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Handball
23.08.2019

Eine bunte Mischung

Die jungen TSV-Handballer lassen auch die Urlaubszeit nicht ungenutzt. Von links: Hanna Schmidt, Julius Lutzenberger, Johannes Hörmann.
Foto: Lewe

Der TSV Mindelheim macht aus der Not eine Tugend: Anstatt das Training in der Urlaubszeit abzusagen, würfelt er Jugendmannschaften zusammen – ein Konzept, das funktioniert

Ziemlich laut tönte es einem aus der Sporthalle des Maristenkollegs entgegen. Kein Wunder, bis zu 25 Kinder und Jugendliche schwitzten und spielten hier gemeinsam. Und nicht nur die große Anzahl der Trainierenden war ungewöhnlich, es war auch eine bunte Mischung: Erstmals trainierten fast alle Mindelheimer Jugendteams gemeinsam.

So standen unter anderem Hanna, Johannes und Julius gemeinsam auf der Platte. Hanna ist Torhüterin bei der weiblichen B-Jugend, während Johannes in der männlichen B-Jugend auf Torjagd geht. Julius, der Jüngste in der Ferientrainingsgruppe ist wiederum acht Jahre jünger als Johannes. Was auf den ersten Blick als beinahe unvereinbar aussieht, funktionierte letztlich fast einwandfrei und forderte alle Handballer körperlich und spielerisch voll.

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Konzept hatte der Trainer der männlichen B-Jugend, Florian Gaum. „Wir dachten uns, bevor jeder Trainer aufgrund der Urlaubszeit nur mit fünf oder sechs Spielern dasteht, ist es sinnvoller, zwei zentrale Trainingseinheiten pro Woche anzubieten und mit allen gemeinsam zu trainieren.“

Natürlich benötigt so ein Training viel Planung, ebenso eine gute Trainingsbetreuung. Drei bis fünf Trainer waren pro Trainingseinheit gemeinsam in der Halle. „Eigentlich wollten wir Übungsleiter uns auch gegenseitig entlasten“, lacht Florian Gaum. „Aber wir hatten alle so viel Spaß an der Sache, dass jeder, der Zeit hatte, auch anwesend war.“ Gemeinsam erstellten sie ein Konzept, das einen problemlosen Trainingsablauf sichern und jeden Spieler in seinen individuellen Fähigkeiten fördern und fordern sollte.

Die Spieler starteten mit einem kurzen Einlaufen, dann stand ein gemeinsames Aufwärmspiel auf dem Programm. Kontaktfreudig, wie Handballer beim Spielen eben sind, kam es da durchaus zu ein paar Zusammenstößen. Schnell lernten die „großen“ Jungs aber, dass die Mädchen nicht vor einem Zusammenprall zurückschrecken, sondern hart im Nehmen sind, während man aber auf die „Kleinen“, ab und zu ein wenig Rücksicht nehmen muss.

Nächster Programmpunkt war das Kraft- und Koordinationstraining. Hier spielen Alter und Größe ohnehin keine Rolle. Jeder arbeitet für sich konzentriert an seinen Schwachstellen, kann Kraft und Einsatz individuell steuern. Beim Passen im Anschluss konnten auch wieder alle Spieler gemeinsam arbeiten.

Jedes Training stand unter einem eigenen Motto. Der Trainer der männlichen C-Jugend, Rudi Braun, wollte zwei Einheiten mit Fokus auf die Abwehr. „Da haben nicht nur meine Jungs ordentlichen Nachholbedarf, Abwehrtraining schadet eigentlich keiner unserer Mannschaften“, so der Übungsleiter. In Kleingruppen, die nach Leistungsstand oder Größe aufgeteilt wurden, ging es um Stellungsspiel und Zusammenarbeit in der Abwehr. Oder auch mal ums „Zupacken“.

Das Highlight jeder Trainingseinheit war für die Trainerin der weiblichen B-Jugend, Sonja Schimkat, das Abschlussspiel. „Bunt zusammengewürfelt traten zwei Mannschaften gegeneinander an, es wurde um jeden Ball gekämpft und trotzdem auch Rücksicht genommen, sodass alle zum Zug und auch zu Erfolgen kamen“, freute sie sich.

Jetzt gehen alle Mannschaften in die Sommerpause, bevor dann Ende September wieder die neue Saison beginnt.

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