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Großprojekt

27.11.2018

30 Millionen für die Wilhelmsburg?

Die Kuppe des Ulmer Michelsberges wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts von der Wilhelmsburg, dem Hauptwerk des Ulmer Festungsgürtels, geprägt. Erbaut wurde die schlecht erreichbare Wilhelmsburg von 1842 bis 1849 als Reduit der Zitadelle der Festung Ulm.

Erneut bewirbt sich die Stadt um Fördergelder des Bundes für den Koloss hoch über der Stadt. Ein erstes Konzept zeigt eine mögliche Nutzung des spektakulären Baus auf

Unter dem Slogan „Stürmt die Burg“ wurde Ulms massivstes Bauwerk mit einem vielfältigen Kulturprogramm ins Gedächtnis gerufen. Mehr als 12000 Besucher hat das Programm im Sommer und Herbst auf die Wilhelmsburg gelockt. Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt in die 570 ungenutzten Zimmer. Und die Zukunft der möglicherweise größten Burg Europas soll durch einen weiteren Griff in Fördertöpfe eine glorreiche werden.

Die Stadtverwaltung stellt einen Antrag zum neuen Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, dem jüngst der Bauausschuss des Gemeinderats zustimmte. Gesucht werden herausragende Projekte mit besonderer nationaler wie internationaler Wahrnehmbarkeit, mit hoher fachlicher Qualität, überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder hohem Innovationspotenzial, die beispielgebend sind für die Lösung von drängenden Stadtentwicklungsaufgaben in Deutschland. Die Ulmer Bauverwaltung um Baubürgermeister Tim von Winning hält eine Bewerbung Ulms mit der Wilhelmsburg für aussichtsreich. Schließlich gilt die Burg allein wegen ihrer Größe als einzigartig in der Republik. Insgesamt stellt der Bund 140 Millionen Euro für Projekte von besonderer nationaler Bedeutung und Qualität zur Verfügung.

Das Programm sieht eine Förderung von zwei Dritteln der Kosten vor. Die Bauverwaltung geht in einem im Bauausschuss vorgestellten Förderantrag von 31,2 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Bei einem Zuschlag, den sich Ulm im Juni kommenden Jahres erhofft, würde die Stadtkasse demnach über 20 Millionen Euro für die Entwicklung der Wilhelmsburg überwiesen bekommen. Die Stadt Ulm habe gute Chancen erneut ausgewählt zu werden, da die Maßnahmen, die in den vergangenen drei Jahren mit den Fördergeldern des Bundes in der Wilhelmsburg umgesetzt wurden, laut Sitzungsvorlage „vorbildhaft und fristgerecht“ waren. Vor dem Hintergrund des begehrten 140-Millionen-Topfs, und den anzunehmenden vielen Bewerbungen, hält die Bauverwaltung jedoch eine Einschätzung der Erfolgsaussichten des Ulmer Antrags für nicht möglich. Im Konzept, das Grundlage für den Antrag ist, wird die Zukunft der Wilhelmsburg als ein interdisziplinärer Ort beschrieben, der als eine Art „Denkfabrik“ Wissenschaft, Wirtschaft und Kreativszene nachhaltig miteinander verbindet. Das Konzept setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: Nach dem Baustein eins „Vorbereitung und Projektentwicklung“ (Erstellen einer Machbarkeitsstudie und der Beschäftigung eines Projekteinwicklers) wäre Baustein zwei „Äußere Erschließung und verkehrliche Anbindung“ der weitaus größte Posten: 20,5 Millionen Euro würden etwa der Bau und die Planung eines neuen Eingangsbereiches von der Prittwitzstraße bis zum Kehlturm kosten. Außerdem müssten entweder per Tief- oder Hochgarage Parkplätze geschaffen werden und eine Studie zur sinnvollen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr in Auftrag gegeben werden.

Für Baustein drei „Innere Erschließung und Infrastruktur“ sind 8,2 Millionen Euro vorgesehen, die in das Innenleben der 1842 bis 1849 erbauten Burg, gesteckt werden sollen: Von Toiletten, Beleuchtungskonzept über den Bau von Ateliers, Erstellung eines Energie-Konzepts bis hin zu einem Regenrückhaltebecken. Und in der Nord-Ostflanke des Bauwerks können sich die Macher des Förderantrags eine Kita vorstellen. Als letzten Baustein „Kulturelle Bespielung und Belebung“ sieht der Antrag eine Neuauflage von „Stürmt die Burg“ sowie ein vielfältiges Förderprogramm für Kreativschaffende der Region vor.

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