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Fußball

23.11.2019

In Memmingen schließt sich ein Kreis

Beobachteten das Training des FC Memmingen genau: Co-Trainer Candy Decker (links) und der neue Cheftrainer Esad Kahric (rechts).
Bild: Olaf Schulze

In Memmingen gibt Esad Kahric sein Regionalliga-Comeback gegen einen Klub, zu dem er eine besondere Beziehung hat. In der Kreisliga will Kammlach Platz eins verteidigen.

In Memmingen gibt mit Esad Kahric ein alter Bekannter ausgerechnet gegen den ehemaligen Memminger Reiner Maurer sein Comeback beim FCM auf der Trainerbank. In den unteren Ligen steht der letzte offizielle Spieltag vor der Winterpause an.

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Regionalliga Esad Kahric ist schon lange in diesem Geschäft, hat als Fußball-Trainer im Allgäu sämtliche Höhen und Tiefen mitgemacht. Und trotzdem war dieser Moment für den 60-Jährigen speziell. Sechs Jahre nach seinem Rücktritt als Coach beim FC Memmingen im September 2013 kehrte er am Montagabend als Nachfolger des freigestellten Uwe Wegmann zurück an seine langjährige Wirkungsstätte. „Ich war tatsächlich ein kleines bisschen aufgeregt, bevor ich zur Mannschaft in die Kabine gegangen bin“, erzählt Kahric.

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In seiner gewohnt sachlich-ruhigen Art hat der gebürtige Bosnier den Spielern sich und seine Ziele vorgestellt. Wenige Minuten später ging es draußen auf dem Platz dann aber schon ordentlich zur Sache. Ohne großes Herantasten standen auf dem Rasen nur noch die Trainingsinhalte im Fokus. Auch das ist typisch für den Fußball-Perfektionisten Kahric. Mit seinem großen Erfahrungsschatz soll er den sportlich angezählten Regionalligisten zurück in die Erfolgsspur bringen. Dass ihm dies gelingt, davon ist der 60-Jährige überzeugt: „Ich habe den FCM in dieser Saison schon ein paar Mal gesehen. Zum Großteil hat die Mannschaft gute Spiele abgeliefert. Natürlich werden wir das eine oder andere Detail ändern, aber im Großen und Ganzen ist das Team intakt.“

FC Memmingen will Fans zurückgewinnen

Kahric und den Machern beim FCM um den Vereinsvorsitzenden Armin Buchmann geht es um weit mehr als den kurzfristigen Erfolg in Deutschlands höchster Amateurklasse. Der neue Coach sagt: „Wir haben sehr gute Gespräche geführt, in denen es auch um die Projekte abseits des Platzes ging. Wir müssen die Fußball-Fans rund um Memmingen wieder von diesem Verein überzeugen, die Nähe zu den Fans suchen und versuchen, die Strahlkraft vergangener Zeiten zurückzubekommen. Ich werde das entsprechend vorleben.“ Immer wieder spricht Kahric von einer „Herzensangelegenheit“. Über all die Jahre pflegte er auch nach seinem Rücktritt ein sehr gutes Verhältnis zum FCM. Kahric war hier bereits Spieler, anschließend der Trainer mit der längsten Amtszeit.

Nun gilt die ganze Konzentration dem neuen Verein und der ersten Aufgabe. Die hat es in sich, denn mit Türk Gücü München (1. Platz/47 Punkte) ist am Samstag ab 14 Uhr der Spitzenreiter der Regionalliga zu Gast in der Memminger Arena. Als 16. (18 Punkte) sind die Allgäuer klarer Außenseiter. Kahric: „Diese Mannschaft spielt auf Drittliga-Niveau und hat seit neun Spielen nicht mehr verloren. Aber im Fußball ist alles möglich.“

Für den 60-Jährigen schließt sich am Samstag der Kreis auch aus einem anderen Grund: Trainer bei Türk Gücü München ist der Mindelheimer Reiner Maurer (59). Der war 2001 bis Mitte November Coach beim FC Memmingen und wurde dann wegen durchwachsenen Erfolgs am 21. Spieltag von Kahric in dieser Funktion abgelöst – der Beginn einer langen Liaison.

