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Kabarett in Bad Wörishofen

24.10.2016

Er ist ein Sprachakrobat mit Tiefsinn

Witziger Sprachakrobat und geistvoller Assoziationskünstler: Martin Zingsheim im Guggerhaus.
Bild: Bader

Martin Zingsheim erweist sich bei seinem Auftritt in der Kneippstadt als zurecht preisgekrönt. Mitdenken mussten die Zuhörer bei vielen seiner Witze. Aber auch Alltagshumor war dabei.

Er gilt mit seinen 32 Jahren zwar noch als Nachwuchstalent in der Kabarettszene, doch spätestens mit dem Bayerischen Kleinkunstpreis, den er 2015 verliehen bekam, hat er sich etabliert. Mit seinem Programm „Kopfkino“ gastierte Martin Zingsheim auf Einladung der Bad Wörishofer Kleinkunstbühne „Profil“ erneut im „Gugger“, wo er schon einmal vor ein paar Jahren zu Gast war, damals noch unbekannt. Das zeigt, dass Profil-Macher Stefan Ibel ein gutes Händchen für Talente beweist.

Sprachliche Virtuosität: So hebt sich Zingsheim von anderen Kabarettisten ab

Dabei hob Zingsheim sich mit seiner Art deutlich von vielen anderen Kabarettisten ab. Sein Markenzeichen ist vor allem die sprachliche Virtuosität, mit der er ständig neue Assoziationen herstellt und somit über Gott und die Welt, über Liebe, Hass, Pädagogik, Erziehung oder Reisen plaudert, dies alles stets mit lustigen Wort-Einlagen versehen. Das Themenspektrum erweist sich dabei als unerschöpflich, zumal er nur relativ kurz bei einem Thema bleibt, um gleich wieder zum nächsten zu springen. Dies vollzieht er dann mit sprachlicher Brillanz und mit herausragendem Scharfsinn, was ihm während des gesamten Programmes stete Bewunderung und spontanen Applaus seitens des Publikums einbringt.

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So wurde auch sein Auftritt im „Gugger“ zu einem rundum vergnüglichen Abend. Martin Zingsheim kommt auf die Bühne, steht einfach nur da, spricht, spielt ein wenig auf dem Klavier und singt ein bisschen. Mehr braucht er eigentlich auch nicht, um die Besucher zu faszinieren. Seine Waffe ist das Wort, mit dem er vor allem im zweiten Teil des Programmes einen Lacherfolg nach dem anderen erzielt. Mit seinen Kunstpausen hält er stets den Kontakt zum Publikum und testet dessen Mitdenkfähigkeiten. Die brauchte man bei „Mann über Bord, Frau überglücklich“ eher nicht.

Humoristische Höhepunkte waren wortakrobatische Einlagen mit Zungenbrechern

Auch Alltagswitzchen gehören zum Programm. Dass Hunde im Gegensatz zu den Menschen für „Wildpinkeln“ nicht bestraft werden und man es deshalb einmal mit „Leine um den Hals“ versuchen sollte, gehörte zu spontan eingestreuten Gags. Höhepunkte jedoch waren zweifellos seine wortakrobatischen Einlagen wie die im Eiltempo vorgetragenen tierischen Redewendungen oder das Lied mit den Zungenbrechern. Hier bewies er neben vielen anderen Gags selten erlebbare sprachliche und geistige Kabarett-Klasse.

Martin Zingsheims Auftritt war ein toller Kabarett-Abend mit einem nicht alltäglichen Sprachakrobaten und geistreichen Künstler, der zurecht mit stürmischem Applaus belohnt wurde. (heb)

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