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Leichtathletik

14.10.2020

Die Mindelheimer Leichtathleten haben die Corona-Hürde genommen

Die Leichtathleten des TSV Mindelheim trainieren endlich wieder gemeinsam: (vorne von links) Max König, Sarah Mayer, Lina Milhard, Lena Oberholzner, Anita König, (hinten von links) Nicole Mörstedt, Co-Trainerin Kathrin Mörstedt, Denise Wilhelm, Antonia Eidloth, Joris Muck und Trainer Bernhard Ruf.
Bild: Axel Schmidt

Plus Den Lockdown haben die Mindelheimer Athleten überwunden und trainieren wieder gemeinsam. Nur wenige nehmen aber an Meisterschaften teil. Warum nur?

Die Leichtathletik-Saison war in diesem Jahr zu Ende, ehe sie richtig begann. Zumindest für Leichtathletik-Abteilungen, wie die des TSV Mindelheim. Kaum zeichnete sich das Frühjahr und damit die Möglichkeit zum Training im Freien ab, grätschte die Corona-Pandemie dazwischen. Zunächst der Lockdown, dann die strengen Hygiene-Vorschriften, die eine Veranstaltung nach der anderen ausfallen ließ.

Seit zwei Wochen nun trainieren die Mindelheimer Leichtathleten wieder im Stadion. Während der Corona-Zwangspause waren die Athleten auf sich allein gestellt. „Ohne die Gruppe ist ein Training schon zäh“, sagt Bernhard Ruf. Der 62-jährige Lehrer ist das Gesicht der Mindelheimer Leichtathletik. Seit 46 Jahren trainiert er den Nachwuchs. „Eigentlich wollte ich nun aufhören“, sagt er. Doch „seine“ Gruppe während Corona alleine zu lassen, kam für ihn nicht in Frage. „Alle freuen sich, dass sie wieder trainieren können“, sagt Ruf.

Kleine, aber feine Trainingsgruppe

Rund 20 Namen stünden auf seiner Trainingsgruppen-Liste. Neun davon sind diesmal ins Stadion gekommen, um mit Bernhard Ruf und Co-Trainerin Kathrin Mörstedt zu trainieren. Sie sind mit Begeisterung dabei, vor allem der Speerwurf ist ein Highlight für die Athleten.

Ruf sieht sich dabei als eine Art Übungsleiter für alle und für alles. „Die Kinder und Jugendlichen dürfen bei uns alles ausprobieren“, sagt er. Egal, ob Sprint, Mittelstrecke, Kugelstoßen, Speerwurf, Weit-, Hoch oder Stabhochsprung – alles ist möglich. Im März hat Ruf etwa neue Hürden bestellt. „Die sind seitdem aber herumgestanden, wegen Corona.“ Breitensport wird bei den Leichtathleten des TSV Mindelheim großgeschrieben.

Kaum ein Mindelheimer nimmt an Wettkämpfen teil

Was den Nachteil hat, dass kaum einer der Athleten bei Meisterschaften teilnimmt. „Viele haben Spaß am Training und der Bewegung, aber nehmen nicht an Wettkämpfen teil“, sagt Kathrin Mörstedt. Ausnahme ist ihre Tochter Nicole. Die 14-Jährige, die bei Wettkämpfen für den TV Immenstadt an den Start geht, stellte im vergangenen Jahr einen neuen Allgäuer Rekord im Vierkampf in der Mädchenklasse W13 auf. „Sie ist ein Riesentalent“, sagt Bernhard Ruf. Vor wenigen Wochen wurde Nicole Mörstedt in Schwabmünchen neue Schwäbische Meisterin im Weitsprung in ihrer Altersklasse W14. Allerdings im Trikot des TV Immenstadt.

Warum aber verzichten viele andere auf eine Teilnahme an Meisterschaften? Möglicherweise liegt es dann am Mehraufwand: weite Fahrten zu den Wettkämpfen, lange Wettkampftage und nicht zuletzt die intensive Vorbereitung. „Richtiges Training ist Arbeit“, sagt Kathrin Mörstedt. „Man lernt Selbstdisziplin und versucht, sich immer wieder neu zu besiegen.“ Eine Tugend, die etwa im Mannschaftssport auf mehrere Schultern verteilt wird. „In der Leichtathletik trainiert man zwar zusammen, aber die Ergebnisse holt man alleine“, sagt sie.

Leichtathletik bietet für jeden etwas

Dass die jährlichen Bundesjugendspiele an den Schulen reihenweise Schüler in die Arme der Leichtathletikvereine spült, ist zudem ein Trugschluss. Im Gegenteil: Dieser bundesweite Schulwettkampf beinhaltet seit Jahrzehnten Disziplinen im Laufen, Springen, Werfen. Gerade Letzteres schrecke oftmals vor allem Mädchen ab. „Wenn dann noch Kugelstoßen kommt, verlieren sie die Lust“, sagt Mörstedt. Dabei biete die Leichtathletik eine Breite wie nur wenige andere Sportarten. „Der Sport ist sehr vielseitig. Da kann jeder seine Nische finden“, sagt Kathrin Mörstedt. Bei den Kindern scheint das zu funktionieren. Die Trainingsgruppe der U12 zählt rund 40 Kinder. Doch den Sprung zu den Älteren schaffen nur wenige. Nur zwei sind es aktuell.

Bernhard Ruf, dessen Tochter Bernadette über Jahre hinweg eine überregional starke Hochspringerin war, hat sich damit abgefunden. Er legt im Training zwar Wert auf Technik, aber er zwingt niemanden zur Teilnahme an Wettkämpfen. „Die Altersmilde kommt bei mir langsam durch“, lacht er, während er die nagelneuen Hürden auf die Laufbahn stellt. Später geht er mit seiner Gruppe noch zum Speerwerfen. „Das mögen sie alle.“

Die Leichtathletik-Gruppe trainiert immer montags und freitags von 17 bis 18 Uhr im Julius-Strohmayer-Stadion in Mindelheim. Ein Schnuppertraining ist jederzeit möglich, auch Erwachsene sind willkommen.

Mehr zur Leichtathletik im Unterallgäu lesen Sie hier:

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