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Schießen

30.01.2020

Zwei Schützen aus Dirlewang und Dillishausen greifen nach dem Titel

Michaela Kögel und Florian Krumm trainierten Anfang der Woche noch einmal gemeinsam im Schützenheim in Mindelau. Ab morgen schießen die beiden für den SV Pfeil Vöhringen im Bundesligafinale um die deutsche Meisterschaft.
Bild: Axel Schmidt

Plus Regelmäßig trainieren Michaela Kögel und Florian Krumm am Schießstand in Mindelau. Auch in der Woche vor dem vielleicht größten Erfolg ihrer Karriere.

Von Nervosität ist an jenem Montagabend weder bei Michaela Kögel (26) noch bei Florian Krumm (33) viel zu spüren. Dabei stehen die beiden Luftgewehrschützen womöglich vor dem größten Erfolg ihrer Karriere. Denn am Wochenende treten sie mit ihren Mannschaftskollegen vom SV Pfeil Vöhringen im Bundesligafinale an und schießen um die deutsche Meisterschaft.

Im Bürgerhaus in Mindelau sind die beiden Ausnahmeschützen regelmäßig zu Gast. Wegen des elektronischen Schießstands und der kurzen Wege trainieren die in Dillishausen wohnende Michaela Kögel und der Dirlewanger Florian Krumm hier gerne – und sind auch gern gesehen. „Wir fühlen uns hier auch richtig wohl“, sagt Florian Krumm, der dankbar für diese Trainingsmöglichkeit ist. Denn: „Wir sind ja keine Profis und haben nicht die Möglichkeiten, wie etwa Schützen bei der Bundeswehr oder der Polizei.“

Vor zwei Jahren standen sie schon einmal im Finale

Dennoch haben Kögel und Krumm aus den vorhandenen Möglichkeiten das Beste gemacht. Seit einigen Jahren schießen sie gemeinsam für den SV Pfeil Vöhringen in der Bundesliga Süd. Vor zwei Jahren standen sie schon einmal, als Aufsteiger, im Bundesligafinale. In Paderborn wurden die Vöhringer am Ende Dritter.

Zwei Schützen aus Dirlewang und Dillishausen greifen nach dem Titel
Frauenpower bei Pfeil Vöhringen: Auch Luftgewehrschützin Michaela Kögel geht nach einem Jahr Babypause wieder in der Bundesliga an die Stände.
Bild: Stefan Kümmritz

Ob dieses Ergebnis diesmal getoppt werden kann? Die Ergebnisse aus der Bundesligasaison sprechen dafür. Ohne einen einzigen Punktverlust marschierten die Vöhringer durch die Süd-Gruppe und qualifizierten sich als Süd-Meister für das Finalschießen in Rotenburg a. d. Fulda. „Wir haben nur sieben Einzelpunkte abgegeben“, sagt Michaela Kögel, die während der Saison mit einer 400er-Serie ein Weltklasse-Ergebnis erzielt hatte. „Egal, wie es am Wochenende ausgeht: Es war eine Top-Saison für uns“, sagt sie. Entsprechend unaufgeregt gehen die beiden diesen Wettkampf der besten acht Luftgewehrmannschaften Deutschlands an.

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Mit den Gegner beschäftigen sie sich nicht

Mit den Gegnern, die in Rotenburg auf sie warten, beschäftigen sie sich nicht. „Unser Trainer schaut schon, wie die Gegner so aufgestellt sind. Aber selbst mache ich mir da keine Gedanken“, sagt Michaela Kögel. „Umso mehr man über seinen Gegner weiß, umso mehr verkopft man sich im Wettkampf“, fügt Florian Krumm hinzu.

Florian Krumm behielt gegen Fürth die Nerven und holte den entscheidenden dritten Punkt für Vöhringen.
Bild: Stefan Kümmritz

Im ersten Wettkampf am Samstag ab 9 Uhr wartet die SB Freiheit. „Ich weiß nicht mal, wo die herkommen“, sagt Kögel und lacht. Nun: Die Schützenbrüderschaft Freiheit kommt aus Osterode am Harz und schloss die Nord-Gruppe als Vierter ab. Doch die Gruppenplatzierung sei nicht unbedingt aussagekräftig, weiß Krumm: „Die Nord-Teams sind extrem stark. Der Nord-Meister Kevelaer ist vom Ringschnitt besser als wir.“ Und auch bei der SB Freiheit fielen in dieser Saison schon zwei Mal die 400 Ringe.

„Wenn wir Pech haben, dann ist unser erster Wettkampf am Samstag auch gleichzeitig der letzte“, sagt Florian Krumm. Doch daran verschwenden die beiden keinen Gedanken. Schließlich ist Michaela Kögel mit einem Schnitt von 397 Ringen hinter der Inderin Elavenil Valarivan (399 Ringe) zweitbeste Vöhringer Schützin. Florian Krumm kommt zwar „nur“ auf knapp 393 Ringe im Schnitt, hat aber in dieser Saison noch keinen Wettkampf verloren.

Die mentale Stärke ist wichtig

„Die mentale Stärke ist das Wichtigste“, sagt Michaela Kögel. Schließlich wird das Bundesligafinale nicht im stillen Kämmerlein ausgeschossen, sondern in einer Halle, in der die Stimmung durchaus mit der bei der Darts-WM vergleichbar ist. „Man tritt da vor einem großen Publikum an“, sagt Kögel.

Unter den Zuschauern werden auch Familie und Freunde der beiden Schützen sitzen und die Daumen drücken. Sollten die Vöhringer den ersten Wettkampf gewinnen, wartet im Halbfinale (Samstag ab 16 Uhr) der Sieger des Wettkampfes zwischen der SSG Dynamit Fürth und der SSV St. Hubertus Elsen aus Paderborn. Am Sonntag stünde dann im besten Falle das Finale an. Was im Falle des ganz großen Triumphs passiert, wissen die beiden noch nicht, sind sich aber sicher: „Da lässt sich unser Teammanager sicher etwas einfallen. Er ist immer sehr impulsiv dabei.“

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