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Handball

14.05.2018

Mindelheim hat das Nachsehen

Große Kulisse, tolle Stimmung – und ein Altmeister, der noch nichts verlernt hat: In dieser Szene setzt sich Memmingens Maximilian Schmidt durch und erzielt einen Treffer im Rückspiel gegen den TSV Mindelheim.
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Große Kulisse, tolle Stimmung – und ein Altmeister, der noch nichts verlernt hat: In dieser Szene setzt sich Memmingens Maximilian Schmidt durch und erzielt einen Treffer im Rückspiel gegen den TSV Mindelheim.
Bild: Siegfried Rebhan

Das Relegationsrückspiel gewinnt der TV Memmingen klar mit 32:26 gegen den TSV Mindelheim. Dessen Trainerin richtet den Blick schon nach vorn.

Nein, es waren keine Durchhalteparolen. Beinahe alles, was am vergangenen Donnerstag nach der knappen 30:31-Hinspielniederlage seitens der Mindelheimer Handballer gesagt und für das Rückspiel in Memmingen gefordert wurde, hat die Mannschaft am Samstag erfüllt. Wenngleich auch ohne den ganz großen Wurf. Ähnlich, wie der FC Bayern München in der Champions Legaue bei Real Madrid traten die Mindelheimer trotz der Heimniederlage gegen den favorisierten TV Memmingen in dessen Halle mutig und leidenschaftlich auf.

Dass mit Johannes Heimpel ein ganz wichtiger Spieler aufgrund einer Finderverletzung, die er sich im Hinspiel zugezogen hatte, ausfiel und Maximilian Moser angeschlagen ins Spiel ging, machte die Aufholjagd nicht leichter. Und doch zeigte die Mannschaft von Trainerin Stefanie Lewe vor allem in der ersten Halbzeit des entscheidenden Relegationsspiels gegen den klassenhöheren TV Memmingen eine richtig gute Leistung.

Zu viele vermeidbare Fehler

„Für ihr Durchschnittsalter hat meine Mannschaft richtig stark gespielt“, sagte Lewe nach der Partie. Lange ging es hin und her, keine Mannschaft konnte sich irgendwann deutlicher absetzen. Wenn es die Memminger doch einmal schafften, sich einen Drei-Tore-Vorsprung zu erwerfen, dann dauerte es nicht lange, und die Mindelheimer waren wieder dran. „Immer, wenn wir dann aber rangekommen sind, haben wir praktisch gleich zwei Fehler gemacht und waren wieder deutlicher hinten“, sagte Lewe. Bitter war vor allem der vergebene Siebenmeter von Maximilian Moser unmittelbar vor der Halbzeit. Statt auf 15:16 aus Mindelheimer Sicht zu verkürzen, hieß es nach dem Gegenzug und dem Tor des Ex-Mindelheimers Jan Krausko nach 30 Minuten 17:14 für die Hausherren. „Wir waren in manchen Szenen auch einfach zu zahm. Das ist sicher auch dem Alter geschuldet, aber daran müssen wir arbeiten: Dass wir in solchen Spielen Zähne und mehr Gegenwehr zeigen“, sagte Lewe.

Zwei schnelle Tore nach dem Seitenwechsel durch Thomas Sailer und Christopher Schories brachten die Mindelheimer, angetrieben von einer lautstarken Fangruppe, wieder heran.

Knackpunkt ist das schwache Überzahlspiel

Knackpunkt der Partie war dann – wie schon im Hinspiel – das schwache Überzahlspiel der Mindelheimer. Als sich die Memminger Björn Walter und Tadeusz Polyfka kurz nacheinander je eine Zwei-Minuten-Strafe erlaubten, blieb die Mannschaft von Stefanie Lewe in dieser vierminütigen Überzahl nicht nur ohne Torerfolg – sogar ein Siebenmeter wurde vergeben –, sondern kassierte auch zwei Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 18:23. „Wir haben es damit selber aus der Hand gegeben“, sagte Lewe. Schon am Freitag vor dem Spiel im Training habe sie das fehlerhafte Überzahlspiel angesprochen, einen Vorwurf an die Mannschaft will sie jedoch keinen machen. „Es war eine wahnsinnige Stimmung in der Halle. Es war einfach so laut, dass du von außen gar nicht verbal eingreifen konntest.“ Nur in der Halbzeit und den Auszeiten sei es möglich gewesen, die Mannschaft an ihre Taktik zu erinnern.

Diesen Fünf-Tore-Vorsprung bauten die Memminger nun in der verbleibenden Zeit etwas aus und brachte dann den sicheren Sieg und damit den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga ins Ziel. Mit 32:26 gewannen die Memminger letztlich das zweite Relegationsspiel.

„Es ist jetzt nicht so, dass ich in Ehrfurcht erstarre, was Memmingen gezeigt hat. Aber man muss es anerkennen, dass sie unsere Fehler eiskalt ausgenutzt und in den wichtigen Phasen cleverer gespielt haben. Deswegen haben sie die Relegation auch verdient für sich entschieden“, sagte Stefanie Lewe.

Die Mannschaft bleibt zusammen

Trotz der zweiten negativen Relegationserfahrung in Folge – im vergangenen Jahr waren die Mindelheimer ja aufgrund der Niederlagen gegen den TSV Herrsching 2 aus der Bezirksoberliga abgestiegen – konnte die Mannschaft nach dem letzten Pflichtspiel auf eine gelungene Saison 2017/18 anstoßen. Der unmittelbare Wiederaufstieg war von vornherein keine Pflicht, schließlich steckt die Mannschaft im Umbruch. Dieser wird zur neuen Spielzeit dann wohl endgültig vollzogen, wenn auch Johannes Heimpel und Maximilian Moser ihre Karriere in der ersten Mannschaft beenden. Jetzt haben die Mindelheimer erst einmal Sommerpause, ehe es wieder mit der Vorbereitung auf die neue Saison losgeht. Wann das der Fall sein wird? „Darüber mache ich mir erst morgen meine Gedanken“, sagte Stefanie Lewe. Das neue Saisonziel aber hat die Trainerin des TSV Mindelheim bereits im Kopf: „Nächstes Jahr will ich entweder Erster oder Zweiter werden und direkt aufsteigen“, sagte sie lachend. „Denn noch so eine Relegation mache ich nicht mehr mit.“

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