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30.11.2017

500 Euro Strafe statt frischem Obst

Hausfriedensbruch: Rentner verurteilt

Eigentlich wollte der Mann nur Obst in einem großen Kaufhaus in Senden besorgen – doch der Einkauf kommt den 81-Jährigen nun teuer zu stehen. Zu 500 Euro Strafe wurde der Sendener vom Amtsgericht Neu-Ulm verurteilt. Denn der Grieche, der mittlerweile seit 60 Jahren in Deutschland lebt, hatte ein Hausverbot in dem Kaufhaus.

Im Juni dieses Jahres suchte der Mann mehrmals das Geschäft in Senden auf. Die geringe Rente wollte er aufbessern, indem er Pfandflaschen im Container hinter dem Laden sammelte. Ein 32-jähriger Einzelhandelskaufmann beobachtete dies und sprach den Rentner an: „Ich sagte zu ihm, dass er das lassen soll.“ Daraufhin habe der 81-Jährige ihn beleidigt – und der Verkäufer erteilte ihm ein Hausverbot.

Rund zweieinhalb Monate später kam der Angeklagte wieder zu dem Kaufhaus. Er wollte nach eigenen Aussagen nur Obst besorgen. Doch als er die Verkaufsräume betrat, rief der 32-jährige Angestellte die Polizei. Sie erwischte den Rentner, als er gerade aus dem Hintereingang herausgehen wollte.

Der 81-Jährige wurde wegen Hausfriedensbruchs angezeigt – und bereits zu 300 Euro verurteilt. Doch er legte Einspruch ein. Mehrmals wiederholte der Angeklagte vor Richter Thomas Mayer: „Ich habe nichts getan.“ Deswegen habe er auch nicht verstanden, wieso er einen Strafbefehl bekommen habe.

Vor Gericht sagte Mayer zu dem Rentner: „Also ich würde Ihnen raten, den Einspruch zurückzunehmen.“ Denn die Umstände haben sich etwas verändert – nicht zugunsten des 81-Jährigen: In dem neuen Verfahren wurde auch die Rente seiner Ehefrau in die Höhe der Tagessätze eingerechnet. Der Mann auf der Anklagebank hatte merklich Verständigungsprobleme – und blieb bei dem Einspruch. Statt den 35 Tagessätzen in Höhe von 15 Euro, muss der Mann nun 25 Euro pro Tag bezahlen. Das ergibt insgesamt 500 Euro, statt den ursprünglichen 300 Euro. (dp)

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