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Neu-Ulm

28.07.2020

300 neue Wohnungen: Am Allgäuer Ring in Neu-Ulm darf gebaut werden

Auf dem Gelände des früheren Bowling-Centers am Allgäuer Ring in Neu-Ulm entsteht ein Neubau mit 257 Studentenappartements und 54 weiteren Wohnungen. Es befindet sich gegenüber dem bereits bestehenden Studentenwohnheim und dem B&B-Hotel.
Bild: Horst Hörger

Plus Der Stadtrat macht den Weg frei für ein Großprojekt. Der Neubau mit 257 Studentenappartements und weiteren Wohnungen soll auch die Memminger Straße aufwerten.

Am Allgäuer Ring geht’s deutlich in die Höhe: Auf dem Grundstück des früheren Bowling-Centers soll eine bis zu achtgeschossige Wohnanlage gebaut werden. Der Neu-Ulmer Stadtrat hat die Aufstellung des Bebauungsplans für das Großprojekt mit deutlicher Mehrheit (bei zwei Gegenstimmen) beschlossen. In einem Punkt mussten die Stadträte jedoch über ihren Schatten springen.

Das plant das Unternehmen Uni Apart am Allgäuer Ring in Neu-Ulm

Geplant sind insgesamt vier Häuser mit 257 Studentenappartements, 53 Ein- bis Dreizimmerwohnungen sowie eine Fünfzimmerwohnung. Im Erdgeschoss sollen außerdem fünf Gewerbe- und Gastronomieeinheiten mit insgesamt 650 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Die Häuser werden sechs- bis achtgeschossig und daher teilweise mehr als 20 Meter hoch. Die Anlage wird entlang der Ringstraße, der Memminger Straße und der Steubenstraße hochgezogen.

Früher stand auf dem Areal das PX, später das Bowling-Center

Das Grundstück liegt derzeit brach. Noch steht dort das frühere Bowling-Center, das voriges Jahr geschlossen wurde. Es wurde an der Stelle mehr als 20 Jahre lang betrieben. Früher befand sich auf dem Areal das PX, ein Supermarkt für die in Neu-Ulm stationierten Angehörigen der US-Armee.

Bauherrin der neuen Wohnanlage ist das Ingolstädter Unternehmen Uni Apart. Es betreibt bereits ein Studentenwohnheim mit 260 Appartements auf der gegenüberliegenden Seite des Rings, neben dem B&B-Hotel. Das Grundstück habe eine äußerst wichtige Lage für die Stadt, sagte Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger ( CSU). „Ich bin überzeugt, dass wir damit eine positive Auswirkung auf die ganze Memminger Straße bekommen werden.“ Die Studentenwohnheime und der Hotelneubau sollen nach Überzeugung der Verwaltung der Auftakt für die weitere städtebauliche Entwicklung der viel befahrenen Verkehrsachse sein.

Der Knackpunkt in der Diskussion über das Projekt war jedoch ein Beschluss, den der Stadtrat vor wenigen Jahren selbst getroffen hat. Bei privaten Wohnbauvorhaben ab 75 Wohnungen muss demnach ein Anteil von 20 Prozent öffentlich geförderter Wohnungsbau nachgewiesen werden. Für das Projekt von Uni Apart wird über eine Einzelfallentscheidung jedoch eine Ausnahme gemacht. Dafür wurden mehrere Gründe angeführt.

Warum ausnahmsweise keine Sozialwohnungen gebaut werden müssen

Zum einen sieht das Konzept viele Gemeinschaftsbereiche in der Wohnanlage vor, etwa eine Lounge mit Bar, Seminarräume, ein Fitnessstudio und einen Innenhof mit Aufenthaltsbereich für gemeinsame Treffen. Die entsprechenden Betriebskosten sollen auf die Bewohner umgelegt werden, was bei sozialem Wohnungsbau nicht möglich sei. Zum anderen werden etwa 190 Stellplätze in einer Tiefgarage untergebracht, um Flächen zu sparen, was aber sehr teuer ist. Unter anderem deshalb, weil Altlasten im Untergrund entsorgt werden müssen. Die Stadt kommt dem Investor daher entgegen, indem sie auf die Klausel mit dem geförderten Wohnungsbau verzichtet – zumal es in der Umgebung bereits viele Sozialwohnungen gibt.

Das sagen Neu-Ulmer Stadträte und Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger

Günter Gillich (FDP) sah diese Ausnahme kritisch: „Was wir uns selber auferlegt haben mit dem sozialen Wohnungsbau, brechen wir mit einer Einzelfallentscheidung. Das verstehe ich nicht.“ Der nächste Investor werde sich darauf berufen. Das fand auch Christina Richtmann (FWG), die dennoch „zähneknirschend zustimmen“ wollte.

Katrin Albsteiger sah das anders: „Wir haben das Heft in der Hand.“ Es habe ja niemand einen Anspruch darauf, dass die Stadt einen Bebauungsplan aufstellt. „Das Signal sollte sein: Wir wollen sozialen Wohnungsbau bei Projekten.“ Das Vorhaben von Uni Apart rechtfertige jedoch eine Ausnahme.

Rudolf Erne (SPD) nannte es „positiv, dass 50 vermietbare Wohnungen auf den Markt kommen, die wir sonst nicht hätten“ und fügte hinzu: „Bei dem Objekt gehört jetzt die Kuh vom Eis.“ Julia Lidl-Böck (CSU) berichtete, dass es in ihrer Fraktion unterschiedliche Ansichten zur Höhe der Anlage gegeben habe: „In der Diskussion hat sich ergeben, dass die Bebauung hier reinpasst.“ Es sei gerechtfertigt, an dieser Stelle acht Geschosse in die Höhe zu gehen. Die CSU-Fraktion begrüße den Bau einer Tiefgarage. Diese sei „für uns ein absolutes Muss“.

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