09.03.2009

Der große Rückhalt

Bad Nauheim Florian Hechenrieder reckte die Arme in die Höhe und nahm freudestrahlend die Gratulationen seiner Vorderleute entgegen. Der 23-jährige Torwart spielte zu Null, bereits zum zweiten Mal in dieser Saison - bei erst acht Einsätzen für den ESV Kaufbeuren eine auffällige Quote. "Natürlich, Florian war der große Rückhalt, als der Gegner im Schlussdrittel alles nach vorne geworfen hatte", lobte ESVK-Trainer Marcus Bleicher.

Der Gegner, das war der EC Bad Nauheim, immerhin der Tabellendritte der Nord-Gruppe. Dank Hechenrieders Paraden auf der einen und der Effektivität von Dominic Krabbat, Derek Switzer, Daniel Oppolzer und Jordan Webb auf der anderen Seite, veredelten die Allgäuer den Heimsieg-Erfolg gegen Herne durch einen 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)-Sieg in der Wetterau zu einem Sechs-Punkte-Wochenende. Sie haben damit den dritten Tabellenplatz der Süd-Gruppe wieder vom EV Füssen übernommen.

ESVK profitiert von Abschlussschwäche der Gastgeber

"Wir wussten, was uns hier erwartet und haben uns das Glück erkämpft. Deshalb haben wir am Ende auch verdient gewonnen", resümierte Bleicher. Dessen Kollege Fred Carroll sollte nach der nunmehr dritten Niederlage aus den letzten vier Heimspielen mit dem Abschluss-pech hadern: "Wenn man 50 Mal auf's Tor schießt, muss man auch mal treffen." Die Vielzahl dieser Versuche hatte der Coach der Roten Teufel im Schlussabschnitt gezählt, als die Partie im Grunde genommen entschieden war. Spätestens in der 42. Minute, als der sonst so souveräne Penaltyschütze Kevin Lavallee bei eben einem solchen Strafschuss an Hechenrieder gescheitert war, hatten die meisten unter den 880 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion beim Stand von 0:3 die Hoffnung auf eine Aufholjagd aufgegeben.

Der große Rückhalt

Bad Nauheim wirkte in seinen Bemühungen zunehmend kopfloser und kam mehr über Willenskraft und Zufall denn mit spielerischen Mitteln zu halbherzigen Torschüssen. Kaufbeuren tat zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als nötig. Zwei Drittel lang hatten die Gelb-Roten die optischen Vorteile auf ihrer Seite. Kurz vor Ende eines temporeichen, aber von Defensivarbeit geprägten ersten Abschnitts nutzte Dominic Krabbat einen individuellen Fehler in der ECN-Defensive und traf zur Führung.

Dynamisch auch der Beginn des zweiten Abschnitts, in dem der Gast klug und geduldig auf Chancen lauerte und diese auch nutzen sollte. Zunächst schob Switzer einen Abpraller im Powerplay über die Linie, später gab Oppolzer einem Webb-Schuss die entscheidende Richtungsänderung zum vorentscheidenden 3:0 für den ESV Kaufbeuren, dem im Angriffsdrittel mitunter erstaunliche Freiheiten geboten worden waren. Das Schlussdrittel: Formsache aus Sicht der Allgäuer, die trotz aller Bemühungen der Gastgeber nie ins Schwimmen kamen und nach dem Schlusspunkt von Jordan Webb mit drei Punkten die Heimreise antreten konnten.

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