger Gegner waren. Sie schafften sogar noch den Anschlusstreffer, mussten dann aber in der Schlussphase das 1:3 hinnehmen.

Abteilungsleiter Alfred Schomanek hatte schon vor Beginn ein ungutes Gefühl. Denn die Verletztenliste wurde nochmals länger, Rizzi meldete sich auch noch krank. Dennoch munterte er seine Mannen in der Kabine auf und verlangte „Einsatz“.

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Doch sein Appell verhallte zunächst. Die Eppishauser „verschliefen“ im wahrsten Sinne des Wortes die Anfangsphase. Ganz anders die Türkheimer, immer wieder von Trainer Oktay Demirkiran angetrieben.

Sie spielten schnell und schnörkellos, überwanden blitzschnell des Mittelfeld und standen immer wieder gefährlich vor Heimkeeper Dominik Wiblishauser, dem es ganz schön warm wurde, während sein Gegenüber Manuel Rabl einen weitgehend geruhsamen Nachmittag verbrachte.

Und das 0:1 lag gleich in der Luft. Zunächst konnte Wiblishauser mit einer schönen Faustabwehr noch klären, doch dann stand Thomas Gaschler völlig ungedeckt an der Straufraumgrenze und sein Schuss ging knapp und platziert in die rechte Ecke.

Die Gäste ließen nicht locker und setzten nach. Von den Platzherren gab es zu diesem Zeitpunkt noch kein Aufbäumen und das 0:2 war die logische Folge: Powerplay der Gäste, das zunächst drei Ecken in Folge brachte. Nach dem dritten Eckstoß lauerte Cagatay Aksu vor dem Sechzehner und bekam auch prompt den Ball aufgelegt. Gegen seinen Volleyschuss war Wiblishauser erneut machtlos (14.).

Die Eppishauser Fans sahen schon ein Debakel auf ihr Team zu kommen. Dazu wäre es auch gekommen, doch Pascal Haas verhinderte mit einem taktischen Foul das drohende dritte Tor. Die gelbe Karte nahm er wortlos an.

Spielertrainer Markus Nägele erkannte die Gefahr und nun agierten die Hausherren mit einer Art Viererkette. Nun gelang es, das Spiel in die Breite zu ziehen und für die schnellen Türkheimer Mittelfeldakteure wurden die Räume enger und schließlich so eng, dass sie eingelullt wurden. Zwar gab es nochmals bange Momente für Eppishausen, wurde einmal der Ball auf der Linie per Kopf gerettet, wenig später schlug das Leder von der Querlatte wie einst beim „Wembley-Tor“ knapp vor der Linie auf. Dennoch wurden weitere Treffer vermieden und mit dem 0:2 die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte wurmte dann Türkheims Trainer Oktay Demirkiran dann doch. Irgendwie hatten seine Spieler in der Kabine den Faden verloren. „Wir hätten schon in der Anfangsphase das 0:3 machen müssen“, meinte der Coach. So habe man den Gegner stark gemacht und in der zweiten Hälfte zittern müssen. „Das 1:3 hat den Sack dann zugemacht“, meinte ein etwas unzufriedener Demirkiran.

Eine andere Gefühlslage erlebte Eppishausens Abteilungsleiter Schomanek. „Wir haben den Anfang verschlafen“, meinte er. Mit der zweiten Halbzeit sei er aber zufrieden. Leider habe der Anschlusstreffer nicht mehr gereicht. Dennoch gebe diese Leistung mit Blick auf den ausgedünnten Kader doch Anlass zur Hoffnung.

Der zweite Durchgang ist dann schnell erzählt. Beide Teams hielten sich viel im Mittelfeld auf, schnelle Vorstöße blieben im Ansatz stecken und das Match wurde auch ruppiger. Doch der Unparteiische blieb besonnen.

Eppishausens Torjäger Florian Frey gelang dann nach gut einer Stunde doch noch sein Tor (69.). Aus gut zehn Metern schoss er unhaltbar ein, allerdings wurde er sträflich von der Türkheimer Abwehr allein gelassen.

Das 1:3 in der 83. Minute war dann schön herausgespielt, plötzlich standen zwei Türkheimer vor Wiblishauser und Dennis Fritsch hatte kein Problem einzunetzen. Allerdings reklamierten die Fans der Platzherren lautstark Abseits. Das Spiel war damit aber gelaufen.

So haben sie gespielt:

SC Eppishauen Dominik Wiblishauser, Manfred Bertele, Tobias Böck, Adrian Gumpinger, Fabian Hatzelmann, Tobias Hatzelmann, Fabian Schuster, Florian Frey, Fabian Gumpinger, Pascal Haas, Markus Nägele-Ziegler, Lukas Wiblishauser

SVS Türkheim Manuel Rabl, Alexander Kähler, Michael Prestele, Maximilian Biddle, Ersin Türkeli, Johannes Rummel, Dennis Fritsch, Dominic Sams, Cagatay Aksu, Thomas Gaschler, Fabio Delgado. Roman Waltenberger, Robert Dillitz, Julian Dempfle

Tore 0:1 Thomas Gaschler (9.), 0:2 Cagatay Aksu (14.), 1:2 Florian Frey (69.), 1:3 Dennis Fritsch (83.)

Zuschauer 100

Schiedsrichter Großkopf (Königsbrunn)

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