Ski Alpin

26.11.2017

Schutz für den Namensvetter

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Beim Weltcup-Auftakt im finnischen Levi verpasste Sebastian Holzmann im Slalom die Top-30 nur knapp. Dem Unterallgäuer Skirennläufer fehlten nach dem ersten Durchgang nur 18 Hundertstel Sekunden, um sich für den zweiten Durchgang zu qualifizieren.
Bild: imago

Skirennläufer Sebastian Holzmann will unter die Top-30 der Welt fahren. Seinen neuen Helm designten Mitarbeiter seines Sponsors in Bad Wörishofen.

Weltspitze ist nur wenige Sekunden entfernt – und Sebastian Holzmann (24) möchte genau dorthin. Beim Weltcup-Auftakt im finnischen Levi verpasste er eine Top 30-Platzierung nur knapp. „18 Hundertstel haben gefehlt“, drückt es der Sportsoldat nüchtern in Zahlen aus.

Kleine Fehler und etwas Aufregung beim ersten Rennen bedeuteten einerseits zwar einen verpassten zweiten Durchgang, andererseits aber mit Startplatz 31 oder 32 eine gute Ausgangsposition, um das Projekt Top 30 ins Visier zu nehmen. „Oben wird die Luft dünner. Das sind ja auch keine Haubentaucher“, ist sich Holzmann bewusst. Doch in drei Weltcup-Jahren hat er sich bereits von Platz 70 der Weltrangliste auf Platz 59 und nun auf 31 vorgekämpft.

Optisch fest frierende Eiszapfen

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Etliche Daumen sind in Bad Wörishofen für den gebürtigen Unterallgäuer fest gedrückt – vor allem die der Mitarbeiter seines Sponsors, Holzmann Medien. Die Namensgleichheit ist übrigens zufällig.

Verleger Alexander Holzmann überreichte dem Skirennläufer den neuen Karbonhelm mit den besten Wünschen. Einige Mitarbeiter hatten Ideen für das Design eingebracht: Eiszapfen, die durch die Geschwindigkeit optisch festfrieren. Redakteurin Daniela Lorenz begleitete den Helm sogar in einer Reportage für die Deutsche Handwerkszeitung bei seinem Werdegang: Karbon, Klarlack, Handwerkskunst und Hightech sollen Sebastian Holzmann bei den kommenden Rennen stilsicher schützen.

Und auf diese Rennen ist Sebastian Holzmann gut vorbereitet. Einen Großteil des Sommerhalbjahrs hat er im Kraftraum des Olympiastützpunkts in Oberstdorf, in Trainingshallen und auf Sportplätzen verbracht, unter strenger Beobachtung von Trainern und Sportmedizinern. Das Sommertraining stand nämlich unter dem Arbeitstitel Ausdauer und „Hypertrophie“, was so viel bedeutet wie Muskeldickenwachstum. Und dies bedeutet auf Weltcup-Level zu gleichen Teilen Sport und Wissenschaft. Körperscan, Blutwerte und Lungenvolumen entscheiden über Gewichte und Trainingsintensitäten.

Auch ein Nutellabrot ist drin

Diese leistungsdiagnostischen Untersuchungen werden an der TU München durchgeführt und zeigen regelmäßig, ob sich die Muskeldicke an den Trainingsplan angepasst hat - ansonsten wird nachjustiert. Das weitere „Wachstum“ haben die Sportler übrigens selbst im Griff. Einen strengen Ernährungsplan gibt es nicht. Nur während der gemeinsamen Trainingseinheiten bestimmen die Trainer, was auf den Tisch kommt. Sonst darf es auch gerne ein Nutellabrot oder ein deftiger Schweinsbraten sein. Das ist wohl der entscheidende Unterschied zu den Skispringern, die „extrem gewichtsabhängig“ seien, so Holzmann. Im Skirennsport hingegen bedeute Gewicht, gleich Masse, gleich Geschwindigkeit. Und so könne man nach rund viereinhalb kräftezehrenden Stunden Sport pro Tag auch mal eine große Portion nachnehmen.

Die nächsten Rennen stehen in Schweden an

Für die perfekte Kraftübertragung auf der Piste – die für die Wettkämpfe übrigens extra vereist wird – tragen die Rennläufer speziell angefertigte Skischuhe. Der Innenschuh wird geschäumt, damit er extra fest sitzt: „Da ist kein Millimeter Spiel. Im Skilift machen wir erstmal die Schnallen auf“, erzählt Holzmann aus der Praxis. Schon seit August steckt er wieder regelmäßig in den Skischuhen. Da begann das Wintertraining für den Läufer des B-Kaders des Deutschen Skiverbandes (DSV) an einem norwegischen Fjord. Seit Sonntag ist er zum Slalom- und Riesenslalomtraining in Österreich, danach geht es zum Europacup-Auftakt nach Schweden und anschließend nach Val d‘Isère.

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