Kreisliga Mitte Wer hat im Fernduell um die Tabellenspitze die Nase vorn? Spitzenreiter TSV Kammlach empfängt am Sonntag den TSV Legau (11.), der TSV Mindelheim ist beim abstiegsbedrohten ASV Fellheim (14.) zu Gast. Dort rumort es offenbar, denn unter der Woche wurden der torgefährlichste Spieler, Stefan Munteanu, und Iulian-Ionut Iftemie auf der Online-Plattform fupa.net gestrichen. Auf MZ-Nachfrage antwortete ASV-Trainer Markus Theophiel, dass dies interne Gründe habe. Er wisse noch nicht, ob die beiden Spieler weiter für Fellheim spielen oder auch gegen Mindelheim auflaufen würden. Trotzdem geht Mindelheims Trainer Benedikt Deigendesch respektvoll an die Aufgabe heran. „Wir spielen immer im November in Fellheim. Das ist auf dem Platz dort kein Spaß.“

Ein Duell auf Augenhöhe erwartet den SV Oberegg (9.) beim Spiel gegen den SV Mauerstetten (10.).

Kreisklasse Allgäu 1 Für das Heimspiel gegen den SV Schöneberg muss Türkiyemspor Mindelheim auf Ali Oglou Mamout verzichten. Der Mittelfeldspieler hatte im Heimspiel gegen Steinheim die Rote Karte gesehen und wurde für vier Spiele gesperrt. Eine Woche, nachdem Trainer Oktay Demirkiran von seinem Amt zurücktrat, stecken die Mindelheimer weiter im Abstiegskampf. Am Sonntag kommt nun der SV Schöneberg, der sich auf Platz sechs hochgearbeitet hat.

Der FSV Dirlewang geht als Außenseiter in das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten SV Steinheim. In gleicher Rolle treten der FC Loppenhausen (in Dickenreishausen) und der SV Bedernau (in Boos) an.

Kreisklasse Allgäu 2 Dritter gegen Drittletzter: Der FC Bad Wörishofen (12.) empfängt am Sonntag den FC Buchloe (3.) und will sich für die knappe 0:1-Niederlage im Hinspiel revanchieren. Nachdem die Wörishofer zuletzt gleich zwei Mal pausieren mussten, könnte der Rhythmus beim FCW etwas fehlen. Spitzenreiter TSV Kirchheim hat die SG Amberg/Wiedergeltingen zu Gast und will die eindrucksvolle Serie von neun ungeschlagenen Spielen (davon acht Siege) fortsetzen.

A-Klasse Allgäu 2 Topspiel in Oberrieden: Der unangefochtene Spitzenreiter empfängt den Verfolger SG Kirchdorf/Rammingen (4.). Im Hinspiel hatte der SVO mit 3:1 die Nase vorn – wie bei weiteren elf von mittlerweile 15 Spielen. Nur drei Mal gaben sich die Oberrieder eine Blöße: Drei Mal endeten diese Spiele 1:1.

Beim TSV Pfaffenhausen hat man das Gefühl, der Verein kommt in diesem Jahr aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Nach den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Geburtstag im Sommer stand nun sogar eine besondere Feierstunde in München an. Die Fußballer könnten das Jubiläumsjahr mit einem Auswärtssieg in Schlingen beenden. Ob der TSV Pfaffenhausen dann auch noch einmal in den Kreis der Aufstiegskandidaten eintreten kann, ist aber fraglich. Selbst mit einem Sieg beim Tabellenzweiten bliebe es bei einem Fünf-Punkte-Rückstand auf den SV Schlingen.

Schlingen will erster Verfolger des SV Oberrieden bleiben

Der Gastgeber ist einer von vier punktgleichen Verfolgern des unangefochtenen Spitzenreiters SV Oberrieden. Nur drei Niederlagen verzeichnet die Mannschaft von Yücel Güler bislang (davon wurden zwei Spiele gegen Oberrieden verloren). Für Abteilungsleiter Jürgen Ried ist die Mannschaft voll im Soll: „Wir sind sehr zufrieden. Nach einem holprigen Start haben wir eine gute Serie hingelegt und spielen jetzt um Platz zwei mit.“ Das liege auch an Trainer Güler. „Es ist seine erste Trainerstation und er macht seine Sache sehr gut“, lobt Ried. Natürlich wolle man nun auch auf Rang zwei überwintern. Dazu sollte ein Heimsieg gegen Pfaffenhausen her – und das wird schwer genug, wie Ried sagt: „Pfaffenhausen ist ein harter Gegner. Im Hinspiel haben wir erst in der Schlussminute das 1:1 geschossen“, erinnert er sich. „Pfaffenhausen kann mit einem Sieg Boden gutmachen.“ Trotz allem aber gelte in Schlingen: „Heimspiele sind Heimsiege.“

Der TSV Markt Wald könnte mit einem Heimsieg gegen die SG Wiedergeltingen/Amberg 2 wieder in die Verfolgergruppe des SV Oberrieden hineinrutschen.

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