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Neu-Ulm

24.10.2016

44 Stände voller Hilfe und Hoffnung

Der „Lebensmittelretter“ Sandro Eiler (rechts) verteilt Obst, Gemüse und Gebäck an die Besucher.
Bild: Andreas Brücken

So viele Teilnehmer wie noch nie präsentieren im Edwin-Scharff-Haus die ganze Bandbreite ehrenamtlicher Möglichkeiten.

Sie packen überall dort an, wo Hilfe gebraucht wird und nehmen dafür keinen einzigen Cent: Die ehrenamtlich Engagierten. Eine Möglichkeit um die ungezählten Helfergruppen, Organisationen und Vereine zu vernetzen bietet die „Ehrenamtmesse“ im Edwin-Scharff-Haus. Zum dritten Mal präsentierten sich die Teilnehmer an 44 Informationsständen. So viele waren es noch nie. Sprecherin und Mitveranstalterin der Messe, Andrada Cretu, will einen Aufwärtstrend beim ehrenamtlichen Engagement festgestellt haben, wie sie sagt. Doch hätte sich der Einsatz der freiwilligen Helfer geändert. Die Menschen seien immer mobiler und zögen schon mal für die Ausbildung, das Studium oder Praktikum in andere Städte, sagt Cretu. Deshalb sei deren Engagement oft auch nur kurzfristig und zeitlich an ein Projekt gebunden. Erst im Rentenalter hätten viele dann die Zeit, sich dauerhaft zu engagieren.

Über mangelnde Helfer kann sich Sandro Eiler am Stand von „Food-sharing“ nicht beklagen. Etwa 50 aktive Helfer sammeln für die Organisation Lebensmittel in Geschäften und Privathaushalten ein, die sonst im Müll landen würden. Auch wenn es nicht genug „Lebensmittelretter“ geben könne, sagt Eiler.

Mit den Tafelläden wollen die Helfer jedoch nicht in Konkurrenz treten: „Wir sammeln nicht dort, wo die Tafel sammelt und verteilen nicht nur an Bezugsberechtigte, sondern an alle, die sich gegen die Verschwendung von Nahrung wenden.“ Ein Spendenkonto gibt es bei den Lebensmittelrettern nicht: „Wir wollen aktive Helfer und keine Schenkkultur.“ Etwas abseits der Besucherströme haben die freiwilligen Feuerwehren ihren Stand aufgebaut. Jens Gruber aus Gerlenhofen ist einer der Feuerwehrleute, die auf der Ehrenamtsmesse über die Arbeit der Retter informieren wollen. Meist seien es technische Fragen, die von den Besuchern gestellt würden, wenn es etwa um Rauchmelder oder Feuerlöscher gehe. Dabei suchen die Feuerwehrleute Nachwuchskräfte im Alter zwischen 25- und 30 Jahren, sagt Gruber: „Neben der Arbeit beim Rettungseinsatz bieten die sieben Löschzüge auch Spaß und Kameradschaft.“ Bei der Nachwuchssuche sind die Verantwortlichen auch neue Wegen gegangen: Mit der Kinderfeuerwehr, bei der Jugendliche schon ab zwölf Jahren mitmachen können, sollen möglichst früh schon Mitglieder für die Rettungsarbeit angeworben werden.

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Eine „Chance auf Bildung“ haben sich die Mitglieder des gleichnamigen Nersinger Vereins auf die Fahnen geschrieben. Der Förderverein möchte allen Kindern in der Gemeinde eine zusätzliche Förderung in Kindergarten, Schulen und Elternhäuser durch individuelle Patenschaften vermitteln. Die Vorsitzende Claudia Clages freut sich über die volle Liste, in der sich die vielen Interessenten eingetragen haben. „Wir suchen Menschen, die gerne für ein- oder mehrere Kinder da sein möchten“, sagt Clages und weiter: „Ob am Vor- oder Nachmittag, mit Kinder oder Jugendlichen - wir bieten für jeden Helfer das passende Angebot.“

Auch Kristina Osurka und Barbara Böck haben sich in die Liste eingetragen. Die beiden Damen sind schon seit vielen Jahren für die Nachbarschafthilfe in Neu-Ulm im Dienst. Auf der Ehrenamtsmesse haben sie tütenweise Informationsmaterial gesammelt. Mit den Nersinger Helfern kommen sie zum Erfahrungsaustausch ins Gespräch. „Wir wollen hier nicht im Wettstreit treten, sondern Gemeinsamkeiten finden, um in Zukunft miteinander arbeiten zu können.“

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