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Wertachtal
08.01.2022

Zerstörungswelle sorgt für Entrüstung

Symbolfoto
Foto: Friso Gentsch

Randalierende ziehen zwischen Weihnachten und Neujahr durch Buchloe und Bad Wörishofen und hinterlassen ein Bild der Verwüstung. Was treibt die Täter dazu?

Verbeulte Briefkästen, zerstörte Gartentürchen und beschmierte Oberflächen – das neue Jahr begann für viele Buchloerinnen und Buchloer mit einer unliebsamen Überraschung. Denn in der Silvesternacht zogen randalierende Täter durch die Gennachstadt und hinterließen ein Bild der Verwüstung. Auch in Bad Wörishofen ereigneten sich mehrere Straftaten durch unbekannte Randalierer. Von einem besinnlichen Jahreswechsel konnte keine Rede sein, zumindest nicht für die Beamtinnen und Beamten der Bad Wörishofer Polizeiinspektion und ihrer Kollegen in Buchloe. Eine ganze Reihe von Straftaten hielten die Polizei auf Trab.

Buchloerin ist von der zunehmenden Zerstörungswut entsetzt

„Das ist wirklich traurig und zeugt von einer großen Respektlosigkeit“, sagt Eva Kienzle. „Da wird der Besitz anderer Menschen mutwillig kaputtgemacht.“ Die ehemalige Stadträtin wohnt bereits seit über 40 Jahren in Buchloe. Und dass es auch in der Vergangenheit ähnliche Vorfälle gab, weiß sie. Eine solche Häufigkeit samt massiver Zerstörungswut habe sie aber bislang noch nicht erlebt. „In letzter Zeit spitzt sich die Lage zu. Und oft steckt da auch ein enormer Kraftaufwand dahinter.“ Schließlich schlage man nicht kurz mal im Vorbeigehen eine ganze Gartentür kaputt.

Eva Kienzle

Beim Spazierengehen hat sie die Auswirkungen des Vandalismus dokumentiert. Vor allem den Buchloer Norden habe es hart getroffen. Dort besprühten die Täter eine Brücke über der Gennach mit Graffiti, demolierten Mülleimer, zerbrachen die Bretter eines kleinen Holzstegs und beschädigten besagte Gartentür. „Und das ist nur das, was ich auf meiner kleinen Runde feststellen konnte“, sagt Kienzle. „Im restlichen Stadtgebiet sieht es vermutlich ähnlich aus.“

Dass sie mit dieser Vermutung recht hat, zeigt ein kurzer Blick ins Internet. Über das soziale Netzwerk Facebook teilten Menschen aus Buchloe zahlreiche Bilder von umgetretenen Zäunen, zerbrochenen Verkehrsspiegeln hinterlassenem Müll und Scherbenhaufen. Aber wie kommen die Täter auf die Idee, scheinbar wahllos fremdes Eigentum zu zerstören? Kienzle vermutet, dass ein Zusammenspiel aus Langeweile, Frust über die Corona-Einschränkungen und zu viel Zeit ausschlaggebend dafür sein könnte.

Auch die Polizei ist von der zunehmenden Gewaltbereitschaft überrascht

Polizeihauptkommissar Bernhard Weinberger kann Kienzles Eindruck bestätigen. „Zwischen Weihnachten und Silvester kam es definitiv zu einer Häufung an Sachbeschädigungen“, berichtet der Beamte. Er spricht ebenfalls von einem aktuellen Phänomen; davor sei es jahrelang ziemlich ruhig gewesen.

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Aber was tun, wenn man die Vandalen auf frischer Tat ertappt? Eine allgemeingültige Empfehlung kann Weinberger nicht geben. Schließlich „kommt es immer auf die Situation an“. Sind es viele Täter oder nur einer? Ist man selbst alleine unterwegs oder in einer Gruppe? All dies sind Faktoren, die es zu beachten gelte. In den meisten Fällen biete es sich jedoch an, verdeckt bei der Polizei anzurufen – um Verzögerungen zu vermeiden, am besten unter der Notrufnummer 110 – und die Täter bis zum Eintreffen der Streife im Auge zu behalten, sagt der Polizist.

Wer denkt, dass es ohnehin nichts bringe, die Gesetzesbrecher zu melden, dem versichert Weinberger das Gegenteil. „Es ist nicht unmöglich, die Täter zu erwischen“, sagt er. In der Vergangenheit habe es durchaus schon Ermittlungserfolge gegeben, bei Graffiti könne man beispielsweise einen Lackabgleich durchführen.

Folgt eine Verurteilung, erwartet die Übeltäter in der Regel eine Geldstrafe. Das weiß der Hauptkommissar aus Erfahrung. „Daneben gibt es aber natürlich noch die Schadensersatzansprüche der Geschädigten“, ergänzt er. Und dann werde es oftmals richtig teuer.

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