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Fußball

04.08.2020

Marschbefehl zum Trainingsauftakt des FC Memmingen

Der Mannschaften des FC Memmingen haben das Training nach der Corona-Pause aufgenommen. Unser Bild zeigt FCM II Trainer Serdan Kul in Aktion.
Bild: Olaf Schulze

Plus Trainingsauftakt beim FCM: Viele junge Gesichter, ein topfitter Trainer und die Freude darüber, duschen zu dürfen.

So viel Betrieb war im Memminger Stadion seit viereinhalb Monaten nicht mehr. Zum offiziellen Trainingsauftakt des FC Memmingen tummelten sich über 40 Spieler des Regionalliga- und Landesliga-Kaders auf dem Gelände, dazu Trainer, Betreuer und Funktionäre. Die Rückkehr zu einem Stück Normalität. Aber normal ist in diesen Zeiten nichts. Das wurde schon bei der Begrüßung und den ersten Ansprachen klar. Wegen der Abstandsregeln standen die Spieler breit gefächert und sie mussten schon die Ohren spitzen, damit das Gesagte auf die Entfernung zu ihnen durchdrang.

FC Memmingen: Gemeinsam gegen Corona-Krise

„Mir geht das Herz auf“, sagte Präsident Armin Buchmann, als er nach Monaten der Ungewissheit in eine so große Anzahl von Gesichtern blickte. Der FCM-Chef machte klar, um was es in nächster Zukunft in der Corona-Krise weiter geht, „nämlich nur um den Verein“ und dankte allen, die bereit sind daran mitzuwirken – nicht ohne einen Seitenhieb auf „die sieben oder acht, die des Geldes wegen“ den Klub verlassen haben.

Einige Zaungäste verfolgten das Geschehen hinter den Stadiontoren und von der Terrasse der Stadiongaststätte aus mit gebührendem Abstand. Auf das Gelände dürfen sie nicht. Nicht einmal FCM-Urgestein Dieter Degenhart, der den großen Kader wohlwollend zur Kenntnis nahm: „Jetzt hoffen wir, dass auch die Qualität ausreicht“.

Marschbefehl zum Trainingsauftakt des FC Memmingen

Viele junge Spieler beim FCM

Noch hat niemand den Altersschnitt ausgerechnet, aber die ganz jungen Gesichter waren deutlich in der Überzahl. Erfahrung soll noch in der Innenverteidigung hinzukommen. Deshalb wurden Robin Urban (zuletzt VfB Homberg) und Leonhard von Schrötter (FC Augsburg II) im Probetraining getestet. Von Schrötter ist gerade 21 Jahre, Urban immerhin schon 26 Jahre alt. Er kann fast 150 Regionalliga-Einsätze vorweisen und klingelte mit Regensburg, Halle und Düsseldorf in Liga drei und zwei an. Ob es zu einer Verpflichtung kommt „wird man sehen“, darüber entscheiden in Kürze der Sportliche Leiter Thomas Reinhardt und Cheftrainer Esad Kahric.

Kahric wirkte an diesem heißen Samstagvormittag ziemlich aufgeräumt, freute sich, dass es wieder losgeht, und will den Umbruch mit Ehrgeiz und Disziplin angehen. Er selbst geht mit bestem Beispiel voran: Der 61-Jährige – fortwährend immer selbst sportlich aktiv – steht noch ranker und schlanker, so wie zu seiner besten Aktivenzeit, vor seinen Kickern.

Stadt Memmingen gibt kurzfristiges Okay

Die erste Einheit dauerte auf drei Fußballfeldern und den weiten Laufwegen über zwei Stunden. Betreuer Joachim Schmidbauer war froh, dass die Stadt Memmingen entgegen der Beschränkungen kurzfristig doch noch erlaubt hat, dass in einem Kabinentrakt hinterher die Duschen geöffnet werden durften: „Sonst hätte ich einen Schlauch rausgelegt und die Jungs abgespritzt“. Normal ist in diesen Zeiten nichts. (ass)

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