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Bad Wörishofen

05.01.2019

Eishockey-Trainer Nuffer: „Saison ist nicht vorbei“

Andreas Nuffer (rechts) hat den EV Bad Wörishofen vor der Saison übernommen. Am Wochenende endet nun die Landesliga-Runde – und die Wörishofer müssen in die Abstiegsrunde.
Bild: Andreas Lenuweit

Der EV Bad Wörishofen beendet die Landesliga-Runde – und muss in die Abstiegsrunde. Trainer Andreas Nuffer zieht Bilanz und erklärt, was ihn am Sport ärgert.

Es geht in die Abstiegsrunde – wie fühlen Sie sich?

Andreas Nuffer : Ich fühle mich gut. Klar, es ist die Abstiegsrunde, aber ich wusste, dass es schwierig wird. Wir haben teilweise gute Spiele abgeliefert, teilweise sehr knapp verloren. Als wir im Dezember schon wussten, dass es in die Abstiegsrunde geht, hatten wir auch einen kleinen Durchhänger. Das ist dann natürlich schwierig, dass die Jungs dabeibleiben, wenn sie schon wissen, dass sie in der Abstiegsrunde spielen.

Woran lag es denn, dass es teilweise nicht so lief, wie es sollte?

Nuffer: Unser Manko war, dass wir zu wenig Tore geschossen haben. Im Sturm hat die Durchschlagskraft gefehlt.

Sie haben gesagt, Sie wussten, dass es schwierig wird. Wieso?

Nuffer: Ich habe ja am Anfang der Saison eine vorgefertigte Mannschaft bekommen. Ich konnte also keinen Einfluss darauf nehmen, was ich kriege. Die Hälfte der Mannschaft war ja die ehemalige 1B-Mannschaft und die Führungsspieler sind alle weggegangen – bis auf einen oder zwei. Und jetzt ist eine neue Mannschaft da, ein neuer Trainer, ein neues Prinzip – also alles neu. Und wir mussten uns erst finden. Das ist eine Herausforderung, die gut laufen kann oder es wird schwierig. Und die Liga ist heuer brutal stark geworden, das muss man dazu sagen.

Was war denn das neue Prinzip, das Sie mitgebracht haben?

Nuffer: Ein eigenes System, eine eigene Taktik. Dass ich versuche, mehr Nachwuchsspieler einzubauen – was auch schwierig war, da die momentan in der Bayernliga der U20 eine Herausforderung ohne Ende haben. Aber sie sollen so viel wie möglich am Training teilnehmen. Das sind so kleine Bausteine, die am Ende ein komplettes Gefüge bilden.

Ist das Prinzip mit den Nachwuchsspielern denn aufgegangen?

Nuffer: Bedingt. Anfangs hat es gut funktioniert, im Dezember ist es leider ein bisschen eingeschlafen.

Es gab aber auch Neuzugänge, die sich recht gut geschlagen haben.

Nuffer: Ja. Das Umfeld hatte recht niedrige Erwartungshaltungen gegenüber den Neuzugängen und diese haben die Erwartungen somit weit übertroffen. Ein Beispiel ist der Fichtl Marco: Da musste ich vom Umfeld ein bisschen Kritik einstecken, dass ich einen älteren Spieler hole, der einem Nachwuchsspieler den Platz wegnimmt – aber genau das Gegenteil ist passiert: Er ist ein Führungsspieler par excellence geworden, der die Jungen mitnimmt, ihnen etwas erklärt und sie mit ins Boot holt. Das ist genau das, was ich mir vorgestellt habe: Dass ein erfahrener Spieler sein Wissen an die Jungen weitergibt.

Das hört sich ja zumindest gut an.

Nuffer: Naja, es ist in allen Sportarten so: Wenn ein Neuer kommt und alles neu macht, ist das im ersten Jahr nicht unbedingt eine Garantie für Erfolg. Wichtig ist, dass man seinen Weg zielstrebig weitergeht und dann kommt der Erfolg von alleine.

Was ist denn das nächste Ziel?

Nuffer: In der Abstiegsrunde unter die ersten Drei zu kommen, dass keine Zwischenrundenspiele sind oder Sonstiges und dass der Abstieg sportlich schnell und deutlich abgewendet wird. Es spielen fünf Mannschaften in unserer Gruppe und die beiden Letztplatzierten spielen noch einmal den direkten Absteiger aus – und da will ich gar nicht erst rein.

Was würden Sie nächste Saison anders machen?

Nuffer: Zwei, drei Dinge müsste man ändern: Man muss die Konsistenz der Mannschaft variieren – wir brauchen ein, zwei Spieler, die eine Durchschlagskraft nach vorne haben. In der Verteidigung sind wir sehr gut aufgestellt, im Angriff gibt es noch Verbesserungsbedarf. Genau das ist das Manko: Wörishofen ist ein Verein, der viel Leidenschaft und Enthusiasmus mitbringt – aber die Konkurrenz bringt halt sehr viel Geld mit. Der Spieler zieht dahin, wo es das beste Taschengeld gibt.

Es wirkt, als würde Sie das ärgern.

Nuffer: Ja, es stört mich wirklich. Es kann nicht sein, dass 25-Jährige zuerst aufs Geld schauen. Die müssen Leidenschaft und Verantwortung mitbringen. Wenn dann die Leistung stimmt, können wir vielleicht über Taschengeld reden. Aber erst muss der Einsatz da sein. Aber das ist in unserer Gesellschaft momentan generell ein Problem, auch in allen anderen Sportarten.

Zurück zu dieser Saison: Können Sie schon ein Fazit ziehen?

Nuffer: Nein. Die Saison ist noch nicht vorbei, wir sind mittendrin. Am Sonntag spielen wir gegen Ulm – das Spiel ist wichtig, da wir noch einen Platz nach vorn rücken könnten, das heißt, wir hätten dann für die Abstiegsrunde eine bessere Platzierung und notfalls, wenn es darauf ankommt, den Heimvorteil. Es ist also kein Saisonabschluss, deswegen kann ich auch kein Fazit ziehen.


Interview: Leonie Küthmann

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