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Dachdecker brechen Tür auf und retten pflegebedürftigen Mann

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Dachdecker brechen Tür auf und retten einem Mann wohl das Leben

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    Sabit Rexhebi und Ukuf Sisman brechen eine Tür in einer Mindelheimer Wohnung auf und verhindern so eine drohende Rauchvergiftung.
    Sabit Rexhebi und Ukuf Sisman brechen eine Tür in einer Mindelheimer Wohnung auf und verhindern so eine drohende Rauchvergiftung. Foto: Sabit Rexhepi, Ufuk Sisman

    Eigentlich war der Arbeitstag für Sabit Rexhebi und Ufuk Sisman schon fast beendet, als sie plötzlich laute Hilfeschreie hörten. Die beiden reagierten geistesgegenwärtig, verhinderten Schlimmeres und retteten einem pflegebedürftigen Mann wohl das Leben.

    Was war geschehen? Seit drei Wochen arbeitet der 44-jährige Rexhebi gemeinsam mit seinem Kollegen Sisman (45) auf derselben Baustelle in Mindelheim. Die beiden Türkheimer sanierten dort das Dach eines Gebäudes. Am späten Nachmittag kam es ausgerechnet in diesem Haus zu einem Notfall.

    Ungewöhnlicher Arbeitstag auf der Baustelle

    Den Schilderungen der beiden Männer zufolge hatte eine Frau gerade kurz die Wohnung verlassen, um zu einem Nachbarn zu gehen. Ausgerechnet in diesem Moment hatte der Wind die Wohnungstür des Ehepaares zugeschlagen. Das Problem: Zuvor hatte die Frau Milch auf dem Herd erhitzt, der Topf stand immer noch darauf. Mit in der Wohnung: ihr schwerbehinderter und pflegebedürftiger Ehemann, der das Essen nicht selbst vom Herd nehmen oder die Türe öffnen konnte.

    Man mag sich kaum vorstellen, wie sich die Frau in dem Moment gefühlt haben muss, als die Tür ins Schloss fiel und ihr bewusst wurde, dass sie nicht mehr ohne Weiteres in die Wohnung kam. Die beiden Handwerker, die noch auf der Baustelle vor Ort waren, hörten die verzweifelten Hilferufe.

    Mit vereinten Kräften und einem Meißel gelang es Sabit Rexhebi und Ufuk Sisman, die Tür binnen kürzester Zeit aufzubrechen. In der Wohnung fanden sie den Ehemann am Boden liegend auf. Laut den Helfern handelt es sich um einen schwerbehinderten Mann mit Pflegegrad 4. In der Wohnung roch es stark nach Verbranntem. Die beiden Handwerker handelten beherzt, brachten den Ehemann umgehend nach draußen, schalteten die Herdplatte aus und verhinderten so Schlimmeres wie einen Brand und eine Rauchvergiftung des pflegebedürftigen Mannes.

    Zivilcourage in Mindelheim: „Statt zu filmen, lieber helfen“

    Die beiden Lebensretter haben eine klare Botschaft: „Statt das Handy herauszuholen und zu filmen, lieber helfen.“ Rexhebi, der aus dem Kosovo stammt, verweist dabei auch auf die Unterstützung, die Deutschland seinem Heimatland geleistet habe: „Sobald Hilfe benötigt wird, sollte man helfen.“ Das Leben sei schließlich zu schön und zu kurz.

    Der Tag hatte es für die Dachdecker ohnehin in sich: Bereits am Morgen seien Beamte der Kriminalpolizei wegen gestohlener E-Bikes auf der Baustelle gewesen und hätten sie befragt, ob ihnen etwas Auffälliges aufgefallen sei. Am Abend standen sie dann erneut der Polizei zur Seite – dieses Mal als Ersthelfer.

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