Fußball

10.07.2019

Kommt die Reserve-Runde wieder?

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Die Spielklassen für die neue Saison sind eingeteilt – auf den ersten Anstoß müssen die Mannschaften allerdings noch warten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auf der Tagung der Allgäuer Klubs bringt Spielgruppenleiter Platzer eine alte Idee ins Spiel.

Einen langen Atem mussten die Vertreter der Allgäuer Fußballvereine am Montagabend mitbringen. Nach über zweieinhalb Stunden beendete Kreisspielleiter Elmar Rimmel die Spielgruppentagung in der Festhalle in Wolfertschwenden. Zum zweiten Mal fand die Tagung für das komplette Allgäu statt, zuvor gab es einzelne Versammlungen im Ober-, Ost- und Unterallgäu.

Ehrenamtliche Mitarbeiter von 144 der insgesamt 150 Fußballvereine im Allgäu waren der Einladung Rimmels gefolgt und bekamen einen Überblick über positive und negative Erfahrungen der abgelaufenen Spielzeit von den Kreisligen bis zu den B-Klassen. Rimmel kritisierte dabei fragwürdige Spielabsagen ebenso wie einen Fall, bei dem ein Verein Geld für eine Spielverlegung gefordert habe. Eine „Null-Toleranz-Strategie“ gebe es, wenn Pyrotechnik im Spiel ist. „Einige Vereine haben das schon finanziell gespürt“, sagte der Kreisspielleiter.

Keine mündliche Verhandlung beim Sportgericht

Auch die Schiedsrichter gaben einen Einblick zu aktuellen Entwicklungen und Regeländerungen. Ingo Weber, Obmann der Schiedsrichtergruppe Ostallgäu, stellte den Vereinsvertretern die wichtigsten Änderungen vor. Sorge macht nach wie vor die Zahl der aktiven Schiedsrichter. 419 Unparteiische bräuchte der Fußballkreis Allgäu, in den vier Gruppen Kempten-Oberallgäu, Memmingen, Ostallgäu und Südschwaben fehlen momentan insgesamt mehr als die Hälfte. Für das Kreissportgericht Allgäu berichtete Thomas Weigl, dass in der vergangenen Saison 454 Fälle (20 mehr als in der Vorsaison) über den Tisch der Sportrichter gewandert seien. Positiv sei gewesen, dass es keine mündliche Verhandlung gegeben habe.

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Mit Blick auf die kommende Saison stellte Spielgruppenleiterin Paulina Koch, die für das Ostallgäu zuständig ist, ein neues Konzept für die Hallensaison vor. So soll die Kreismeisterschaft bis zum 6. Januar 2020 gespielt sein, die Anzahl der vorhergehenden Qualifikationsturniere richte sich nach der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften. Der Turniersieger und der Zweitplatzierte qualifizieren sich für die schwäbische Hallenmeisterschaft.

Mehrheit lehnt Flex-Modell ab

Doch bis zur Hallenrunde dauert es noch etwas – deswegen lag der Fokus schnell wieder auf den Spielen bis zum Winter. „In Sachen Spielabsagen ist einiges schiefgelaufen“, meinte Koch. Bei gesperrten Plätzen müssten zunächst die Spielleiter informiert werden, mit einer offiziellen Bestätigung des Vereins oder der Gemeinde. Viele Klubs hätten es sich in dieser Angelegenheit in den letzten Jahren zu leicht gemacht. Als letzte Option könne der Schiedsrichter den Platz begutachten und entscheiden, ob das Spiel stattfindet.

Kochs Kollege Polykarp Platzer stellte „Flex-Modelle“ vor, in denen Teams mit verkürzter Spielzeit oder „Neun gegen neun“ spielen. Unruhe kam auf, als über das Modell abgestimmt werden sollte. Dabei wollten Rimmel und Kollegen lediglich ein Meinungsbild einholen – der Großteil der Vereine lehnte das „Flex-Modell“ für den Moment ab. Zustimmung gab es dafür, dass der Ort eines Relegationsspiels nicht in der Mitte zwischen den beteiligten Vereinen liegen müsse und dass das Aufstiegsrecht in den B-Klassen maximal bis zum viertplatzierten Team gelten solle.

Einsprüche von Schöneberg und Mindelheim abgelehnt

Generell gibt es durch die aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaften Verschiebungen im Allgäu: Während im Ost- und Unterallgäu überdurchschnittlich viele den Aufstieg anpeilen, lehnen im Oberallgäu mehr zweite Mannschaften diesen Schritt ab. Dadurch kommt es zu Verschiebungen in den A-Klassen, regionale Grenzen müssten dann aufgebrochen werden. Auch in den Kreisklassen müssen einige Vereine ihre „angestammte“ Liga verlassen. Getroffen hat es nun den FC Loppenhausen, SV Bedernau und den SV Schöneberg, die bisher in der Kreisklasse Allgäu 2 antraten und nun in die Kreisklasse Allgäu 1 eingeteilt sind. Außerdem müssen auch Kreisliga-Absteiger FSV Dirlewang und Aufsteiger Türkiyemspor Mindelheim in die „Memminger Kreisklasse 1“. Die Einsprüche, die etwa der SV Schöneberg oder auch Türkiyemspor Mindelheim dagegen eingelegt hatten, wurden abgelehnt.

Um solche tief greifenden Veränderungen in Zukunft möglichst vermeiden zu können, müssten vor allem die zweiten Mannschaften ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen. Da dies aber auch in dieser Saison nur bedingt geschah, regte Platzer an, dass sich die Vereine über eine eventuelle Wiedereinführung der Reserverunden Gedanken machen sollten.

Toto-Pokal startet am Sonntag, 14. Juli

Die Saison beginnt am kommenden Sonntag, 14. Juli, mit der ersten Runde im Kreispokal. Der Ligabetrieb startet in den Kreisligen am 10./11. August und hat gleich zu Beginn aufgrund des Feiertags Mariä Himmelfahrt (15. August) eine englische Woche. Das Eröffnungsspiel in der Kreisliga Mitte bestreiten am Freitag, 9. August, der SVO Germaringen und der SV Mauerstetten (18.30 Uhr). Die Kreis-, A- und B-Klassen folgen eine Woche später am 17./18. August mit dem ersten Spieltag. (mit axe)

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