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Pfaffenhausen

24.02.2021

Der TSV Pfaffenhausen sortiert seine Geschichte

TSV-Schriftführer Matthias Zinder (rechts) bei der Präsentation von Archivmaterial des Sportvereins. Zinder ist dabei, ein Archiv für den TSV Pfaffenhausen anzulegen. Josef Hölzle (links) und Willi Moser (Mitte) unterstützten ihn dabei.
Foto: hlz

Plus 2019 feierte der TSV Pfaffenhausen sein 100-jähriges Bestehen. Das Jubiläum war zugleich der Startschuss zu einer Spurensuche im ganzen Ort.

Im Jahre 2019 feierte der TSV Pfaffenhausen sein 100-jähriges Gründungsfest im großen Stil: mit Festabend, Festwochenende und VG-Fußball-Turnier. Dazu wurde eine Festschrift verfasst, die den Verein von der Gründung im Jahre 1919 bis in die Gegenwart mit seinen sechs Abteilungen und rund 550 Mitgliedern beschreibt.

Das Fest war aber auch ein wichtiger Impuls, die Vereinsgeschichte zu erforschen. Folglich galt es, verschollene Dokumente ausfindig zu machen, das Wissen von Zeitzeugen über den TSV Pfaffenhausen aufzuschreiben und schließlich das vorhandene Material zu ordnen. Federführend hat diese Aufgabe der Schriftführer des Vereins, Matthias Zinder übernommen. Bald stellte der Mittelschullehrer jedoch fest, dass die vielen vorhandenen Dokumente, Protokolle, Notizen, Zeitungsberichte, Fotos, Plakate und vieles mehr aus zehn Jahrzehnten im Ort weit verstreut sind. Sie lagen bei verschiedenen Mitgliedern oder ehemaligen Funktionären mitunter in alten Schachteln, Ordnern, Schubladen oder Kisten.

Alte Fotos und von Mäusen angeknabberte Schriftstücke

Mögliche Besitzer dieser Vereinsunterlagen ausfindig zu machen, war deshalb der wichtige erste Schritt. Ein Aufruf im Gemeindeblatt war der Anfang – und überraschte Zinder: Er hätte nicht gedacht, wie viele TSV-Mitglieder ihm Sportverein-Unterlagen überbracht haben und dazu auch etwas berichten konnten. Aber auch das gab es: In manchen alten Schachteln fanden sich sogar „Mausbollen“ und von Mäusen angeknabberte Schriftstücke. Auch viele alte Fotos tauchten auf, die zum Teil mithilfe von Zeitzeugen zugeordnet werden mussten. Insgesamt sammelten sich bei Zinder stapelweise Schätze aus der Vergangenheit des Sportvereins, die es dann zu ordnen galt.

Dazu gehörten auch Unterlagen zu besonderen Projekten wie Sportplatz- und Sportheimbauten, Vereinsjubiläen, Meisterschaften und Sportfesten. Da Matthias Zinder anstrebte, möglichst alle abgebildeten Bezugspersonen auf den vielen Fotos namentlich zu erfassen und sie dem Aufnahmeort und einer Jahreszahl zuzuordnen, wurde das Projekt „TSV-Archiv“ zu einer Sisyphosarbeit. Es hat sich aber gelohnt.

Der TSV Pfaffenhausen bot viele Aktivitäten und Initiativen

Trotz der vielen Arbeit zeigt sich Zinder zufrieden, tief in die Vereinsgeschichte eingetaucht zu sein. Er war als noch jüngeres Mitglied überrascht, was die TSV-Historie insgesamt an Aktivitäten und Initiativen zu bieten hat. Dazu gehören etwa Turnfeste, Pokalturniere, Maiwanderungen, Bergmessen, Sportlerbälle, Spiele ohne Grenzen, Skimeisterschaften und sogar die Anlage eines Trimm-dich-Pfades. Auch die Unterlagen von mehreren Abteilungsgründungen oder der Auflösung von Sparten nehmen viel Raum ein. Besonders beeindruckt haben Zinder die tiefen Spuren, die manche Frauen und Männer im Einsatz für den Verein hinterlassen haben. Oft wurde eine ganze Ära durch deren Handeln geprägt.

Nun ist Zinder fast am Ziel angekommen. Das umfangreiche TSV-Vereinsmaterial vom Gründungsprotokoll anno 1919 über die Vor- und Nachkriegszeiten bis hin zu Berichten aus neuerer Zeit ist weitgehend eingesammelt, gesichtet und sortiert. Derzeit warten die vielen Unterlagen – noch aufgestapelt in Zinders Wohnung – auf einen eigenen Archivraum.

Zinder und der TSV Pfaffenhausen hoffen nach dieser kreativen Initiative, dass im Markt Pfaffenhausen bald auch ein – dem Bayerischen Archivgesetz entsprechend – zentrales Gemeindearchiv entsteht, in dem neben dem Sportverein auch die anderen Ortsvereine ihre Geschichte archivieren, deponieren und präsentieren können.

Mehr zur lokalen Sportgeschichte lesen Sie hier:

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