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Fußball-Bezirksliga

16.09.2013

„Solche Spiele muss  ein Spitzenreiter erst mal gewinnen“

Mit zwei Treffern entschied der quirlige Philipp Siegwart (rechts) das Spiel gegen Bobingen, profitierte dabei aber auch von groben Abwehrschnitzern.
Bild: arc/ewö

Dank eines 3:1-Sieges beim TSV Bobingen verteidigt der TSV Mindelheim seine Tabellenführung. Philipp Siegwart trifft doppelt

 Siege sind immer gut, doch manchmal fühlt sich ein Sieg besonders gut an. Denn auch ein Spitzenteam braucht manchmal das sprichwörtliche „Quäntchen Glück“, um am Ende als strahlender – oder zumindest verschmitzt schmunzelnder – Sieger vom Platz gehen zu können. So war das am Samstag auch für den TSV Mindelheim: Mit einem 3:1-Sieg kehrte das Deli-Team vom Auswärtsspiel in Bobingen zurück. Gut, mit einem Sieg hatten viele Mindelheimer wohl schon gerechnet – dass dieser am Ende mit 3:1 aber doch noch deutlich ausfiel, ließ manchen TSV-Fan erleichtert durchatmen.

Schiedsrichterin im Mittelpunkt

Das Spiel schien schon so gut wie gelaufen, es stand 2:1 für Mindelheim und es gab einige Zuschauer, die diesen Spielstand als durchaus glücklich für den Gast aus Mindelheim bezeichnet hätten. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit vergaben die Hausherren noch zwei hochkarätige Chancen.

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Tobias Deschler verpasste aus kürzester Distanz per Kopf und Cemal Mutlu ging im Strafraum zu Boden: Die Bobinger Zuschauer und Spieler forderten vehement einen Strafstoß, weil sie gesehen haben wollten, dass Mutlu vom Mindelheimer Verteidiger am Trikot gerissen worden sei. Doch Schiedsrichterin Karin Weber verweigerte den Elfmeter und zog sich damit schon wieder den Unmut der Bobinger Fans zu. Die Schiedsrichterin war bei den Hausherren schon in der 1. Halbzeit unangenehm aufgefallen: Sie verweigerte den Bobingern einen Strafstoß, der jedoch auch von den Gastgebern als „Kann-Entscheidung“ eingestuft wurde.

Danach waren die Bobinger aber schnell wieder versöhnt, als Karin Weber die Pfeife zugunsten der Gastgeber stecken ließ: Verteidiger Adrian Schlotterer hätte sich nach einer rotwürdigen Notbremse wohl nicht über einen Elfmeterpfiff beschweren können.

Für Mindelheims Trainer Dominik Deli war es ein Sieg, der aus seiner Sicht „nie ernsthaft in Gefahr“ war. Denn sein Team war einmal mehr die spielerisch bessere Mannschaft und überzeugte mit einer klaren Spielidee und der besseren Spielanlage. Während Bobingen tief stand und die Angriffe des TSV Mindelheim auf sich zukommen ließ, agierten die Mindelheimer meist ballsicher und technisch überlegen.

Den zählbaren Unterschied machten dann aber die individuellen Fehler aus, die dem Spitzenreiter aus Mindelheim das Siegen erleichterten: Den ersten von drei Leichtsinnsfehlern machte Murat Calli. Sein missglückter Befreiungsschlag wurde zur perfekten Vorlage für Philipp Siegwart, der mühelos zur Führung einschob.

Vor der Halbzeit hatte Murat Erdöl gleich dreimal den Ausgleich auf dem Fuß, aber er scheiterte an den starken Paraden von Lukas Ploß.

Während sich alle langsam auf den zweiten Durchgang einstellten, gab es das zweite Bobinger Geschenk: Eduard Kiefel verlor den Ball bei einem leichtsinnigen Dribbling und Schlotterer konnte den Schuss von Philipp Siegwart nicht parieren.

In der zweiten Hälfte plätscherte das dann laut TSV-Coach Deli „durchschnittliche Spiel“ so dahin und Bobingen nutzte die aufkeimende Unkonzentriertheit der Mindelheimer zum Gegentreffer: Erdöl nahm es bei einem Solo mit der halben Gästemannschaft auf und verkürzte auf 1:2 (53.).

In der Schlussphase versuchte Bobingen, den Druck zu erhöhen und hatte tatsächlich noch zwei gute Möglichkeiten, die aber ohne zählbaren Erfolg verpufften. Während sich dann die Bobinger noch über den nicht gegebenen Elfer ärgerten, schalteten die Gäste aus Mindelheim gedankenschnell um und in der Nachspielzeit gelang Florian Siegwart der alles entscheidende Treffer. Für TSV-Trainer Deli war das ein Sieg, wie er für einen Spitzenreiter häufiger vorkommt: Aus einem durchschnittlichen Spiel die maximale Punktausbeute zu holen – das klappt eben oft nur dann, wenn ein Team in der Tabelle oben steht. Dass es für Mannschaften im Abstiegsstrudel durchaus auch umgekehrt laufen kann, das hat in Mindelheim mit Blick auf den bitteren Abstieg in der Vorsaison bestimmt noch keiner vergessen. Delis Fazit: „Solche Spiele muss auch ein Spitzenreiter erst mal gewinnen“. Sprach’s – und fuhr mit drei Punkten (und einem verschmitzten Lächeln) zurück nach Mindelheim.

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