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Fußball

30.03.2021

Der Ligapokal hat bayernweit ausgedient

Am 25. Oktober 2020 standen sich der SV Schlingen (schwarz-gelbe Trikots) und die SG Kirchdorf/Rammingen am zweiten – und womöglich – letzten Spieltag des Ligapokals gegenüber. Sollte ab dem 19. April immer noch kein Trainingsbetrieb möglich sein, will der BFV den Wettbewerb streichen.
Foto: Andreas Lenuweit

Plus Der Bayerische Fußballverband reagiert auf das enger werdende Zeitfenster und wird den Ligapokal aller Voraussicht streichen. Doch wie geht es mit der Meisterschaft weiter?

Das Ultimatum steht: Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat seinen Vereinen mitgeteilt, dass der Ligapokal nur dann ausgespielt wird, wenn ab dem 19. April wieder ein flächendeckender Trainingsbetrieb durchgehend bis 3. Mai stattfinden kann. Angesichts der aktuellen Inzidenzwerte und Diskussionen um weitere Beschränkungen dürfte das nur eines bedeuten: Der Ligapokal wird eingestampft.

Zu groß war letztlich die Ablehnung der Vereine. Offene Briefe erreichten den BFV ebenso wie Abstimmungen, die einzelne Fußballkreise unter ihren Vereinen durchgeführt haben. Auch der Kreis Allgäu hatte seine Vereine um ein Meinungsbild gegeben, das – je länger der Lockdown anhielt – eine deutliche Ablehnung des Ligapokals hervorbrachte. „Die Resonanz sah so aus, dass keiner mehr wirklich will“, sagt Spielgruppenleiter Polykarp Platzer (Oberauerbach) auf MZ-Nachfrage. Der entscheidende Faktor war die Zeit.

Kreisligist Germaringen hat noch neun Punktspiele auszutragen

Denn wann hätten diese Spiele noch ausgetragen werden sollen? Bis Ende Juni müsste die bislang unterbrochene Saison beendet sein (selbst das kann nicht garantiert werden). Je länger der Lockdown für den Amateursport anhält, desto kleiner wird das Zeitfenster. Dem SVO Germaringen etwa stehen in der Kreisliga Allgäu Mitte noch neun Punktspiele ins Haus. Ähnlich ergeht es dem VfR Jettingen in der Kreisliga Donau West. Der Ligapokal hätte nicht nur für diese beiden Beispielvereine einige englische Wochen bedeutet.

Zwar hat der BFV die rechtlichen Grundlagen dafür mit seinem Paragrafen 93 in der Spielordnung dafür geschaffen, dass dies möglich wäre. Das hieße für einige Vereine, alle zwei Tage ein Spiel absolvieren zu müssen. „Wer will das schon“, fragt auch Platzer. Entsprechend habe der Fußballbezirk Schwaben auf Wunsch aller Kreise beim BFV einen Antrag gestellt, den Ligapokal in Schwaben zu streichen.

Nun kam also die Antwort des Bayerischen Fußballverbandes in Form eines Vier-Punkte-Plans:

Ligapokal „Sollte ab dem 19. April 2021 kein flächendeckender Trainingsbetrieb mit Kontakt in Bayern möglich sein, ist die Durchführung des Ligapokal-Wettbewerbs nicht mehr möglich. Entsprechend wird dieser auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene als Zusatzwettbewerb gestrichen“, heißt es im Schreiben an die Vereine. Diese Regelung gilt allerdings nicht für die Regionalliga Bayern.

Saisonfortsetzung „Um noch möglichst viele oder alle der ausstehenden Spiele der Punkt-Runden zu Ende zu bringen, braucht es einen nahezu uneingeschränkten Trainingsbetrieb ab spätestens 3. Mai 2021. Sollte dies nicht der Fall sein, muss über einen Abbruch der Verbandsspielrunden entschieden werden“, schreibt der BFV. Vor dieser Entscheidung wird der Verband jedoch die Meinung der Vereine einholen. „Es wird dann mit einer Quotientenregel der Tabellenstand errechnet“, erklärt Platzer. Allerdings hat das zur Folge, dass sämtliche Relegationsspiele wegfallen. „Es steigen nur die Meister auf und die festen Absteiger ab“, so Platzer.

Er könnte sich auch mit einer Verlängerung der Saison über den 30. Juni hinaus anfreunden. Um dann nahtlos in die neue Saison zu starten. „Die Sommerpause fiele dann aus, aber wir hätten den Vorteil in der schönsten Zeit des Jahres spielen zu können“, sagt Platzer. Zumal die Urlaubs- und Reisetätigkeit in Corona-Zeiten eingeschränkt bleiben dürfte.

Corona-Tests Der BFV hält einen Spielbetrieb unter der Voraussetzung, dass jeweils ein negativer Corona-Test vorzuweisen ist, in der Fläche für nicht realisierbar. „Corona-Tests sind nicht machbar“, sagt auch Platzer. „Die Kosten müssten ja die Vereine tragen – und die haben eh kaum Einnahmen.“

Toto-Pokal „Der Toto-Pokal-Wettbewerb soll im Austragungsmodus noch nicht verändert werden“, heißt es vom BFV. Wie es weitergehen und wie der Teilnehmer für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde ermittelt werden soll, wird mit den noch im Wettbewerb verbliebenen Mannschaften diskutiert.

Mehr zum Amateurfußball in der Region lesen Sie hier:

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