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Immobilien I

19.04.2018

66 umstrittene Wohnungen

Thalfinger Straße II und III Zwei Bebauungspläne mit insgesamt 117 Wohneinheiten hat der Gemeinderat beschlossen.
Bild: Andreas Brücken

Notwendig oder zu viel Beton? Der Bebauungsplan für die Thalfinger Straße hat im Gemeinderat nicht nur Befürworter

Wohnraum ist auch in der Gemeinde Elchingen knapp und teuer. Insgesamt 66 neue Wohneinheiten sollen nun an der Thalfinger Straße entstehen und Angebot und Nachfrage mehr ins Gleichgewicht bringen. Elf Hektar groß ist das vorgesehenen Gelände, auf dem sich derzeit noch Acker und Wiesen befinden. Neben Einfamilien,- Reihen- und Doppelhäusern sollen auch mehrere Mehrfamiliengebäude entstehen. Thomas Häußler, vom beauftragten Planungsbüro erklärte im Bau- und Umweltausschuss, dass man sich bei der Ausarbeitung stoisch und exakt an dem Bebauungsplan orientiert hätte. Die Zufahrt zu den Häusern erfolgt über eine verkehrsberuhigte Ringstraße.

Karin Batke (Unabhängige Freie Wählergemeinschaft Elchingen) brachte wenig Begeisterung für den Vorentwurf auf: Mit einer riesigen Menge Beton soll hier eine große Fläche versiegelt werden, deren Bebauung nicht in das Ortsbild von Elchingen passt.“ Sie vermisse Spielplätze sowie Grün- und Begegnungsflächen. Zynisch fügte die Rätin noch einen Wunsch an die Verantwortlichen hinzu: „Ich hoffe, hier werden seltene Frösche und Mäuse gefunden.“

Tatsächlich sollen im August die Grundstücke untersuchte werden, ob hier Zauneidechsen oder Haselmäuse zu finden sind. Die geschützten Tiere könnten dann einen Baustart erschweren. Bürgermeister Joachim Eisenkolb wollte die Kritik von Batke nicht teilen: „Durch verschiedene Gebäudetypen wurde das Erscheinungsbild aufgelockert.“

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Manfred Bittner von der Elchinger Umweltliste erklärte sich mit den Plänen einverstanden. So sehr auch er sich Grünanlagen und Bolzplätze wünschen würde, müsse man Verständnis für den Investor haben, der im Rahmen der Gesetze Geld mit dieser Wohnanlage verdienen wolle. Bernd Schwerdtfeger (CSU) zeigte seine Anerkennung für den Bauherren, der im westlichen Teil die Gebäudehöhe verringern will: „Ich bin mit dem Entwurf zufrieden.“ Armin Willbold von der Dorfgemeinschaft Oberelchingen erklärte, dass man der Realität ins Auge blicken müsse: „Auch wenn eine schicke Villa für das Ortsbild eine Ideallösung wäre, muss doch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.“ Willbold legte stattdessen, ähnlich wie sein Ratskollege Andreas Mayr (Freie Wähler Elchingen), mehr Wert auf die Gestaltung der Lärmschutzwand, die zur nahegelegenen Bahnlinie gebaut werden soll.

Die Ratsmitglieder stimmten schließlich mit großer Mehrheit für den Bebauungsplan. Bürger sind zum Informationsabend über das Bauvorhaben am Montag, 23 April um 19 Uhr im Konstantin Vidal Haus von der Gemeindeverwaltung eingeladen. (anbr)

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