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Eishockey

26.02.2021

Fans des ESV Kaufbeuren üben Kritik an öffentlicher Spielerkritik

ESVK-Trainer Rob Pallin wird von einigen Fans aufgrund seiner öffentlichen Kritik an Spielern selbst kritisiert.
Foto: Wild

Plus Kaufbeurens Trainer Rob Pallin ist ein Mann direkter Worte, auch wenn es um die Leistung eigener Spieler geht. Das finden nicht alle gut.

Sieben Siegen aus den vergangenen zehn DEL 2-Spielen zum Trotz rumort es derzeit beim ESV Kaufbeuren. Einige Fans monieren, dass sie nach öffentlicher Spielerkritik seitens Vereinsverantwortlicher den nötigen Respekt vor den die Farben rot und gelb tragenden Akteuren vermissen würden. In dieser Woche hatte eine Fangruppierung sogar Banner am Stadion angebracht, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Auf diesen war unter anderem zu lesen, mit solchen Aktionen würden „Werte demontiert“ werden. Hintergrund ist, dass Trainer Rob Pallin in dieser Saison mitunter Leistungen von Spielern auf Pressekonferenzen kritisiert hatte.

Im Rahmen der Verpflichtung des neuen Torwarts Benedikt Hötzinger (aus Füssen) hatte Kaufbeurens Geschäftsführer Michael Kreitl erklärt, der ebenfalls im Tor spielende Jan Dalgic sei derzeit „leider auf und abseits des Eises“ nicht in der Form, in der man ihn sich wünsche und brauche. Philippe Bader, Medienbeauftragter des Klubs, hatte danach im Internet noch versucht, die Entscheidung zu erklären – stieß aber ebenfalls auf Kritik.

Fans finden es "bodenlos", einzelne Spieler anzuprangern

Stefan Kleinheinz, Vorsitzender des Fanclubs Rot-Gelb Buronia, stört sich an der Kommunikation seines Lieblingsvereins. „Es ist bodenlos, einzelne Spieler anzuprangern. So etwas sollte nur intern passieren. Stimmt bei einem Akteur die Leistung nicht, reicht es, der Öffentlichkeit zu sagen, dass er eine Pause braucht“, erklärt der langjährige Fan, stellt aber klar, dass er nicht für alle Fans sprechen wolle.

Wolfgang Neudert vom ESVK-Fanclub Westallgäu sieht es ähnlich. Auch er fand die Aussagen des Vereins in Richtung einzelner Spieler zwar „unglücklich“, vor allem aber, weil sie interpretierbar gewesen seien. „Man hätte das anders lösen können.“ Noch übler aber stoßen ihm einige Kommentare anderer Fans in den sozialen Medien auf. „Was da mitunter steht, geht gar nicht.“ Konstruktive Kritik, so sagt es der Westallgäuer Fanclub-Chef, sei gern gesehen.

Der ESV Kaufbeuren sei immer ein Verein zum Anfassen gewesen

Kleinheinz vermisst derzeit vor allem das „familiäre Gefühl“ von Zusammenhalt, das den ESVK über Jahre ausgemacht habe. „Das war immer ein Verein zum Anfassen. Jetzt ist alles weit weg. Sicher hängt das auch mit Corona zusammen.“ Das sieht auch Neudert: „Das Problem ist in der Tat, dass die Fans so weit weg sind. Wir haben keine Möglichkeit mehr, unsere Emotionen im Stadion auszuleben. Das drückt aufs Gemüt“, findet Neudert.

Für Kleinheinz kommt hinzu, „dass Trainer Pallin mit seinen Aussagen nicht gerade sympathisch wirkt.“ Neudert derweil sieht den neuen Übungsleiter an der Bande der Joker „eher positiv“, verweist aber darauf, dass dessen Vorgänger Brockmann eben noch „einen großen Stand bei den Fans“ habe. Michael Kreitl fasst sich derweil bezogen auf die Kritik seitens einiger Anhänger kurz.

„Wir haben das zur Kenntnis genommen“, sagt der ehemalige DEL-Spieler. „Innerhalb der Mannschaft haben wir viele Gespräche geführt und sind absolut klar. Entsprechend muss nichts mehr gesagt werden.“

Stattdessen richtet Kreitl den Blick aufs Sportliche, wo in der laufenden Hauptrunde noch 18 Spiele auszutragen sind: „Wir sind derzeit Achter mit Anschluss nach oben.“ Die Erfolgsserie aus sieben Siegen in den vergangenen zehn Spielen soll ausgebaut werden. Am Freitag gastiert Bayreuth, derzeit Neunter, ab 19.30 Uhr in Kaufbeuren, am Sonntag reisen die Buron Joker nach Bad Tölz (17 Uhr).

Mehr zum ESV Kaufbeuren lesen Sie hier:

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