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Neu-Ulm/Kosovo

07.04.2021

18 Festnahmen im Kosovo: Neu-Ulmer Polizei hebelt Betrügerbande aus

Mehrere Call-Center, mit denen mutmaßlich Millionen verdient wurden, sind im Kosovo durchsucht worden.
Foto: Polizei, dpa

Spektakulärer Ermittlungserfolg gegen eine internationale Betrügerbande im Kosovo: Die Festgenommenen sollen Anleger aus ganz Europa um Millionen betrogen haben.

Bei einem groß angelegten sogenannten "Action Day" hat ein internationales Ermittler-Netzwerk in der Republik Kosovo 17 Objekte durchsucht und 18 Männer festgenommen. Sie stehen im Verdacht, in den vergangenen Jahren Geldanleger aus ganz Europa um Millionenbeträge betrogen zu haben, so die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in einer gemeinsamen Mitteilung.

An dem Einsatz vergangener Woche waren demnach insgesamt 240 Beamte der kosovarischen Polizei beteiligt. Grundlage hierfür waren aber umfangreiche Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) und der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm.

Die im Kosovo Festgenommenen sind im Alter zwischen 22 und 45 Jahren

Bei den Festgenommenen handelt es sich um Männer im Alter zwischen 22 und 45 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, an betrügerischen Online-Anlage-Plattformen - sogenanntes "Cybertrading" - mitgewirkt zu haben. Sie sollen unter anderem als Call-Center-Mitarbeiter bei deutschsprachigen Geschädigten besonders "erfolgreich" gewesen sein und als sogenannte "Top Broker" gelten. Unter den Festgenommenen sollen aber auch führende Köpfe der Call-Center sein.

So sieht der Arbeitsplatz in einem der durchsuchten Call-Center in der Republik Kosovo aus.
Foto: Polizei

Für drei der Personen hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits im Vorfeld wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs Haftbefehle erwirkt. Jetzt erfolgte die Inhaftierung. Die Männer stammen aus der Republik Kosovo, aus Albanien und aus Deutschland. Nach derzeitigem Sachstand wird seitens der Zentralstelle Cybercrime Bayern auch um die Auslieferung von mindestens sechs der festgenommenen Männer ersucht.

Darüber hinaus wurden in der Republik Kosovo insgesamt 17 Objekte untersucht, darunter sieben Call-Center. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Mit einer Auswertung dessen wurde noch vor Ort begonnen.

Bargeld in Höhe von 160.000 Euro und sieben Fahrzeuge sichergestellt

An den Arbeitsplätzen der Call-Center-Mitarbeiter wurden teilweise detaillierte Anweisungen und Leitfäden für den Kontakt zu den Geschädigten aufgefunden. Bei den Durchsuchungen wurden zudem sieben Fahrzeuge sowie Bargeld in Höhe von circa 160.000 Euro sichergestellt. Im Nachgang wurden außerdem mehrere Konten mit Guthaben in Höhe von rund 700.000 Euro beschlagnahmt.

Diesen Leitfaden fanden Ermittler bei Durchsuchungen im Kosovo am Arbeitsplatz von mutmaßlichen Betrügern.
Foto: Polizei

Zeitgleich kam es in Berlin zu zwei weiteren Durchsuchungen an der Privat- und Geschäftsanschrift eines weiteren mutmaßlichen Mitglieds der internationalen Tätergruppierung.

Der Erfolg dieses "Action Days" in der Republik Kosovo sei maßgeblich auf die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den kosovarischen Ermittlungsbehörden zurückzuführen. Unterstützung hätten die Bamberger und kosovarischen Staatsanwälte sowie die Ermittler aus Neu-Ulm und Pristina vom Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden sowie über das IPA 2019 Projekt "Countering Serious Crime in the Western Balkans" erhalten.

"Die bayerischen Ermittler bedanken sich bei ihren kosovarischen Partnern für die vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit und die Möglichkeit, an den Maßnahmen vor Ort teilnehmen zu dürfen", heißt es in der Mitteilung. "Kriminalität macht vor Grenzen keinen Halt – eine effektive Strafverfolgung setzt deshalb auch grenzüberschreitende Zusammenarbeit voraus." Die Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern und der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm dauern weiter an. (AZ)

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