Schwimmen

24.07.2016

Inklusion im Becken

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Bei heißen Temperaturen war der Schwimmwettkampf für viele eine willkommene Abkühlung.
Bild: Ulla Gutmann

Beim Wettbewerb im Mindelheimer Freibad zählt für die beeinträchtigten Sportler weit mehr als der Sieg. Das beweist auch der Schneckenpokal

„Es ist eine Freude zu sehen, wie viel Spaß die Teilnehmer haben. Super, dass die Unterallgäuer Werkstätten so eine Veranstaltung machen,“ schwärmt Inge Siebert, die im Mindelheimer Freibad Eintrittskarten verkauft. Bei 30˚ C und knallblauem Himmel wetteiferten 152 Schwimmer mit Behinderungen, und dazu einige Betreuer im ebenso knallblauen Schwimmbecken.

Seit 30 Jahren findet der Schwimmwettbewerb einmal jährlich in Mindelheim statt, die Stadt stellt das Freibad zur Verfügung. Die Teilnehmer kamen von den Unterallgäuer Werkstätten aus Mindelheim und Memmingen, von den Allgäuer Werkstätten in Sonthofen, von der Herzogsägmühle aus Peiting bei Schongau, von Regens-Wagner Werkstätten in Lautrach und Holzhausen, den Lindenberger-Werkstätten und den Wertachwerkstätten in Kaufbeuren. Weil es diesmal eine Jubiläumsveranstaltung war, eröffneten die „Promis“ die Wettkämpfe. So stürzten sich etwa Wolfgang Beuchel, Geschäftsführer der Unterallgäuer Werkstätten, und Richard Hack, Gesamtbetriebsleiter, ins Becken. Hack hatte extra für diesen Anlass einen geringelten Badeanzug wie von anno dazumal angezogen und war entsprechend ein Hingucker.

Katja Schweinberger, Sozialdienst bei den Unterallgäuer Werkstätten, freut sich über das tolle Wetter und erinnert sich, dass das Wettschwimmen auch schon bei 17˚C stattfand, mit Schwimmern, die sich, kaum waren sie aus dem Wasser, in den wärmenden Bademantel hüllten. Diana Becker schwamm für die Herzogsägmühle Peiting und ist stolz, weil sie die beste von vier Schwimmern war, die gleichzeitig im Becken konkurrierten. Sie war schon oft beim Schwimmfest und erinnert sich, wie einmal Richard Hack voll bekleidet mit Anzug und Krawatte ins Wasser gestoßen wurde.

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Sabine Arnold aus Holzhausen war zum 25. Mal dabei und schwamm auch in der Staffel. „Sehr schön“ findet sie das Schwimmfest, jedes Mal von neuem. Nach dem „Promischwimmen“ waren die Herren und Damen über 25 m an der Reihe, danach ging es über die 50-Meter-Distanz.

Den Abschluss bildete die inklusive Staffel, in der Gehandicapte und Betreuer gemischt ein Team bildeten. „Dabei sein ist alles, auch wenn ein gewisser persönlicher Ehrgeiz mit eine Rolle spielt“ sagt Richard Hack. „Der Leistungsgedanke steht aber nicht im Vordergrund. So gibt es zu jedem Schwimmfest einen Schneckenpokal für die langsamste Schwimmerin und den langsamsten Schwimmer.“

Musik spielte, es gab zu essen und zu trinken, wer nicht schwamm, konnte sich entspannen. Und doch war alles straff organisiert, denn nach der Siegerehrung mussten alle rechtzeitig fertig sein für den Bus, der zu den jeweiligen Werkstätten fuhr. Von dort wurden die Schwimmer, wie sonst nach der Arbeit nach Hause gebracht. Nur, dass sie diesmal eine Medaille im Gepäck hatten.

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