Jugendfußball

13.06.2019

Die Gemeinschaft wird größer

Unser Bild stammt aus dem Jahr 2013, als die JFG Wertachtal noch aus den beiden Gründungsvereinen FC Bad Wörishofen und SV Salamander Türkheim bestand. Seit kurzem sind es fünf Vereine, die ihre Jugendspieler in die JFG Wertachtal einbringen.

Die JFG Wertachtal nimmt mit dem FC Rammingen und dem FSV Kirchdorf zwei weitere Vereine auf. Damit will man heimische Spieler fördern und alte Fehler vermeiden

Die Tinte unter den Verträgen ist trocken, der Beitritt zweier weiterer Vereine zur JFG Wertachtal ist besiegelt. 2007 schlossen sich damals die beiden Vereine SV Salamander Türkheim und FC Bad Wörishofen zusammen zu dieser sogenannten Jugendfördergemeinschaft zusammen, um den Nachwuchsfußballern beider Vereine eine bessere Perspektive zu verschaffen. Nachdem mittlerweile auch der SV Schlingen mit im Boot sitzt, vergrößert sich die JFG Wertachtal zur neuen Saison gleich noch einmal.

Ab Sommer werden auch die Nachwuchsspieler aus dem Bereich der D-, C-, B- und A-Jugend des FSV Kirchdorf und des FC Rammingen dazustoßen. „Ich bin sehr froh, dass das nun geklappt hat“, sagt JFG-Präsident Marian Argintaru. Seit einigen Monaten schon habe man sich in den beteiligten Vereinen mit diesem Zusammenschluss beschäftigt. „Alle drei Stammvereine der JFG haben zugestimmt“, so Arginatru. Ebenso die Verantwortlichen beim FC Rammingen und dem FSV Kirchdorf. Knapp 30 Kinder und Jugendliche stoßen nun in den jeweiligen Altersklassen zu den Mannschaften der JFG Wertachtal dazu. „Es kann sein, dass wir im Sommer bei den C- und D-Junioren eine dritte Mannschaft für den Spielbetrieb anmelden“, so Argintaru über den Zulauf.

Vor allem mit Blick auf die älteren Jahrgänge aber sei diese Expansion nun wichtig. In den vergangenen Jahren hatte die JFG Wertachtal zwar mit einigen Mannschaften hochklassig bis zur Bezirksoberliga gespielt, dabei aber häufig viele auswärtige Spieler im Kader. Das Problem dabei lag auf der Hand: Die Jugendspieler genossen bei der JFG Wertachtal und ihren qualifizierten Jugendtrainern eine sehr gute Ausbildung, kehrten der JFG jedoch nach dem Ende ihrer Jugendzeit meist den Rücken. Die Stammvereine aus Türkheim und Bad Wörishofen bildeten also fleißig Spieler aus, gingen aber letztlich leer aus, was junge Spieler für die eigenen Seniorenmannschaften angeht. Das eigentliche Ziel der JFG wurde im Prinzip verfehlt.

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Und das sprach sich herum. Als man in Kirchdorf und Rammingen erstmals eine Mitgliedschaft bei der JFG Wertachtal, waren die Bedenken bei dem einen oder anderen doch groß, wie Philipp Münnich zugibt. Der Jugendleiter des FC Rammingen ist seit gut einem Jahr in die Gespräche mit der JFG Wertachtal involviert. „Es standen schon sehr viele Vorurteile im Raum“, sagte er. Vor allem eben die Tatsache, dass die eigenen Spieler gegenüber den „Legionären“ keine Rolle spielten, sorgte für Argwohn.

Genau dieser Entwicklung wollte Marian Argintaru nach seiner Wahl zum JFG-Vorsitzenden entgegentreten. Auf Kosten des sportlichen Erfolgs (so stieg etwa die D-Jugend aus der Bezirksoberliga ab) setzte er wieder vermehrt auf Spieler aus den eigenen Reihen. „Wir wollen Kinder aus der Region ausbilden“, sagt er – und wirbt auch dafür. Er stellte das Konzept den Rammingern und Kirchdorfern vor und fand Gehör.

Beide Vereine hatten schließlich in den vergangenen Jahren mit Problemen im Nachwuchsbereich zu kämpfen. Eine eigene Großfeldmannschaft konnte keiner der beiden Vereine stemmen. So gab es eine Spielgemeinschaften mit dem SV Tussenhausen, TSV Zaisertshofen, SV Mattsies, SV Salgen/Bronnen oder dem FSV Dirlewang. Weite Wege mussten in Kauf genommen werden, damit die wenigen Jugendspieler in ihrer jeweiligen Altersklasse auch zum Spielen kommen konnten.

Zur neuen Saison hätte sich laut Münnich aber ein anderes Problem ergeben: Die Spielgemeinschaft besteht erst ab der C-Jugend. „Wir haben aber zehn D-Jugendspieler. Die hätten dann gleich im älteren Jahrgang spielen müssen und wären dort verloren gewesen“, sagt Münnich. Bei der JFG Wertachtal aber gibt es D-Jugend-Mannschaften. Dies war einer der Knackpunkte, dass die internen Abstimmungen beim FC Rammingen und dem FSV Kirchdorf letztlich deutlich pro JFG Wertachtal ausfielen.

„Ich hoffe, dass die Jungs das annehmen und mitziehen. Und dass sie gefördert werden“, sagt Münnich. Schließlich sollen sie nach ihrer Jugendzeit auch in den Stammvereinen weiter Fußball spielen und die Klubs im besten Falle sportlich weiterbringen.

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