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Fußball

16.07.2019

Kirchdorf und Rammingen gehen gemeinsam in die Zukunft

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Man kennt sich bestens: Seit 30 Jahren besteht zwischen dem FSV Kirchdorf und dem FC Rammingen im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft. Nun führten die beiden Abteilungsleiter Bernhard Nett (links/FSV Kirchdorf) und Benedikt Degenhart (FC Rammingen) die Seniorenfußballer zusammen.
Bild: Axel Schmidt

Weil sie zu wenige Spieler haben, schließen sich die beiden A-Klassisten FSV Kirchdorf und FC Rammingen zu einer Spielgemeinschaft zusammen. Nun will man „oben mitspielen“.

Das abschreckende Beispiel liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Kirchdorf und Rammingen: Im Frühjahr hatte der TSV Ettringen seine Seniorenfußballmannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Grund: Spielermangel. Es ist das Damoklesschwert, das über vielen Vereinen der Region hängt.

So auch lange über dem FSV Kirchdorf und dem FC Rammingen. Die beiden A-Klassisten haben sich nun jedoch dazu entschieden, eine Spielgemeinschaft einzugehen, „um den Spielbetrieb weiter zu gewährleisten“, wie Bernhard Nett sagt. Der 31-jährige Fußballabteilungsleiter des FSV Kirchdorf spricht das aus, was viele Vereine betrifft: „Wenn man es realistisch sieht, dann geht es um zwei Vereine, die Sonntag für Sonntag versuchen, Spieler für zwei Mannschaften zusammenzukratzen.“

Was im Jugendbereich geht, funktioniert auch bei den Senioren

Um dieses Klinkenputzen zu beenden und gleichzeitig sportlich mehr Qualität auf den Platz zu bringen, haben sich Kirchdorfer und Ramminger nun zu einer Spielgemeinschaft im Seniorenbereich zusammengefunden. Nach dem Motto: Was seit 30 Jahren im Jugendbereich geht, wird auch im Herrenfußball funktionieren.

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„Es gibt eigentlich kaum Spieler auf dem Platz, die diese Spielgemeinschaft in der Jugend nicht miterlebt haben“, sagt Benedikt Degenhart. Der 29-Jährige ist Abteilungsleiter des FC Rammingen und als solcher der Ansprechpartner Netts. Der nämlich war im Mai auf den FC Rammingen zugegangen. Im Zuge des Beitritts beider Jugendabteilungen zur JFG Wertachtal stellte er sich auch eine Spielgemeinschaft in der A-Klasse vor. „Wenn wir es dieses Jahr nicht gemacht hätten, dann wären wir vielleicht zu spät dran gewesen“, sagt Nett. „Eventuell wäre dann in der nächsten Saison einer von uns abgestiegen.“ Das hätte das Ganze unnötig verkompliziert. So gehen beide Vereine auf sportlicher Augenhöhe diese Ehe ein.

Ramminer und Kirchdorfer erstmals gemeinsam auf dem Platz

Bei Degenhart rannte Nett mit seinem Vorschlag offene Türen damit ein. „Wir hatten beide nicht genug Spieler für die erste und zweite Mannschaft. Und aus der Jugend kommt auch zu wenig nach oben“, so Degenhart. „Und wenn du keine zweite Mannschaft mehr stellen kannst, dann geht es dir wie dem TSV Ettringen.“ Diese Argumentation hat Fußballer wie Mitglieder überzeugt. „Sicher gab es ein, zwei ältere Fans, denen das nicht so gefallen hat. Aber die sind heute auch da und schauen sich das Spiel an“, sagt Degenhart. Es ist das erste Pflichtspiel der neuen Mannschaft: Im Kreispokal geht es in der ersten Runde gegen den Kreisligisten TV Weitnau. Eine erste Bewährungsprobe für das Team von Trainer Ralf Kleinsteuber.

Der Trainer ist in beiden Vereinen kein Unbekannter: Als Aktiver spielte er in Rammingen, als Trainier coachte er den FSV Kirchdorf. Zuletzt hatte er drei Jahre pausiert. „Das habe ich auch genossen“, sagt Kleinsteuber. Als die Vereine bei ihm anfragten, war ihm klar, dass er hier etwas bewegen könne. „Allerdings nur, wenn die Jungs mitziehen. Sonst bringt die ganze Spielgemeinschaft nichts“, sagt er. Und die Spieler enttäuschten ihn bislang nicht. Zu den ersten Trainingseinheiten kamen knapp 50 Spieler. „Ich bin bislang begeistert“, sagt er.

Tipps holte sich die SG Kirchdorf/Rammingen von den umliegenden Klubs

Mit drei Mannschaften geht die SG Kirchdorf/Rammingen in der neuen Saison an den Start. Auch wenn der Bayerische Fußballverband (BFV) kritisch nachfragte, warum man denn eine Spielgemeinschaft bräuchte, wenn man doch drei Teams stellen könne. „Aber wir wollen auch die weniger talentierten und älteren Spieler bei Laune halten“, sagt Nett. Man argumentierte also ähnlich wie die SG Amberg/Wiedergeltingen vor rund einem Jahr – und bekam seine dritte Mannschaft. Überhaupt holte man sich bei Amberg/Wiedergeltingen wie auch beim FC 98 Auerbach/Stetten wertvolle Tipps für die Spielgemeinschaft.

Auch sportlich will man wieder angreifen. Für die kommende Saison haben Kirchdorfer und Ramminger Platz eins bis fünf in der A-Klasse Allgäu 2 ausgegeben. Das Pokalspiel war indes kein Gradmesser: Mit 1:5 musste man sich dem TV Weitnau geschlagen geben.

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