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Frauenfußball

23.07.2019

Ein fröhliches Wiedersehen in Wiedergeltingen

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4 Bilder
Nahmen nochmals Aufstellung, wie vor 40 Jahren: (hinten von links) Barbara Frank, Traudl Schmid, Angelika Wittek, Roswitha Müller, Rita Heichele, Johanna Frick, (vorne von links) Hermine Unsinn, Marianne Trübenbacher, und Ex-Trainer Josef Schmid. Beim Jubiläumsspiel fehlten: Gertrud Scheibenbogen, Waltraud Osterried, Waltraud Frank und Elisabeth Geyer.
Bild: Robert Prestele

In Wiedergeltingen spielen die Frauen seit 40 Jahren Fußball. Grund genug, um mit einer besonderen Partie an die Pionierleistung dieser Mannschaft zu erinnern.

„Oma, mach’s gut“! Eine derartige Aufmunterung, vor einem Fußballspiel, kann man wohl tatsächlich nur bei einem Legenden-Spiel hören. Allerdings ist der Spruch gar nicht so verwunderlich, schnürten doch die Spielerinnen der ersten Stunde der SpVgg Wiedergeltingen nach vier Jahrzehnten nochmals die Stiefel. Die schönen Szenen indes gab es schon vor Anpfiff. Herzliche Umarmungen zeugten von freudigem Wiedersehen. Eigens bis aus der Pfalz waren gar befreundete Fußballerinnen zu dem Zusammentreffen angereist.

Fußball gab es natürlich auch zu sehen. So hatten die Wiedergeltinger Macher zwei Teams gebildet, die mit Spielerinnen vom Mädchenalter bis hin zu Seniorinnen besetzt waren. Einige AH-Spieler verstärkten die beiden Mannschaften. Letztlich waren die Teams so ausgeglichen, dass am Ende halt – aufgrund der Trikot-Farben – Team „Rot“ gegen Team „Blau“ spielte.

Die Zuschauer in Wiedergeltingen sehen ein gutes Spiel

Die Akteure boten den rund 250 Zuschauern auf dem Wiedergeltinger Sportplatz ein munteres Spiel mit gelungenen Aktionen und auch spannenden Strafraumszenen. Team Rot in vielen Aktionen etwas agiler, aber vor dem Tor öfters zu inkonsequent. Hier zeigte sich Team Blau, gerade beim Abschluss, einfach meist effektiver.

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Trotz der hohen Temperaturen ließ gerade die Laufbereitschaft keine Wünsche offen. Wenngleich die eine oder andere Spielerin die vereinbarten unbeschränkten Auswechselmöglichkeiten dann doch ganz gerne in Anspruch nahm. Auch bei einem kleinen Regenschauer, kurz vor Spielende, freute sich manche über die willkommene Abkühlung.

Der erste Treffer gelang schließlich Team Rot. Und den Treffer erzielte mit Marianne Trübenbacher eine Spielerin, die bereits im Jahr 1979 im Gründungs-Team aufgelaufen war. „Ich habe mir die Fußballschuhe von meiner Tochter ausgeliehen. Selbst habe ich längst keine mehr“, erzählte die Torschützin. „Es ist doch absolut klasse, dass so viele ehemalige Spielerinnen heute nach Wiedergeltingen gekommen sind.“, zeigte sie sich begeistert.

Auch der Ex-Trainer spielt mit

Dem wollte Josef Schmid, als Trainer der ersten Stunde, natürlich nicht nachstehen. Er trug das blaue Trikot und mit einem herrlichen Lupfer aus großer Distanz überwand er die überraschte Torhüterin zu einem Torerfolg für seine Farben. Und die Fitness des 63-jährigen Ex-Trainers – bei ihm sei das Alter genannt – nötigte so manchem (jüngeren) Zuschauer Respekt ab. Ob dessen Spitzname „Django“ auf seine früheren Trainingsmethoden zurückzuführen ist, ließ sich allerdings nicht klären.

Bei tollem Einsatz und überzeugendem Engagement der Spielerinnen war es dann auch beileibe kein reines Gaudi-Spiel. Sogar Kabinettstückchen zauberten die Seniorinnen aus dem Hut, wie zum Beispiel eine 40-Meter-Bogenlampe, welche die gegnerische Torhüterin zwar überraschte, aber das Tor dann knapp verfehlte.

Gegründet aus einer Gaudi heraus

Insgesamt boten die „Legenden“ ein kurzweiliges munteres Fußballspiel, wobei all die ehemaligen Spielerinnen zeigten, dass noch nichts verlernt haben. Und lediglich dreimal sei vor der Veranstaltung trainiert worden. Dieses Sondertraining leitete – wer sonst – natürlich Ex-Trainer Josef Schmid. Auch er freute sich über das Wiedersehen mit seinen früheren Schützlingen nach so vielen Jahren. „Das Ganze ist ja damals aus einer Gaudi heraus entstanden. Für eine Veranstaltung der Landjugend sollte eine Damen-Mannschaft auftreten. Also trommelte man halt Spielerinnen zusammen“, erinnerte sich Schmid. Daraus resultierte dann die 40-jährige Erfolgsgeschichte der Wiedergeltinger Fußball-Damen.

Für das Legenden-Spiel hatten die Verantwortlichen natürlich auch einen legendären Unparteiischen verpflichtet. Der allseits bekannte Schiedsrichter Vitus Böck (Immelstetten) leitete die Partie souverän. Ach ja, das Spiel selbst endete schließlich 4:3. Für wen? Das war an diesem Nachmittag nun wirklich nebensächlich.

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