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Unterallgäu: Einbürgerung: Wie läuft es im Landkreis Unterallgäu?

Unterallgäu

Einbürgerung: Wie läuft es im Landkreis Unterallgäu?

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    Das neue Gesetz sieht vor, dass Zuwanderer bereits nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland Staatsbürger werden können, vorausgesetzt sie können ihren Lebensunterhalt ohne staatliche Hilfe bestreiten.
    Das neue Gesetz sieht vor, dass Zuwanderer bereits nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland Staatsbürger werden können, vorausgesetzt sie können ihren Lebensunterhalt ohne staatliche Hilfe bestreiten. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez, dpa (Symbolbild)

    Seit Ende vergangenen Monats ist die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts in Kraft. Sie soll Personen mit ausländischer Herkunft den Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft erleichtern und erlaubt außerdem die doppelte Staatsbürgerschaft. Schon vor Inkrafttreten des Gesetzes gab es laut Landratsamt Unterallgäu mehr Anträge auf die Einbürgerung.

    Der Trend im Landkreis ist auch ein bayernweiter. Im Freistaat wurden 2023 mehr als 36.000 Menschen eingebürgert, nach rund 28.000 Einbürgerungen im Jahr zuvor. In den ersten vier Monaten dieses Jahres gab es im Freistaat rund 14.500 Einbürgerungen. Eine Ursache für die gestiegene Nachfrage ist laut Innenministerium die hohe Zahl von Flüchtlingen seit 2015.

    2024 wurden bisher 208 Personen eingebürgert

    Im Unterallgäu wurden dieses Jahr bis zum 7. Juli 208 Personen eingebürgert. Anträge auf Einbürgerungen gingen bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt 339 ein. Abgelehnt wurde in diesem Jahr niemand, allerdings haben insgesamt sechs Personen ihren Antrag zurückgezogen, weil sie die Anforderungen nicht erfüllt hatten. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 280 Personen eingebürgert, in den Jahren davor jeweils 227 und 127 Personen. Eva Büchele, Pressesprecherin des Landratsamtes, geht davon aus, dass sich die Zahlen der Einbürgerung dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppeln werden.

    Aufgrund der gestiegenen Nachfrage werden die beiden Sachbearbeiterinnen im Landratsamt durch eine weitere Person unterstützt. Dennoch hat sich die Wartezeit durch die Reform etwas verlängert. Aktuell dauere das Verfahren ab Antragstellung bis zur Einbürgerung etwa vier Monate, gibt Büchele an.

    Der Antrag auf Einbürgerung kann jetzt schon nach fünf Jahren gestellt werden

    Die meisten eingebürgerten Personen stammen aus Syrien, gefolgt vom Kosovo und Rumänien. Durch die Gesetzesreform können Personen jetzt bereits nach fünf anstatt nach acht Jahren eingebürgert werden. Dennoch müssen sie weiterhin bestimmte Vorgaben erfüllen: So müssen sie zum Beispiel mindestens auf Niveau B1 Deutsch sprechen, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung haben und dürfen nicht von Sozialleistungen abhängig sein. Auch den Einbürgerungstest gibt es weiterhin die Antragstellenden dürfen nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sein. In Ausnahmefällen kann eine Person auch schon nach drei Jahren eingebürgert werden, beispielsweise wenn besonders gute schulische oder berufliche Leistungen vorliegen.

    Alle Nachweise werden mit dem Einbürgerungsantrag beim Landratsamt Unterallgäu eingereicht, wo sie geprüft werden. Danach wird dort die Einbürgerungsurkunde ausgehändigt, mit der dann ein deutscher Personalausweis beim Einwohnermeldeamt beantragt werden kann. (mit LT)

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