Top-Wintersportler aus Bad Wörishofen

19.12.2015

Mit Schwung in die Weltspitze

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Sebastian Holzmann hat schon mehrfach angedeutet, was in ihm steckt. Nun will er versuchen, sich einen Platz als fester Bestandteil der Weltcupmannschaft zu erarbeiten. Auf lange Sicht gesehen darf es für den gebürtigen Bad Wörishofer gerne noch mehr sein.
Bild: Hafner

Der gebürtige Bad Wörishofer Sebastian Holzmann ist eine große Nachwuchshoffnung im alpinen Rennsport. Den Deutschen Meistertitel hat er bereits gewonnen. Seine Heimat soll ihm nun beim Sprung in die internationale Elite helfen

Vor dem Rennen hatte er keine Erwartungen. Er sei einfach ganz befreit an die Sache herangegangen. Im Jahr 2013 startete Sebastian Holzmann bei den Deutschen Meisterschaften im Riesenslalom auf der Sutten am Tegernsee. Und gewann. Wahrscheinlich war seine Unbeschwertheit ein wichtiger Aspekt, der ihn an jenem Tag zum Sieg über Kollegen wie Fritz Dopfner verholfen hat, glaubt der 22-Jährige jetzt, gut zwei Jahre später. Dieses eine Rennen hat in seiner Karriere viel verändert, auch wenn es bei weitem nicht der erste Erfolg in seiner Skifahrerkarriere war.

Angefangen hat sein Weg in Bad Wörishofen, auch wenn Sebastian Holzmann sich an seine Kindheit in der Kneippstadt kaum noch erinnern kann. Die skiverliebte Familie zieht es nämlich schon bald nach seiner Geburt nach Oberstdorf, um ihrer Leidenschaft besser nachgehen zu können. Kein Wunder also, dass Sebastian auch schon früh auf eigenen Skiern stand. „Die ersten Wettkämpfe bin ich im Alter von sechs bis acht Jahren gefahren“, erinnert er sich. Dabei sei es damals niemals um die besten Platzierungen gegangen, sondern einfach nur um den Spaß am Sport. „Ich habe aber schon früh bemerkt, dass ich immer etwas schneller war, als meine Freunde“, sagt er. Je älter er wurde, desto mehr Ehrgeiz entwickelte er auch, der Beste zu sein. Dadurch, dass Skifahren ihm so viel Spaß mache, sei es ihm nie schwer gefallen, die notwendige Disziplin für das harte Training aufzubringen.

Der steile Weg nach oben führte ihn dann schon bald in den Deutschen Leistungskader „LG1b“, den sogenannten B-Kader des Nationalteams. In seiner Vita stehen da bereits diverse bayerische und deutsche (Jugend-)Meisterschaften in seinen favorisierten Disziplinen Slalom und Riesenslalom. Kurze Zeit später darf er sich über die Deutsche Meisterschaft freuen. Der entscheidende Schritt in die internationale Spitze ist ihm aber noch nicht ganz gelungen. Drei Weltcupteilnahmen hat er bereits, muss sich um die vier bis fünf Startplätze, die es für deutsche Starter bei den alpinen Wettbewerben gibt, aber vor jedem Wettkampf neu empfehlen. „Wer dann letztendlich dabei ist, wird recht spontan vor dem Rennen von den Trainern entschieden“, erklärt Sebastian Holzmann. Felix Neureuther und Fritz Dopfner seien dabei immer gesetzt, mit den restlichen Teammitgliedern kämpft er in Testläufen auf der Strecke um das Recht auf einen Startplatz.

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Als Mitglied des B-Kaders fährt er also vor allem die Rennen des Europacups, der nicht nur Sprungbrett zur internationalen Spitze sein kann, sondern auch gute Gelegenheit zum Lernen gibt. „Es fahren immer mal wieder Topleute mit und nutzen die Rennen als Vorbereitung auf einen Wettkampf“, sagt er. Da schaue man als junger Fahrer natürlich ganz genau hin.

Bald will er auch einer dieser Spitzenathleten sein, selbst zur internationalen Elite gehören. Sein Karriereplan sieht vor, schon in dieser Saison den endgültigen Sprung in die Weltcupmannschaft zu schaffen. „Große Events wie Olympia sind in Zukunft natürlich ein Ziel für mich“, gibt der 22-Jährige sich zuversichtlich.

Auf dem Weg zur Spitze hat das Talent nun sogar noch zusätzliche Hilfe aus seiner Heimat bekommen. Der Bad Wörishofer Verlag „Holzmann Medien“ hat sich dazu entschlossen, Sebastian Holzmann zu fördern und auf seinem Weg zu begleiten. Und das nicht nur wegen des identischen Namens. „Wir haben bereits Erfahrungen im Sponsoring mit einer Biathletin gemacht und haben gemerkt, dass da einiges zusammen passt“, sagt der Geschäftsführende Verleger, Alexander Holzmann. Nachdem die Biathletin ihre Karriere beendet hatte, machte sich das Unternehmen auf die Suche nach einem neuen Gesicht für die Firma. Schnell fiel der Fokus auf Sebastian Holzmann, dessen Vater Max seit vielen Jahren beim Holzmann Verlag arbeitet. „Wir wussten schon, dass seine Kinder sehr talentiert sind“, erzählt Verleger Alexander Holzmann. Zwei Geschwister hat Sebastian Holzmann, „alle haben schon Medaillen von Juniorenmeisterschaften mit nach Hause gebracht“, erzählt der stolze Vater. Sebastian Holzmann könne für die jungen Mitarbeiter ein gutes Vorbild dafür sein, dass man mit Fleiß und Disziplin viel erreichen kann, sagt Alexander Holzmann. Es scheint in diesem Fall also mehr als nur gut zu passen. Wenn es nach den Beteiligten geht, soll der Slalomspezialist möglichst viele Jahre seine Lieblingsstrecken in Kitzbühel und Schladming mit dem Logo des Verlags auf dem Helm nach unten kurven.

Dass der 22-Jährige nun durch die Partnerschaft öfter mal wieder in der alten Heimat sein dürfte, wird bestimmt auch seine Großeltern freuen, die nach wie vor in Bad Wörishofen leben. Besucht hat er sie schon immer gerne.

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