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Jugendfußball

26.07.2020

Fünf Vereine organisieren ihr Ferienfußball-Camp selbst

Sie sind bereit (von links): Max Rogg (TSV Kammlach), Peter Betz (SC Unterrieden), Alfred Bäurle (SV Oberrieden), Tobias Zuchtriegel (SC Unterrieden).
Bild: Axel Schmidt

Plus Nicht immer müssen Ex-Profis oder Bundesligaklubs als Veranstalter bei Ferien-Fußballcamps auftreten. Das beweisen fünf Vereine im August in Unterrieden.

Der neue Trainingsplatz des SC Unterrieden könnte keine passendere „Einweihung“ verdienen. Denn vom 28. bis 30. August werden sich 78 Kinder aus fünf Vereinen dort beim Fußball-Feriencamp 2020 tummeln. Ein besseres Beispiel dafür, dass der Trainingsplatz ein Schritt in die Zukunft ist, gibt es kaum.

Das Besondere an diesem Fußball-Feriencamp ist, dass es von fünf hiesigen Vereinen angeboten wird. Kein Profiverein, der auf Talente schielt, kein Ex-Profi, der mit dieser Idee nach der Karriere Geld verdient. Sondern Jugendtrainer des SC Unterrieden, SV Oberrieden, TSV Kammlach, FSV Dirlewang und FC 98 Auerbach/ Stetten werden die Kinder an den drei Tagen betreuen. 2016 fand dieses Fußballcamp in Eigenregie erstmals statt, damals in Dirlewang. Mit 69 Kindern startete damals die Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.

Die Idee kam vor einigen Jahren - bei einem Fußballcamp

Bei einem Fußballcamp in Hawangen sei die Idee von einem eigenen Feriencamp gekommen. „Wenn du da zwei Kinder angemeldet hast, war es schon recht teuer“, erinnert sich Alfred Bäurle an das Camp in Hawangen. „Wir haben uns damals überlegt, dass wir das auch selber machen können.“ Gesagt, getan: Über Sponsoren versuchten 2016 der SV Oberrieden, SC Unterrieden, SV Bedernau, TSV Kammlach und FSV Dirlewang, ein Camp für F- und E-Junioren zu organisieren, das im Preisvergleich deutlich günstiger daherkommt, als die Konkurrenz.

Fünf Vereine organisieren ihr Ferienfußball-Camp selbst

Der Erfolg war beeindruckend, denn schon ein Jahr später waren es 99 Kinder, die teilnahmen. „Da mussten wir sogar einigen absagen, denn von der Verpflegung und auch vom Platz wäre das nicht mehr gegangen“, sagt Bäurle.

In diesem Jahr sind rund 30 Jugendtrainer im Einsatz. „Für zehn Kinder planen wir zwei Trainer ein“, sagt Peter Betz vom SC Unterrieden. „Wir versuchen auch, ältere Jugendspieler als Co-Trainer mit einzubeziehen.“ So soll praktisch nicht nur der Fußballnachwuchs auf seine Kosten kommen, sondern auch für den Trainerjob geworben werden.

Für die Kinder gibt es Trikot-Sets, Bälle, Caps und natürlich Training

Die Kinder erwartet in Unterrieden Ende August nicht nur das obligatorische Trikot-Set samt Fußball und Basecap, sondern auch Verpflegung und ein qualifiziertes Training. Hierzu haben sich die Veranstalter von anderen Fußballschulen was abgeschaut, wie sie zugeben. Nicht immer war das eine gute Entscheidung. „Wir haben auch aus Fehlern gelernt“, sagt Bäurle. So habe man einmal die Übungen zum DFB-Abzeichen herangezogen, um bei der Auswertung festzustellen, dass die benötigten Ergebnisse doch recht ambitioniert waren. „Viele sind dabei leer ausgegangen“, sagt Bäurle.

Das wollten sie nicht mehr und haben so viele eigene Ideen eingebaut. „Einmal mussten sich die einzelnen Teams einen Kreisspruch und einen Torjubel einfallen lassen. Da waren ganz tolle Ideen dabei“, erinnert sich Max Rogg vom TSV Kammlach.

Hygiene-Regeln werden strikt eingehalten

Auch diesmal wird es wieder einige sogenannte Funspiele geben. So werden der härteste Schuss, der Dribblerkönig oder der Elfmeterkönig gesucht. Die Herausforderungen in diesem Jahr liegen weniger in der Anzahl der Kinder, als vielmehr an den coronabedingten Vorschriften. „Wir haben einige Grundsatzregeln aufgestellt“, sagt Tobias Zuchtriegel. Der Jugendleiter des SC Unterrieden zählt dazu Hygieneregeln, Mindestabstände und zeitliche Abstände etwa beim Mittagessen auf. „Wir halten uns an alle Vorgaben“, sagt er.

Denn eines war ihnen wichtig: Die fünfte Auflage des Fußball-Feriencamps sollte auf jeden Fall stattfinden. „Für die Kinder sind die sozialen Kontakte wichtig“, sagt Peter Betz. „Keiner wird in unserem Camp ein viel besserer Fußballer werden. Aber wir wollen die Kinder in dieser Corona-Zeit auch nicht fallen lassen.“ Sie sollen weiter am Ball bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes.

Seit fünf Jahren sind die Fußballcamps in Eigenregie eine Erfolgsgeschichte:

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