Fußball

11.09.2018

Dirlewang bejubelt Teilerfolg

Großer Jubel in Dirlewang: In der Schlussminute gleicht Stefan Seitz (rechts) zum 3:3 gegen den TSV Mindelheim aus und rettet damit dem FSV Dirlewang einen Punkt.
Bild: Robert Prestele

Lange sieht der TSV Mindelheim in Dirlewang wie der sichere Sieger aus. Dann packen die Hausherren ihr Kämpferherz aus – und feiern einen moralischen Erfolg.

Und wieder hat es nicht zu einem Sieg gereicht. Der mäßige Start des TSV Mindelheim in die Saison wurde vom FSV Dirlewang sogar noch übertroffen. Doch das Spiel war nicht das, was man von zwei verunsicherten Teams erwarten konnte, im Gegenteil: Von einer Anfangsnervosität war nichts zu spüren.

Die Gäste aus Mindelheim waren zunächst agiler, ballsicherer und mit dem größeren Willen. Gerade im Mittelfeld konnte sich die Truppe von Coach Benedikt Deigendesch zunächst ein leichtes Übergewicht erspielen. Dies zahlte sich bald aus. Bei einem schnellen Mindelheimer Konter brachte die Abwehr der Heimmannschaft den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Gottfried-Hubert Wesseli stürmte auf den Torhüter zu und ließ diesem aus kurzer Distanz keine Chance (15.). Dirlewang versteckte sich aber keineswegs und kam auch zu guten Chancen. Bei einem Angriff über Kevin Iwainski zeige der junge Mindelheimer Torwart Andre Kreisel gutes Stellungsspiel und machte die Gelegenheit zunichte.

Mindelheim fordert Strafstoß

Vor der Halbzeit dann Aufregung im Mindelheimer Lager. Bei einem Zweikampf im Dirlewanger Strafraum ging ein Stürmer zu Boden. Der lauthals geforderte Elfmeterpfiff blieb aber aus. Kurz vor der Halbzeit fiel beinahe der Ausgleich. Aber Abwehrchef Ferhan Yörühr klärte auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Schlussmann.

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Wesentlich schwungvoller und auch aggressiver agierte die Heimmannschaft in der zweiten Hälfte. Die kalte Dusche folgte jedoch postwendend. Gottfried-Hubert Wesseli spurtete in den Strafraum, umkurvte den Torhüter, sein Schlenzer landete aber am Pfosten. Nur Minuten später zeigte er, wie es besser geht. Ein flaches Anspiel nahm er sicher an, drehte sich um den Verteidiger und schloss gekonnt zum 2:0 ab (58.). Überhaupt war Wesseli in dieser Phase ein ständiger Unruheherd in der gegnerischen Hintermannschaft, ein weiteres Tor sollte ihm aber nicht mehr gelingen.

Die Dirlewanger schrieben sich aber keineswegs ab und versuchten über Einsatz und Kampf im Spiel zu bleiben. Als Belohnung gelang der Anschlusstreffer. Geradezu schulmäßig schlossen sie einen Konter ab. Pass in die rechte Schnittstelle der Abwehr, genauer Querpass in die Mitte und Christian Danner setzte einen Flachschuss ins Netz.

Mit dem 3:1 scheint die Partie gelaufen

Die vermeintliche Vorentscheidung gelang den Gästen dann eine Viertelstunde vor Schluss. Auch hier ein Konter wie aus dem Lehrbuch. In Überzahl schaltete Kevin Haugg mit einem feinen Zuspiel auf Sebastian Schwegle den gegnerischen Torhüter aus und der Torerfolg war nur noch Formsache.

Unerklärlicherweise gab die beruhigende Führung den Gästen aber keine Sicherheit. Immer häufiger schlichen sich kleine Unsicherheiten in das Abwehrspiel der Mindelheimer ein, was letztlich auch zum Anschlusstreffer für die Heimmannschaft führte. Bei einem Eckball schien die Abwehr Stefan Seitz am langen Pfosten total übersehen zu haben. Problemlos köpfte er das Leder aus kurzer Entfernung über die Linie. Nur noch 2:3.

Neue Kräfte mobilisierten natürlich nun die Dirlewanger. Und in der letzten Spielminute fiel tatsächlich der umjubelte Ausgleich. Wieder war es Stefan Seitz, der mit einem satten Schuss in die Maschen, die Mindelheimer Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg zerstörte. Zwar zeigte Mindelheim die insgesamt etwas reifere Spielanlage, ließ sich aber von den nie aufgebenden Gastgebern, den vermeintlichen Sieg in der letzten Minute noch entreißen.

Gut gelaunt zeigte sich nach dem Spiel Dirlewangs Trainer Jürgen Huber. „Das war heute das erwartete Fifty-Fifty-Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht. Aber insgesamt ist das Unentschieden gerecht und auch verdient“, so seine Analyse. Verständlicherweise verärgert war Mindelheims Coach Benedikt Deigendesch. „Wenn man auswärts mit zwei Toren führt, dann muss man das Spiel einfach auch nach Hause bringen. Durch individuelle Fehler haben wir den Gegner wieder stark gemacht. Mir tut es auch für die Jungs leid, die sich wieder nicht für ihren hohen Aufwand belohnt haben“, haderte er mit dem Spielverlauf.

FSV Dirlewang Immerz, Fischer, Lederle, Moser, Schröther (74. Frey), Iwainski (24. Danner), Fleschhut, Salger, Aufmuth, Binzer (43. König), Seitz

TSV Mindelheim Kreisel, Yörür, Bückle, Schwegle, Wesseli (60. Gödrich), Baur (46. Beigl), Neuberger, Haugg (46. Kienle), Kugelmann, Hefele, Wölfle

Tore 0:1 Wesseli (15.), 0:2 Wesseli (58.), 1:2 Danner (65.), 1:3 Schwegle (75.), 2:3 Seitz (83.), 3:3 Seitz (91.) Zuschauer 300 Schiedsrichter Rößle

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