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Eishockey
08.01.2022

Filmen, auch wenn das Podium wackelt

Alles im Blick: Die Kameramänner des ESV Kaufbeuren sollen in der Erdgas Schwaben Arena aber vor allem die Eisfläche und die Spieler darauf einfangen, wie hier in der Partie gegen Selb.
Foto: Mathias Wild

Der ESV Kaufbeuren hat seine Berichterstattung für das Fernsehen professionalisiert. Ehrenamtliche Kameramänner senden schon eine Stunde vor dem ersten Bully Bilder aus der Erdgas Schwaben Arena.

Sie sind von Beruf Bäcker, Soldat oder Personalsachbearbeiter, doch wenn der ESV Kaufbeuren am Wochenende seine Heimspiele in der Erdgas Schwaben Arena austrägt, stehen sie hinter einer der Übertragungskameras und bringen die Bilder direkt ins Wohnzimmer. Dass durch den aktuellen Stadion-Lockdown deutlich mehr Zuschauer die Spiele via Sprade TV im Fernsehen ansehen, macht für das Medien-Team des ESV Kaufbeuren in ihrer Arbeit keinen Unterschied. „Wir wollen natürlich immer gute Bildqualität liefern und versuchen, unser Bestes zu geben“, sagt Pit Kustermann, der schon seit 1989 für den ESVK hinter der Kamera steht.

Abenteuerliche Arbeitsbedingungen im alten Stadion des ESV Kaufbeuren

Eigentlich wollte der 50-Jährige damals beim Bankdienst anheuern, doch noch zu Zeiten der ehemaligen Eishockey-Bundesliga hatte ihm der damalige Betreuer Peter „PeWa“ Werner eine Kamera mit der guten alten VHS-Kassette in die Hand gedrückt, um das Spiel zu filmen. „Zu dieser Zeit fing das so an, dass man für die Spielanalyse auch die Videoaufnahmen mit ausgewertet hat. Später hatte man auch dem Gegner stets eine Kopie davon mit auf den Heimweg gegeben“, erinnert sich Kustermann an seine ersten Erfahrungen mit den damaligen Aufnahmen.

Dabei waren die Arbeitsbedingungen dazu im alten Stadion schon noch recht abenteuerlich. „Wir standen damals auf einem Holzpodest mitten im Zuschauerbereich und mussten uns anfangs mit den Fans erst einmal arrangieren, denn durch unsere Position war natürlich deren Sichtfenster auch etwas eingeschränkt. Zudem geriet bei einem Jubel auf den Rängen schon mal unser Podium ins Wackeln“, erzählt Kustermann heute mit einem Schmunzeln im Gesicht. Mit dem neuen Stadion, aber auch durch die Vermarktung von Sprade TV haben die Übertragungen eine ganz andere Qualität bekommen.

„Der Verein hat in den vergangenen Jahren rund 35.000 Euro an neuer Technik ausgegeben“, beziffert Pressechef Phil Bader die Investitionen, die ausschließlich an den Klubs hängen bleibt. Zudem müssen die Vereine an den Spieltagen natürlich ein entsprechendes Medienteam zur Verfügung stellen, damit von den verschiedenen Kamerapositionen bis hin zu Regie alles besetzt ist. „Learning by doing“ heißt es dabei für die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die jedoch versuchen, Woche für Woche ihr Bestes zu geben. „Wir sind in der Bewertung von Sprade TV schon bei den führenden Standorten, doch natürlich sind wir für konstruktive Kritik immer offen“, sagt Kustermann, der als Verantwortlicher dafür an jedem Spieltag zwei Führungskameras und zusätzlich zwei neue Kameras im Grabenbereich zu besetzen hat.

Grundsätzlich beginnt der Arbeitstag rund 90 Minute vor Spielbeginn mit dem Aufbau, denn vom Anbieter ist die Vorgabe, dass eine Stunde vor dem ersten Bully die ersten Bilder zu sehen sind. „Sprade TV erwartet bei der Kameraführung in erster Linie viel Eisfläche, wenig Tribünenansicht und die Spieler dabei größtmöglich einzufangen“, sagt Ralf Spanghel, der auch schon einige Jahre mit dabei ist.

Welche Bilder dann jeweils gesendet werden, liegt in Händen der Regie, die mit Sebastian Girstenbreu und Phil Bader besetzt ist.

Kam es im alten Stadion immer wieder mal wegen eines Kabelbruchs zu technischen Problemen, gehört dies in der Erdgas Schwaben Arena der Vergangenheit an. Während die Spieler nach der Partie bereits unter der Dusche stehen, muss selbstverständlich die Technik wieder gut verstaut werden, damit man am nächsten Spieltag wieder funktionsfähig starten kann. „Da hat man schon noch einmal knapp eine Stunde zu tun, doch dann freut man sich auch noch auf ein Bier zusammen mit dem Team zum Feierabend“, erzählt Kustermann über seinen Arbeitstag im Stadion.

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