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Fußball

18.05.2019

Der Mindelheimer, der den FC Memmingen prägte

Stefan Heger (vorn, hier im Pokalspiel gegen den FC Kempten) ist der dienstälteste FCM-Spieler des aktuellen Kaders. Heute endet für ihn die Karriere in der Regionalligamannschaft.
Bild: Erwin Hafner

Seit der C-Jugend spielt der Mindelheimer Stefan Heger für den FC Memmingen. Am Samstag wird er nun letztmals in der Regionalliga auflaufen. Was kommt danach?

Was dem FC Bayern München Bastian Schweinsteiger war, ist dem FC Memmingen Stefan Heger: Ein Spieler, der es aus der Jugend in die erste Mannschaft geschafft und dort über Jahre das Spiel als Mittelfeldspieler geprägt hat. Seit 2004 trägt der gebürtige Mindelheimer das rote Trikot des FC Memmingen. Am heutigen Samstag endet mit dem Heimspiel des FCM gegen den SV Schalding-Heining (14 Uhr) eine Ära.

Stefan Heger, als wir das letzte Mal zusammen saßen, standen Sie vor Ihrem 150. Regionalliga-Spiel. Wissen Sie noch, wann das war?

Stefan Heger: Das muss 2016 unter Trainer Anderl gewesen sein, vor der Winterpause. Ein Heimspiel, entweder gegen Buchbach oder Ingolstadt.

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Sehr gut: 19. November gegen Ingolstadt II. Und das Ergebnis?

Heger: Da haben wir mit Sicherheit gewonnen. Denn damals hatten wir vor der Winterpause einen Lauf.

Der FC Memmingen gewann mit 3:0, gutes Erinnerungsvermögen. Wissen Sie auch, wie viele Spiele Sie aktuell auf dem Konto haben?

Heger: Etwas mehr als 200, auswendig weiß ich es nicht. Ich dürfte aber die meisten von allen haben. Aber unser Torwart Martin Gruber wird mich wohl bald einholen.

Auch weil Sie nun Ihre Regionalligakarriere beenden. Was gab den Ausschlag dafür?

Heger: Dass der Aufwand zu meinem Lehrerberuf zu groß wird. Ich habe lange überlegt, mich aber auch frühzeitig so entschieden. Außerdem habe ich das Gefühl, dass beim FC Memmingen in den nächsten Jahren nichts anbrennen wird.

Fällt Ihnen der Abschied schwer? Immerhin haben Sie 14 Jahre für den Verein gespielt, sind dem FC Memmingen seit der C-Jugend treu.

Heger: Ich werde sicher einiges vermissen: Die Jungs, die ich über die Jahre kennengelernt habe und die charakterlich top waren, auch die große Kulisse. Der Abschied fällt mir aber nicht schwer. Ich habe nicht das Gefühl, dass am Samstag Tränen kommen werden.

Außerdem bleiben Sie dem Verein ja erhalten: als spielender Co-Trainer der Landesliga-Mannschaft.

Heger: Das stimmt, das hat in Memmingen fast Tradition, dass ein, zwei erfahrene Spieler zur U21 gehen. Patrick Böck, Harry Holzapfel und Eddy Weiler sind so Beispiele. Allerdings geht das nur, wenn ich als Lehrer weiter am Bernhard-Strigel-Gymnasium in Memmingen bleiben kann. Dort fühle ich mich sehr wohl und hätte den Vorteil, dass es zeitlich klappt. Ich denke, ich kann mit meiner Erfahrung dann einiges weitergeben. Das sind alles junge Spieler, die in die Regionalliga wollen. Manche sind so jung, die könnten bei mir in der Schule sitzen.

Cheftrainer der U21 wird Marcus Eder. War das auch sein Wunsch, dass Sie mit dabei sind?

Heger: Ja, wir haben uns auch schon unterhalten. Er hat mir seine Ziele gesagt und hat klare Vorstellungen. Ich habe ihn jetzt schon lange nicht mehr als Trainer erlebt und weiß nicht, ob er immer noch so impulsiv ist, wie er mir in Erinnerung ist. Aber ich freue mich darauf, in die Trainertätigkeit reinzuschnuppern, ohne gleich die volle Verantwortung tragen zu müssen.

Sie haben ja viele Trainer erlebt. Von wem können Sie sich etwas abschauen?

Heger: Ich kann von jedem etwas mitnehmen, die waren alle unterschiedlich genug. Aber der Beste war Esad Kahric, sowohl sportlich als auch menschlich. Er war streng, aber hat sich immer vor die Mannschaft gestellt. Das habe ich bewundert. Sein Talent, ein Fußballspiel schnell zu lesen, kann man aber nicht lernen. Das hat man, oder man hat es eben nicht.

Haben Sie es?

Heger: Als Spieler bin ich schon eher ein Kopfspieler. Mit der Zeit lernt man, nicht zu viel zu laufen, sondern mit Auge zu spielen. Ich bin taktisch gut ausgebildet und habe immer schnell verstanden, was verlangt war. Deswegen habe ich auch unter allen Trainern gespielt. Zwar eher unauffällig, vor allem was die gefährlichen Momente nach vorn angeht, dafür aber auch unaufgeregt und solide.

Wenn man sich die Entwicklung des FC Memmingen in den vergangenen Jahren ansieht: Hätten Sie nicht noch Lust verspürt, an die 3. Liga anzuklopfen?

Heger: Die 3. Liga ist schon ein ambitioniertes Ziel. Dafür muss man strukturell viel ändern. Dann geht es nicht mehr, dass nur noch der Trainer hauptberuflich im Verein arbeitet. Aber der Verein hat das Glück mit Armin Buchmann und Kai-Uwe Marten Topleute im Vorstand zu haben. Sie haben aus den Möglichkeiten, die der FC Memmingen hat, einen Vorzeigeverein gemacht. Von der 3. Liga ist man zwar noch ein Stück weg, aber für Spieler ist es schön zu sehen, dass es vorangeht. Das neue Funktionsgebäude wäre schon eine tolle Sache.

Wie lassen Sie am Samstag Ihre Karriere ausklingen? Party mit der Mannschaft oder eher ruhig?

Heger: Schade ist, dass ich mit dem Team nicht nach Mallorca fliegen kann. Das gibt die Zeit nicht her. Nach dem Spiel werden wir in der Kabine noch etwas zu Essen bestellen und das eine oder andere Kaltgetränk genießen. Dann fahren die Jungs auch schon zum Flughafen nach München. Ich setze mich dann noch zu den treuen Fans ins Vereinsheim.

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