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10.02.2015

5000 Brillen für Bedürftige in Afrika

Zur Übergabe der Brillen für Afrika kam Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (vordere Reihe, Zweiter von links) ins Ulmer Rathaus. Neben ihm Bürgermeisterin Iris Mann und der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger.
Bild: Alexander Kaya

Ulmer und Neu-Ulmer Politiker haben 5000 gebrauchte Brillen für Menschen in Uganda gesammelt. Entwicklungsminister Gerd Müller sieht die Initiative als Vorbild für andere Städte.

Für viele Menschen in Afrika ist eine Brille unerschwinglich. Der Durchschnittspreis für eine Sehhilfe beträgt dort ungefähr ein Jahresgehalt. Kurz- oder weitsichtige Kinder leiden besonders unter dem Mangel, denn oft werden ihnen dadurch Bildung und eine berufliche Zukunft verbaut. Hilfe für Bedürftige bietet seit Jahren die Aktion „Eine Brille für Afrika“. Jetzt ist die Erfolgsgeschichte um ein weiteres Kapitel reicher. Die Junge Union Pfuhl/Burlafingen, der Ulmer Stadtrat und Augenarzt Hans-Walter Roth ( CDU) sowie Optiker aus der Region sammelten wochenlang gebrauchte Brillen für sehbehinderte Menschen in Afrika. 5000 Stück kamen schließlich zusammen. Sie werden diesmal ins ostafrikanische Uganda geschickt. Zur Übergabe kam am Montag Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ( CSU) ins Ulmer Rathaus.

„Sie helfen, Sie übernehmen Verantwortung“, lobte der Politiker die Initiatoren. „Eine Brille für Afrika“ sei eine großartige Aktion, die nicht nur symbolisch sei, sondern ganz praktisch bedürftigen Menschen helfe. „Ich möchte, dass die Aktion deutschlandweit Nachahmer findet.“ Er könne sich außerdem vorstellen, die Kampagne auf andere Bereiche auszudehnen. Ziel könnten „die faire Stadt Ulm, der faire Landkreis Neu-Ulm“ sein. „Ich komme nächstes Jahr gerne wieder, um Ihnen das Zertifikat zu überreichen.“

Der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) nahm die Anregung gerne an. „Wir werden uns auf den Weg machen“, versprach er im Ulmer Rathaus mit Blick auf den „fairen Kreis“. Die Unterlagen seien bereits vorbereitet. „Wir machen das aus Überzeugung.“ Damit sich eine Stadt oder ein Kreis mit dem „Fair Trade“-Siegel schmücken darf, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Es muss einen Ratsbeschluss geben, eine lokale Steuerungsgruppe wird eingerichtet und es werden beispielsweise in öffentlichen Einrichtungen Produkte aus fairem Handel angeboten. Mehr als 300 Fairtrade-Towns gibt es mittlerweile in Deutschland. Ulm gehört seit vorigem Jahr auch dazu.

Die Aktion „Eine Brille für Afrika“ läuft dagegen schon seit mehr als 30 Jahren. Auch für einheimische Bedürftige wird gesammelt, und ein Kontingent für Flüchtlinge ist diesmal ebenfalls vorgesehen.

„Sehen ist Lebensqualität“, unterstrich Hans-Walter Roth, der vor fünf Jahren zusammen mit anderen Ärzten die Ulmer Armenklinik gegründet hat, die mittellose Patienten kostenlos behandelt. Für Minister Gerd Müller hatte Roth einen Zwicker (eine bügellose Brille) aus dem 19. Jahrhundert als kleines Gastgeschenk parat. Seine wichtigste Botschaft aber lautete: „Wir helfen weiter.“

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