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Ulm

08.11.2019

40-Millionen-Neubau: Wo Ulmer Wohlstand wächst

Der Rohbau steht. Hier ein Blick auf den Innenhof des Neubaus der Hochschule Ulm am Oberen Eselsberg.
Bild: Oliver Helmstädter

40-Millionen-Euro-Neubau der Hochschule in der Wissenschaftsstadt wird große Bedeutung zugeschrieben.

Was vor zehn Jahren mit der Aktualisierung des Masterplans der Wissenschaftsstadt formuliert wurde, wird langsam Realität: Die Straßenbahn fährt längst auf den Oberen Eselsberg. Im kommenden Jahr kann sie auch am Neubau der Technischen Hochschule Ulm (THU) halten. Knapp 40 Millionen Euro steckt das Land in einen Neubau für den am Donnerstag Richtfest gefeiert wurde. „Die Wissenschaftsstadt ist das Kraftzentrum von Ulm“, sagte OB Gunter Czisch in seiner Ansprache. Und der Umzug eines Teils der THU aus Böfingen auf den Eselsberg, sei ein wichtiger Baustein einer Idee, die die so wichtig wie nie sei. Die vielen Baustellen in Ulm seien Teil eines mühsamen Wegs. „Doch das was hinter rauskommt, ist Prosperität.“

Hochschule Ulm reduziert von bisher drei auf die zwei Standorte

Im Neubau soll die Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik mit den zugehörigen Instituten untergebracht werden. Neben Seminarräumen und einer Bibliothek sind auch hochinstallierte Labore vorgesehen. Der Neubau konzentriert die Unterbringung der Hochschule Ulm von bisher drei auf die zwei Standorte Prittwitzstraße und Oberer Eselsberg. Der Standort Böfingen wird nach Fertigstellung des Neubaus aufgegeben. Die Stadt Ulm beabsichtigt den Grund dort zu kaufen, sagte Czisch. Das marode Gebäude an der Eberhard-Finckh Straße werde vermutlich abgerissen. Was genau die Stadt Ulm dort vor hat, will Czisch nicht verraten. Klar scheint nur, dass es etwa mit dem Thema Bildung zu tun haben wird.

Ein Haus fast wie ein Perpetuum Mobile

Als spannend bezeichnete Czisch den im Rohbau fertiggestellten Campus der THU auf dem Eselsberg, der neue Maßstäbe auf dem Eselsberg setze. „Das ist ja fast schon ein Perpetuum Mobile.“ Eine utopische Maschine, die ohne Energiezufuhr Arbeit leistet ist das Haus nicht ganz. Aber es produziert Energie: Das Gebäude mit seinen 1000 Quadratmetern ist nur eines von sieben bundesweit geförderten Immobilien der Forschungsinitiative des Bundes als Modellprojekt nach dem Effizienzhaus Plus Standard für Bildungsbauten. Und davon sei es auch das größte: Der Standard sieht vor, mehr Energie zu produzieren, als verbraucht wird. Diese Bilanz muss sowohl für den Jahres-Primärenergiebedarf als auch den Jahres-Endenergiebedarf des Gebäudes eingehalten werden. Innovative Lösungsansätze wurden entwickelt, um das Gebäude mit Energie zu versorgen. Das Konzept sieht unter anderem vor, Fotovoltaik mit einer Wärmepumpe zu kombinieren. Der Rektor der THU, Professor Volker Reuter, hob hervor, dass das Gebäude mehr als ein Ersatz für denmaroden Böfinger Standort sei. „Nun wird die THU in der Wissenschaftsstadt richtig sichtbar.“

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Bosch Rexroth in der Nachbarschaft der THU

Die Möglichkeiten zur Kooperation in der Wissenschaftsstadt seien vielfältig und für alle Seiten von Nutzen. Nur einen Steinwurf entfernt etwa, begann wie berichtet Bosch Rexroth jüngst mit einem 20-Millionen-Euro-Erweiterungsbau. Fabriken der Zukunft sollen hier entwickelt werden. „Ein Feld auf dem wir auch aktiv sind“, sagte Reuter. Mit dem Umzug der THU in direkte Nachbarschaft der Universität, Forschungseinrichtungen wie dem Helmholtz-Institut und zu Firmen wie eben Bosch Rexroth oder Daimler, könne die Wissenschaftsstadt ihr volles Potenzial entfalten. Vorhandene Kooperationen – der Hydraulikprüfstand von Bosch Rexroth befindet sich etwa an der THU – könnten vertieft werden. Und neue aufgebaut. Wie OB Czisch betonte würden gerade viele Institute im Bereich Anwendungsforschung in Ulm entstehen, einem Betätigungsfeld der THU.

Eröffnung des Ersatzneubaus soll im Dezember kommenden Jahres sein. Der Standort der THU an der Prittwitzstraße in Ulm bleibt bestehen.

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