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Eishockey

08.05.2020

Der Memminger Markus Lillich blickt auf sein erstes DEL-Jahr zurück

Markus Lillich (rechts) mit seinem Idol und Teamkollegen Patrick Reimer im Trikot der Nürnberg Ice Tigers.
Bild: Archiv Lillich

Plus Der gebürtige Memminger Markus Lillich hat eine starke DEL2-Spielzeit hinter sich. Er sammelte Erfahrungen – und erntet Lob von einem Mindelheimer.

„Super!“ So lautet Markus Lillichs Fazit für die abgelaufene Spielzeit in der zweithöchsten Eishockey-Liga des Landes, der DEL2. Vergangenen Sommer hatte es den 20-jährigen Stürmer vom ESV Kaufbeuren zu Liga-Konkurrent Bayreuth Tigers gezogen. Der Schritt zahlte sich aus: „Für mich war das genau richtig. Ich habe viel Vertrauen vom Trainer (Petri Kujala, d. Red.) bekommen. Alles hat gepasst.“

Kurzum: Der gebürtige Memminger fühlt sich bei den Oberfranken wohl. Kein Wunder, dass da auch die Leistung stimmte: 42-mal lief er für Bayreuth auf, kam dabei auf 21 Scorerpunkte (13 Tore und acht Assists – beides Karrierebestwerte). Durch eine Förderlizenz kam der Allgäuer gar zu seinen ersten Einsätzen in der Beletage für Nürnberg (zwölf Spiele, ein Assist).

Am sechsten Spieltag darf er erstmals ran

Lillich erinnert sich: „Als klar war, dass ich die Förderlizenz bekomme, hätte ich nie gedacht, dass es so schnell gehen würde.“ Doch Verletzungssorgen der Nürnberger spülten Lillich in die Erste Liga. Am sechsten Spieltag war es soweit: Der Allgäuer gab sein DEL-Debüt in München. Zwar verloren die Franken 1:4, doch der gelernte Maschinenanlagenführer, der inzwischen Eishockey-Profi ist, hinterließ einen bleibenden Eindruck. Während des Spiels beorderte ihn Nürnbergs Trainer Kurt Kleinendorst von der vierten in die zweite Reihe – an die Seite des DEL-Rekordtorschützen Patrick Reimer (37 Jahre) aus Mindelheim.

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„Patrick ist für mich ein riesen Idol. Er ist ein Vorbild für ganz Eishockey-Deutschland“, sagt der Youngster. Schon vor Jahren begegneten sich Reimer und er in Memmingen – als Reimer Nachwuchsspieler der Indians beim Inlinehockey-Training besuchte. Lillich nutzte damals die Gelegenheit für ein Foto mit seinem Vorbild. Heute sagt er: „Ich kann viel von ihm lernen, er hat eine Menge Erfahrung. Ich schaue mir in jedem Training und in jedem Spiel genau an, was er macht. Wo jüngere Spieler noch laufen müssen, löst er es mit seinem Eishockey-Verstand.“

An das erste Treffen mit Patrick Reimer erinnert sich Lillich noch gut

An das erste Aufeinandertreffen mit Lillich kann sich Reimer nicht mehr erinnern. „Aber Markus hat es mir erzählt. Das Foto habe ich allerdings noch nicht zu sehen bekommen“, berichtet er lachend. Die beiden teilten sich bei Auswärtsspielen sogar einige Male ein Hotelzimmer. „Markus ist ein angenehmer Typ. Obwohl einige Jahre zwischen uns liegen, haben wir uns auf Anhieb verstanden. Er ist bodenständig und ruhig und nimmt sich nicht zu wichtig. Da merkt man schon die Herkunft – so sind wir Allgäuer halt. Das war mir sofort sympathisch“, berichtet Patrick Reimer.

Er freue sich, dass ein Spieler aus der Region den Sprung geschafft habe. Auch sportlich überzeugte Lillich seinen neuen Mentor. „Er hat sich sehr gut gemacht und sich gleich nahtlos eingefügt. In der Kabine gab es einige Spieler, die gefragt haben, warum er nicht dauerhaft bei uns ist“, erzählt Reimer. Lillich habe „überhaupt keine Probleme mit der Umstellung“ auf die DEL gehabt. Reimer glaubt: „Das ist ein Junge für die Zukunft.“ Worte, die der ehrgeizige Lillich gern hören dürfte. Über Nachwuchsteams des ESV Kaufbeuren hat sich Lillich – wie einst Reimer – seinen Weg nach oben gekämpft.

Von Memmingen über Kaufbeuren nach Nürnberg

Eine wichtige Station war dabei auch sein Heimatverein ECDC Memmingen, zu dem er per Förderlizenz in den Saisons 2017/2018 und 2018/2019 zurückkehrte. In der Oberliga sorgte er für Furore und empfahl sich für Zweitliga-Einsätze in Kaufbeuren. „Das war cool, in meiner Heimatstadt die ersten Schritte im Herrenbereich zu machen. Für mich war das etwas ganz Besonderes“, erinnert er sich. Nach wie vor verfolgt er die Indians und ist gern zuhause bei seiner Familie, die in Memmingen wohnt – auch den verlängerten Sommer verbringt er in der Heimat.

Der plötzliche Saisonabbruch in den deutschen Top-Ligen wegen der Corona-Krise verhinderte weitere Auftritte des Amendingers. „Das ist für uns alle bitter. Wir haben mit Bayreuth sieben der letzten acht Spiele gewonnen und waren heiß auf die Play-downs. Aber es ist die richtige Entscheidung, da geht die Gesundheit vor“, resümiert Lillich. Nun hält er sich in Memmingen und Kaufbeuren fit, treibt auch in seiner Freizeit sehr viel Sport. Schmunzelnd verrät er aber: „Jetzt gönne ich mir erst mal ein bisschen Pause.“ Nach einer so starken Saison hat er sich die auch verdient.

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