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Fußball

08.06.2018

Markt Wald ist wieder oben

Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr: Spieler, Betreuer und Fans des TSV Markt Wald feierten den 2:1-Sieg im Relegationsspiel gegen den SV Greimeltshofen. Nach zwei Jahren Abstinenz spielt Markt Wald damit wieder in der Kreisklasse.
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Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr: Spieler, Betreuer und Fans des TSV Markt Wald feierten den 2:1-Sieg im Relegationsspiel gegen den SV Greimeltshofen. Nach zwei Jahren Abstinenz spielt Markt Wald damit wieder in der Kreisklasse.
Foto: Erich Wörishofer

Der TSV Markt Wald kehrt nach zwei Jahren in die Kreisklasse zurück. Im Relegationsspiel hat das Team von Trainer Thomas Waltenberger jedoch auch Glück.

Als Schiedsrichter Christian Gangi zum letzten Mal an diesem Abend in die Pfeife blies, gab es für die gelbe Jubeltraube kein Halten mehr. Spieler, Trainer, Betreuer und leidenschaftlichste Fans rannten auf den Platz, schrien, umarmten sich, spritzten sich gegenseitig nass. Der TSV Markt Wald zelebrierte den Aufstieg in die Kreisklasse.

Vergessen die emotionale Achterbahn der vergangenen Monate. Vergessen der Trainerwechsel in der Winterpause, vergessen der verpasste direkte Aufstieg, vorbei die enormen Druckphasen des Gegners und das quälend lange Warten in einer fast zehn Minuten andauernden Nachspielzeit. Mit 2:1 hatte sich der leidenschaftlich kämpfende TSV den Aufstieg gegen geknickte und oft überlegene Kicker des SV Greimeltshofen gesichert.

Mit gelbem und von einer Bierdusche gezeichnetem Aufstiegsshirt stellte sich der noch verletzte Spielertrainer Thomas Waltenberger den MZ-Fragen nach Spielschluss: „Ich glaube, ich war heute an der Seitenlinie mehr dabei als bei meinem letzten Relegationsspiel auf dem Platz. Das hat zwar 1000 Nerven gekostet, die Jungs haben das aber super gemacht, das war einfach klasse. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir verdient gewonnen. Wir haben super verteidigt“, lobte er, während im Hintergrund Queens ‚We are the Champions’ vom Band am Austragungsort in Schöneberg lief.

Greimeltshofens Stürmer scheitern zu oft

Bis zum Sieg musste der TSV Markt Wald aber lange zittern – und das trotz eines Starts nach Maß: Nach Eckball von Christian Specht rutschte der Ball durch den Strafraum, wurde abgefälscht und Greimeltshofens Patrick Heinrich lenkte das Spielgerät unglücklich mit der Brust ins Tor (2.). Auf die frühe Führung reagierte der SVG mit wütenden Angriffen. Dabei war die Spielanlage einfach gewählt aber funktional: Immer wieder wurde mit scharfen hohen Bällen nach vorne die Stürmer gesucht – allen voran Toptorjäger Alexander Fäustle mit 28 Treffern in der Saison im Gepäck. Der Offensivspieler, mit immensem Antritt und enger Ballführung gesegnet, stellte Markt Walds Defensive vor große Probleme. Aber Fäustle und seine Kollegen scheiterten zu oft: am Abseitspfiff, der eigenen Ungenauigkeit, an einem vermeintlichen Stürmerfoul oder letztlich an der intensiven und nicht selten mit Gelb geahndeten Zweikampfführung des Gegners.

In dieser Phase hatte Markt Wald auch Glück mit einem ausbleibendem Elfmeterpfiff. Der Ertrag des SVG war aber deutlich zu wenig für den betriebenen Aufwand. Der Ausgleich folgte dennoch: Nach einer einstudierten Eckballvariante war Johannes Müller der Nutznießer (26.). Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich die Partie, Greimeltshofen zollte seinem Tempo zunehmend Tribut. Markt Wald kontrollierte nun besser das Spiel, der SVG war noch per Konter gefährlich. Mit zunehmender Spieldauer versandeten diese aber immer öfter. Die erneute Führung kam dann aber überraschend. Erneut Christian Specht brachte das Spielgerät per Freistoß zielgenau in die Mitte zu Matthias März und der bestrafte den übertriebenen Freiraum mit dem 2:1 für den TSV Markt Wald (70.).

Plötzlich geht der Rasensprenger an

Dies quittierte der Rasensprenger kurz darauf in der Greimeltshofer Hälfte mit ein paar Jubelspritzern. Für Verwirrung und eine immense Nachspielzeit sorgte dann Schiedsrichter Christian Gangi. Nach einem harten Foul an Alexander Fäustle entschied er zurecht auf Gelb, allerdings zeigte er dies im Getümmel dem falschen Spieler, der somit mit Gelb-Rot vom Platz gemusst hätte. Nach längerer Nachfrage bei seinem Assistenten entschied er sich um, nahm den Platzverweis zurück und verteilte die Karte richtig.

„Kann passieren, die Schiedsrichterleistung war überragend“, lobte TSV-Trainer Waltenberger nach Spielende. Ein letztes Mal bäumte sich der SVG auf: In der siebten Minute der Nachspielzeit erwischte Alexander Seidel aus kürzester Distanz den Ball nicht richtig und zielte daneben. Danach pfiff Gangi ab und beim Markt Walder Anhang brachen alle Dämme. Auch Kara Sahin, der bis zur Winterpause den Neu-Aufsteiger trainiert hatte, fieberte und jubelte mit: „Das ist einfach genial, der Thomas hat einen guten Job gemacht. Wir haben jetzt eineinhalb Jahre die Mannschaft aufgebaut, die halten zusammen, das ist einfach eine geile Truppe.“

So haben sie gespielt:

SV Greimeltshofen Robl, Bertele, Heinrich, Wohllaib, Müller, M. Fäustle, Ries, Seidel, A. Fäustle, Stiegeler, Gutmann / Fäßler

TSV Markt Wald Drexel, Knauer, Specht, Hörtrich, Dikkaya, Kriger, März, Wenger, Oberhoffner, Senner, Giuroin / Reissner, Schmid

Tore 0:1 Patrick Heinrich (Eigentor, 2.), 1:1 Johannes Müller (26.), 1:2 Matthias März (70.) Gelb-Rot Matthias März (Markt Wald, 90.+6) wdh. Foulspiel Schiedsrichter Christian Gangi (FSV Marktoberdorf) Zuschauer 750

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