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Fußball

20.09.2016

Der Spaß kehrt nach Mindelheim zurück

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Dem Türkiyemspor Mindelheim um Ali Mamout Oglou (links, Nummer 8) scheint derzeit alles zu gelingen – auch wenn dieser Versuch daneben geht. Das Spitzenspiel der A-Klasse Allgäu 2 gegen die SpVgg Wiedergeltingen um Torhüter Sebastian Huber und Stephan Degenhart gewinnen die Mindelheimer mit 4:2.
Bild: Andreas Lenuweit

Häufig tun sich Absteiger in der für sie neuen Liga schwer. Der TSV Markt Wald etwa musste früh einen neuen Trainer suchen. Türkiyemspor Mindelheim ist eine Ausnahme.

Vor Kurzem wurden an dieser Stelle die Aufsteiger und ihr Saisonstart beleuchtet. Heute sind die Absteiger dran: Wie haben sie sich in die neue Liga eingefunden? Werden sie ihrer naturgemäßen Favoritenrolle gerecht? Klar ist: Nicht alle Absteiger lassen sich vergleichen, weder bei ihren Ambitionen, ihren Möglichkeiten und auch ihrer aktuellen Tabellensituation.

Wohl am besten kann man die Unterschiede zwischen zwei Absteigern in der A-Klasse Allgäu 2 beobachten. Mit dem TSV Markt Wald und Türkiyemspor Mindelheimgingen zwei ehemalige Kreisklassisten in die neue Saison, deren Abstiegssaison schon komplett verschieden lief. Während man in Mindelheim praktisch seit der Winterpause mit der A-Klasse als neue Liga rechnen konnte, kämpften die Markt Walder bis zum Ende verbissen um den Klassenerhalt.

Letztlich ohne Erfolg – und mit der Folge, dass Trainer Jürgen Echter die Mannschaft nach nur einem Jahr wieder verließ. Unter Peter Friedrich, einem Trainer mit Stallgeruch (trainierte schon Jugendmannschaften des TSV Markt Wald) sollte zumindest der freie Fall gestoppt und ein gesicherter Mittelfeldplatz angestrebt werden.

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Nach sechs Spielen warf der Trainer das Handtuch

Doch nach nur sechs Spieltagen trat Friedrich zurück – und Abteilungsleiter Thomas Urbin musste sich erneut auf Trainersuche begeben. Fündig wurde er in den eigenen Reihen: Kara Sahin erklärte sich bereit, die Mannschaft in Zukunft zu betreuen. „Ich musste ihn nicht lange überreden. Er kennt die Spieler ja alle, das passt schon“, sagte Urbin. Der 38-jährige Kara Sahin soll die Mannschaft wenigstens bis Saisonende betreuen, so Urbin.

Sein Einstand war am Wochenende jedoch nicht von Erfolg gekrönt: Beim TV Waal kassierten die Markt Walder mit 0:1 ihre bereits dritte Saisonniederlage und stehen nun mit acht Punkten auf Rang zehn. Sahin nimmt es gelassen: „Ich habe erst eine Trainingseinheit mit den Jungs machen können. Dazu hatten wir noch acht Ausfälle. Dafür, dass die halbe Mannschaft gefehlt hat, war es nicht schlecht.“ Er wolle dem Team wieder den Spaß am Fußball vermitteln, denn der habe zuletzt gefehlt.

Bei Türkiyemspor Mindelheim hat der Trainer mehr Glück

Einen ähnlichen Ansatz hatten sie bei Türkiyemspor Mindelheim: Auch hier sollte ein Trainer aus den eigenen Reihen den Spielern nach der Katastrophen-Saison 2015/16 wieder den Spaß am Fußball zurückbringen: Gökay Zengin scheint das bisher ganz gut gelungen zu sein. Denn der Mitabsteiger grüßt von der Tabellenspitze. Und das hat Gründe: Zengin übernahm das Traineramt schon im Sommer, bekam neben Rückkehrer Berkan Köroglu (TSG Thannhausen) sechs weitere Neuzugänge von teilweise höherklassigen Teams und läuft derzeit von Erfolg zu Erfolg. Nach sieben Spieltagen ist Türkiyemspor Mindelheim weiter Tabellenführer, am Wochenende gab es im Spitzenspiel gegen die SpVgg Wiedergeltingen einen 4:2-Sieg.

Also auf dem besten Weg zurück in die Kreisklasse? „Darüber denke ich jetzt noch nicht nach“, sagt Gökay Zengin. Er freut sich erst einmal, dass die Mannschaft die vergangene Spielzeit aus den Köpfen hat, als man nach 26 Spieltagen ganze neun Pünktchen auf der Haben-Seite hatte. „Wir haben gute Trainingseinheiten, es sind immer mehr als 20 Spieler da. Und wenn der Zusammenhalt stimmt und Spaß dabei ist, dann kommt der Erfolg von alleine“, sagt Zengin. Dann ist es sogar möglich, ohne den Toptorjäger Köroglu (beruflich verhindert) und in Unterzahl gegen einen Mitkonkurrenten zu gewinnen, wie am Sonntag gegen Wiedergeltingen.

In der Kreisliga sammelt der TSV Mindelheim fleißig Punkte

Ein weiterer Absteiger, bei dem es derzeit gut läuft, kommt ebenfalls aus Mindelheim. Nach zehnjährigem Höhenflug in Bezirks-, Bezirksoberliga- und Landesligalüften kämpft der TSV Mindelheim nun wieder in der Kreisliga um Punkte.

Der neue Trainer Marco Henneberg musste dafür eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, was angesichts der hochkarätigen Abgänge keine leichte Aufgabe war. Denn mit Wolfgang Schlichting (TV Boos), Rick Rogg (Olympia Neu-gablonz), Sebastian Schwegle (TSV Pfaffenhausen), Patrick Gödrich und Hannes de Paly (beide TSV Ettringen) und vor allem Patrick Eckers (berufsbedingte Pause) war plötzlich die halbe Mannschaft weg.

Gekommen sind Spieler aus unteren Ligen – und trotzdem ist der Neuaufbau gelungen. Der Saisonstart (14 Punkte/Platz 5) wird im Klub für gut befunden.

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