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21.07.2010

Die Ruhe vor dem Sturm

Andreas Schweinberger kennt die Bad Wörishofer Eisarena in- und auswendig: Schon als Aktiver spielte er hier jahrelang. Nun soll er als Trainer der ersten Mannschaft die Landesliga halten. Foto: Axel Schmidt
Bild: Axel Schmidt

Bad Wörishofen Noch gleicht das Eisstadion in Bad Wörishofen einem überdachten Parkplatz eines Einkaufszentrums: blanker Betonboten, ab und an von verschiedenen Spielfeldlinien durchzogen. Es herrscht noch Sommerpause bei den Eishockeyspielern des EV Bad Wörishofen - und in der leeren Eishalle dementsprechend Ruhe vor dem Sturm.

Die Vorbereitungen auf die neue Saison laufen dennoch auf Hochtouren. Nur eben nicht auf dem Eis, sondern vielmehr hinter den Kulissen. So präsentiert der EV Bad Wörishofen, dem nach nur einem guten halben Jahr in der vergangenen Saison der Trainer abgesprungen war, einen neuen Coach. Andreas Schweinberger (39) wird in der Landesliga an der Bande stehen. Er ist in Bad Wörishofen kein Unbekannter: Zwischen 1999 und 2004 betreute er schon einmal die erste Mannschaft des EVW. Auch seine aktive Karriere als Spieler startete er mit sechs Jahren in Bad Wörishofen, wo er bis auf eine zweijährige Unterbrechung, in der er bei den Junioren des ESV Kaufbeuren spielte, bis 1996 die Eishockeystiefel schnürte. "Ich bin hier mit Eishockey groß geworden", sagt Schweinberger.

Nach seinem ersten Engagement beim EVW als Coach hatte er verschiedene Nachwuchsmannschaften beim ESV Buchloe und beim EV Bad Wörishofen trainiert, zuletzt die Junioren, die in der Bezirksliga antraten. Gleich vier Spieler aus eben dieser Juniorenmannschaft stehen nun im Kader für die neue Landesliga-Saison. Darauf, dass damit nicht nur aus der Not eine Tugend gemacht wird, sondern diese Entwicklung gewollt ist, legt Schweinberger großen Wert: "Ich will die jungen Spieler einbauen. Unser Ziel muss sein, im Schnitt mindestens jedes Jahr einen Spieler in die erste Mannschaft hochziehen zu können", sagt der 39-Jährige. "Für was steckt man sonst so viel Geld in die Nachwuchsarbeit?" Überhaupt hat Schweinberger eine junge Mannschaft beisammen. Nur drei Spieler sind älter als 30 Jahre. Für einen Aufsteiger, der sich in der Landesliga behaupten will, könnte das zu wenig sein. Doch davon will Schweinberger nichts wissen: "Wir haben uns qualitativ verbessert", sagt er und spielt auf die fünf Neuzugänge vom Bayernligisten ESV Buchloe an. Eingewöhnungsprobleme sieht er nicht, immerhin haben viele Spieler schon in der Jugend zusammengespielt und kennen sich. Sechs von ihnen waren sogar im Junioren-Team des ESV Kaufbeuren, das 2006 die deutsche Meisterschaft geholt hatte.

Ein weiterer Pluspunkt sei die gute Stimmung, die in der Mannschaft herrscht. "Das spricht sich herum. Mittlerweile rufen schon Spieler von sich aus an, ob sie bei uns mitspielen dürfen", sagt der neue EVW-Coach. Allerdings hat der seinen 25-Mann-Kader im Großen und Ganzen schon zusammen. Lediglich auf der Verteidigerposition könnte sich noch etwas tun.

"Die Landesliga wird eine große Herausforderung. Das Niveau dort ist in den letzten Jahren gewaltig gestiegen", sagt Schweinberger und vergleicht die Spielstärke der Liga mit der Regionalliga vor zehn Jahren. Trotzdem will sich der EVW etablieren, ein einstelliger Tabellenplatz ist zunächst das Ziel. Einen weiteren Aufstieg in die Bayernliga, selbst wenn er sportlich machbar wäre, sieht er dagegen skeptisch: "Für eine Stadt wie Bad Wörishofen ist die Landesliga in Ordnung. Mehr ist für einen Verein wie den EVW finanziell nicht machbar", sagt er. In Zahlen ausgedrückt: Das kleinste Bayernligabudget lag vergangene Saison laut Peter Graml, 2. Vorsitzender beim EVW, bei 90 000 Euro. Der EVW stieg mit einem Budget von 15 000 Euro in die Landesliga auf. Außerdem würde ein Aufstieg in die nächsthöhere Klasse kaum Auswirkungen bei den Zuschauerzahlen haben, glauben Schweinberger und Graml. "Die Leute wollen gutes Eishockey und möglichst einen Sieg des EVW sehen. In welcher Liga das ist, spielt kaum eine Rolle."

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