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Bewegungsspiele

18.12.2020

Im Allgäu werden Videos für die Knaxiade gedreht

Die „Knaxiade“ geht neue Wege: Weil Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher derzeit nicht in gewohnter Form möglich sind, wurden in einem Oberallgäuer Kindergarten Videos mit neuen Bewegungsspielen gedreht.
Bild: Dominik Berchtold

Plus Viele Kindergärten verzichteten wegen der Corona-Pandemie auf die „Knaxiade“. Weil auch Fortbildungen ausfielen, geht der Projektleiter neue Wege.

Nutella-Deckel. Überall im Raum liegen Nutella-Deckel auf dem Boden. Beklebt mit Fotos von Tieren, Blumen und Menschen. Für die Mädchen und Buben des Kindergartens St. Nikolaus in Immenstadt hat die Woche mit einer außergewöhnlichen Spielstunde begonnen. Und sie wurden dabei sogar zu Filmstars.

Denn während sie sich mit dem selbst gebastelten Gedächtnisspiel beschäftigten, lief im Hintergrund die Kamera. In einigen Wochen werden die Kinder dann bayernweit in mehreren Videos der „Knaxiade“ zu sehen sein. In der Hauptrolle.

Um Kinder und Jugendliche zum Sport zu animieren, hat der Kemptener Reinhard Gansert die „Knaxiade“ Anfang der 1990er Jahre entwickelt. Auf Initiative des Turnbezirks Schwaben. Schon damals hatten viele Schulkinder motorische Defizite, zum Beispiel Koordinations- und Haltungsschwächen.

Bewegungsmangel ist immer noch ein Thema

Das Thema hat in all der Zeit nichts an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil. 1991 gab es erste Fortbildungen für Erzieherinnen, 1993 feierte das Programm Premiere in schwäbischen Kindergärten und vier Jahre später kamen Grundschulen dazu. Die Idee ist immer noch unverändert. Es wird jongliert und balanciert, durch Reifen gelaufen und auf dem Trampolin gesprungen, mit Bällen geworfen und getanzt. Es geht dabei zwar symbolisch auch um Urkunden und Medaillen, grundsätzlich aber um Spaß an der Bewegung. In diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie aber alles anders.

Im Frühjahr war an einen geregelten Betrieb der Kitas und Kindergärten nicht zu denken, viele Einrichtungen verzichteten heuer ganz auf die Teilnahme an der „Knaxiade“. „Andere haben verspätet mitgemacht und natürlich in abgespeckter Form. So wie es eben möglich war“, sagt Gansert. Er hat stattdessen ein Bewegungsprogramm für daheim zusammengestellt. Mit einfachen Übungen, die auch zum Turnen und Spielen im Wohnzimmer geeignet waren.

Fortbildungen fallen heuer aus

Weil das Konzept der „Knaxiade“ immer weiterentwickelt wird und ständig neue Bewegungsformen dazukommen, werden die Übungsleiter und Erzieher jährlich in Fortbildungen auf den neuesten Stand gebracht. Immer im Herbst. Bloß dieses Jahr nicht. Gansert erklärt: „Eigentlich hatten wir in ganz Bayern 35 Fortbildungen geplant. Die können aber aufgrund der Corona-Regeln nicht stattfinden.“

Doch Gansert hat auch dafür eine Lösung gefunden: Kurze Bewegungsvideos sollen die Fortbildungen ersetzen. Anfang des kommenden Jahres werden sie Kindergärten in ganz Bayern zur Verfügung gestellt. 20 verschiedene Spielformen werden in den Filmsequenzen gezeigt und erklärt. Zum Mit- und Nachmachen. Die Drei- bis Sechsjährigen in Immenstadt hatten ihren Spaß bei den Dreharbeiten. „Sie haben sich riesig gefreut und auch die Kindergarten-Leitung war sofort begeistert von unserer Idee. Wir hatten richtig viel Gaudi zusammen“, erzählt Gansert. Schließlich brachte die „Knaxiade“ etwas Abwechslung in den Kindergarten-Alltag, der von Corona bestimmt wird.

Trotz der Einschränkungen soll Sport getrieben werden

Sportlehrer Gansert legt großen Wert darauf, dass in Kindergärten und Schulen trotz der derzeitigen Einschränkungen mit den Mädchen und Buben Sport gemacht wird. „Selten zuvor war Bewegung für Kinder so wichtig wie in diesen Zeiten, in denen sie sich nicht in Sportvereinen austoben dürfen“, sagt er – und hofft, dass die „Knaxiade“ 2021 wieder in bewährter Form stattfinden kann. „Ich glaube, dass viele Kindergärten erst im Sommer mitmachen. Also später als sonst. Aber ich wünsche mir, dass wir alle zusammen wieder durchstarten“, sagt Gansert.

Mittlerweile sind bayernweit jährlich knapp 1000 Kindergärten und Grundschulen mit 60.000 Kindern und Jugendlichen dabei.

Mehr zum Thema "Knaxiade" lesen Sie hier:


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