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Tussenhausen

16.06.2019

Tipps vom Profi: So skatet man ohne Stürze

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4 Bilder
Patrick Stimpfle aus Tussenhausen gehört zu den besten Inline-Alpin-Fahrern Deutschlands. Er weiß genau, worauf es beim Inlineskaten ankommt und welche Ausrüstung man benötigt.
Bild: Max Kramer

Sonne, Ferien, geteerte Wege: Inlineskaten liegt wieder im Trend, kann aber auch sehr gefährlich sein. Patrick Stimpfle aus Tussenhausen verrät, wie man sicher ist.

Nur schnell die Schuhe anziehen und ab geht die Post: Inlineskaten liegt wieder voll im Trend – doch so viel Spaß der Sport auf Rädern macht, so gefährlich kann er auch sein. Patrick Stimpfle aus Tussenhausen ist einer der besten Inline-Alpine-Fahrer Deutschlands. Der Experte gibt Tipps, wie man sicher durch den Sommer rollt – und wie tief man für die richtige Ausrüstung in die Tasche greifen muss.

Ausrüstung

Inlineskates Die Palette an passenden Schuhen ist groß. „Es gibt hunderttausend Variationen“, sagt Stimpfle. In der Regel bekomme man in den meisten herkömmlichen Geschäften ab 150 Euro gute Schuhe. Besonders jedoch empfiehlt Stimpfle Carbon-Schuhe – sie sind extrem leicht, gleichzeitig aber auch stabil. Von Plastik-Schienen rät der Experte dagegen ab – genau, wie von zu kleinen Rollen. „Die Rollen sollten mindestens 90 Millimeter Durchmesser haben, eher noch 100 oder 110.“ Der Grund: Sind die Rollen größer, muss man sich weniger anstrengen, um in Schwung zu kommen und zu bleiben. Auch können die Rollen aus unterschiedlich hartem Material sein. Generell sollte man eher zu härteren Rollen greifen, so Stimpfle.

Helm „Knie und Ellenbogen wachsen nach – der Kopf nicht“, sagt Stimpfle und erzählt von einem Unfall, bei den er mit einem Auto zusammenstieß. „Mein Helm war danach komplett zerbrochen. Wer weiß, was da sonst hätte passieren können.“ Ein guter Fahrradhelm (zwischen 50 und 60 Euro) reicht, um gut geschützt zu sein. „Leider verzichten viele auf einen Helm, weil sie finden, dass er uncool aussieht. Aber das ist natürlich Schwachsinn.“

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Handschutz Stürze gehören zum Inlineskaten wie die Skates selbst – meistens landet man dabei zuerst auf den Händen. Damit auch diese einen unsanften Kontakt mit dem Boden schadlos überstehen, empfiehlt Stimpfle klassische Fahrradhandschuhe. „Für den Alltag reichen die in der Regel. Von einem einfachen Handgelenkschutz rate ich dagegen ab, weil durch ihn der ganze Arm unbeweglich ist. Dadurch kommt es bei Stürzen einfach schnell zu Brüchen.“ Gute Fahrradhandschuhe gibt es zwischen 20 und 40 Euro.

Brille Zwar kein absolutes Muss, aber trotzdem empfehlenswert sind spezielle Sportbrillen. „Das ist wie beim Fahrradfahren“, sagt Stimpfle. „Wenn ich schneller unterwegs bin, kommen leicht einmal Fliegen ins Auge. Das kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch gefährlich werden.“ Genauso könne es passieren, dass über einen Vordermann kleine Kieselsteine durch die Luft geschleudert werden. „Da ist es besser, wenn man geschützt ist“, so Stimpfle.

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Protektoren Hier empfiehlt der Inline-Experte Protektoren, die man strumpfartig über die Gelenke ziehen kann. „Diese Protektoren verrutschen nicht und sind deshalb an der richtigen Stelle, wenn man stürzt“, erklärt Stimpfle, der von den klassischen Plastikschonern eher abrät. Gute Schoner kosten 30 Euro aufwärts.

Socken Ja, auch die richtigen Socken können Unheil abwenden. Zwar nicht unbedingt bei einem Sturz, aber immerhin beim Fahren. „Viele bekommen schnell Blasen, weil sie im Schuh ein bisschen hin- und her rutschen. Speziell gepolsterte Skate-Socken können da Abhilfe schaffen“, sagt Stimpfle. Ein Paar kostet etwa 25 Euro. Als Alternative funktionieren aber auch dickere Alltagssocken.

Während der Fahrt

Straße Ein Grundsatz müsse allen Inline-Fahrern bewusst sein: „Wir sind immer der schwächere Verkehrsteilnehmer“, sagt Stimpfle. Gerade deshalb solle man größere Straßen auf jeden Fall meiden und auf Fahrrad- oder notfalls auch Fußgängerwege ausweichen.

Berge Bremsen im Gefälle ist meist schwierig. „Der Bremsweg ist entweder 20, 30 Meter lang, oder ganz kurz – nämlich dann, wenn man stürzt“, sagt Stimpfle. Umso wichtiger sei es, die Fahrt bei Steigungen zu üben, am besten in speziellen Kursen. Fahre man doch einen Berg herunter, dürfe man kein überstürztes Bremsmanöver beginnen. Wichtig sei dann, stabil auf den Rädern zu bleiben.

Falltechnik Regel Nummer eins: nach vorne fallen, nicht nach hinten! „Das ist zwar der Impuls bei den meisten. Genau dadurch aber kommt es leichter zu Brüchen, weil das Handgelenk nach hinten nicht stabil ist“, erklärt Patrick Stimpfle. Um richtig zu fallen, empfiehlt der Experte in Wiesen zu üben.

Regen Ihre Fahrweise müssen Inlineskater bei Regen nicht verändern, sagt Stimpfle. „Einzig die Geschwindigkeit muss man anpassen.“

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