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Hallenfußball

07.01.2020

Favoriten geben sich keine Blöße

Der BSK Olympia Neugablonz (links Benjamin Maier im Halbfinale gegen Wildpoldsrieds Luca Engstler) ist erster Allgäuer Futsal-Meister.
Bild: Dirk Klos

Olympia Neugablonz ist erster Allgäuer Meister in der Futsal-Geschichte. Für den TSV Kammlach ist nach der Vorrunde Schluss, jedoch fehlte nicht viel für eine Überraschung.

Die beiden ranghöchsten Vereine haben sich bei der Endrunde der Allgäuer Meisterschaft für das schwäbische Futsal-Finale qualifiziert: Landesligist 1. FC Sonthofen und Bezirksligist BSK Olympia Neugablonz vertreten die Region am kommenden Samstag in Günzburg. Dass es so läuft, war von vielen bereits im Vorfeld des Turniers in Kempten erwartet worden. Genauso wenig überraschend war es, dass mit den Neugablonzern das Team die erste Allgäuer Meisterschaft in der Futsal-Geschichte gewann, das diese Form des Hallenfußballs seit vielen Jahren intensiv praktiziert. Der BSK setzte sich im Endspiel knapp mit 3:2 gegen Sonthofen durch.

Bei allem Vorhersehbaren gab es aber auch die eine oder andere Überraschung. Das vorzeitige Aus der DJK Memmingen-Ost mit ihrem Vorzeige-Techniker Naim Nimanaj zum Beispiel oder die 1:2-Niederlage der Sonthofener im Auftaktspiel gegen den FC Jengen sowie den stark aufspielenden Kreisklassisten SSV Wilpoldsried, der den BSK im Überkreuzspiel bis kurz vor Schluss am Rande einer Niederlage hatte.

Der TSV Kammlach verkauft sich gut

Der TSV Kammlach hätte dem späteren Meister beinahe noch in der Gruppenphase in die Suppe gespuckt. Mit 1:3 unterlag der Kreisligist Olympia Neugablonz und schied damit als Dritter in der Vorrundengruppe A aus.

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Die Allgäuer Premieren-Meisterschaft war allerdings ein Spiegelbild der gesamten Entwicklung des Hallenfußballs in den vergangenen Jahren. Große Namen fehlten, das Turnier war eine Art Schaufenster für kleinere Vereine aus den unteren Klassen, das Zuschauerinteresse hielt sich entsprechend in Grenzen. Kevin Mitchell, Obmann der ausrichtenden Schiedsrichtergruppe Oberallgäu/Kempten, sprach am Ende des Turniers von knapp 400 Zuschauern. Darunter befanden sich allerdings auch die gesamten Aktiven der zehn teilnehmenden Teams, 270 zahlende Besucher waren es letztlich laut Veranstalter.

Futsal hat es immer noch schwer

Für Kreisspielleiter Elmar Rimmel war klar: „Es ist traurig, dass kaum jemand diesem Spiel eine faire Chance gibt.“ Diejenigen, die dabei waren, sind freilich große Verfechter des Futsals. Rimmel meinte: „Wer hier mitmacht, muss Fußball spielen können. Denn beim Futsal landet der Ball eben nicht mehr per Zufall über die Bande beim Mitspieler.“ Dennoch agierte jeder auf seine Art und Weise. Die beiden Finalisten Neugablonz und Sonthofen ließen Ball und Gegner laufen, andere gingen eher robust zu Werke. Die einen nahmen’s locker, organisierten sich ohne Coach selbst, mancher rückte hingegen mit voller Kapelle samt Trainer und Betreuer an. Alle hatten sie in einem fairen Turnier eines gemeinsam: den Spaß beim technisch anspruchsvollen Hallenkick ohne Rundumbande.

Der Patient Futsal hängt zwar nach wie vor am Tropf, aber er lebt noch. Die Hoffnung, dass auch im Allgäu irgendwann wieder mehr Vereine begeistert davon sind, haben Funktionäre und auch die Kicker selbst noch nicht aufgegeben. Kevin Haug, Torjäger beim 1. FC Sonthofen, sagte: „Viele Stammspieler meiden die Halle aus Angst vor Verletzungen. Aber es gibt doch in jeder Mannschaft auch fünf, sechs Leute, die richtig Bock auf Hallenfußball haben.“ Auch Rrust Miroci, Trainer des BSK Olympia Neugablonz, sprach sich für Futsal aus: „Bei uns hat dieses Spiel schon immer einen hohen Stellenwert. Weil wir uns dadurch während der Winterpause fit halten und uns technisch weiterentwickeln können.“

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