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Ulm

29.12.2020

70 Jahre HfG in Ulm: So begann die Geschichte der Hochschule für Gestaltung

Das HfG-Archiv auf dem Oberen Kuhberg.
Bild: Dagmar Hub

Plus Die Geschwister-Scholl-Stiftung war Trägerin der Ulmer Hochschule für Gestaltung. Ein Podcast macht die spannende Gründungszeit lebendig.

Geschichten verfestigen sich, wenn Ereignisse lange zurückliegen, und manches weiß man nicht mehr so genau. Briefe können dann von unschätzbarem Wert sein, wenn es darum geht, genau nachzuvollziehen, wie es zu wichtigen Ereignissen kam. Aus Anlass des 70. Jahrestages der Gründung der Geschwister-Scholl-Stiftung im Dezember 1950 gibt es beim (derzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen) Ulmer HfG-Archiv online einen halbstündigen Podcast zum Anhören. Der Titel: „Der Briefwechsel steigert sich ins Unendliche“.

Dieser Titel ist ein Zitat aus einem Brief von Inge Scholl. „... uns soll nichts zu viel sein, die Realisation des Planes zu erreichen“, schrieb Inge Scholl – die Schwester von Hans und Sophie Scholl und ab 1952 Ehefrau des Designers Otl Aicher – 1950 an den Schweizer Designer Max Bill. Das Paar Scholl/Aicher trug sich seit 1949 mit dem Gedanken an die Errichtung einer Hochschule für Gestaltung, deren Grundlage die Verantwortung des Designers für die Gesellschaft sein sollte. Ursprünglich sollte sie „Geschwister-Scholl-Hochschule“ heißen; tatsächlich führte das Projekt dann aber 1953 zur Ulmer Hochschule für Gestaltung, kurz HfG.

HfG Ulm: Hochschule für Gestaltung sollte usprünglich Geschwister-Scholl-Hochschule heißen

Inge Scholl hatte eine Zusage des amerikanischen Hochkommissars John J. McCloy über eine Million Mark – aber auch die Verpflichtung, Spenden und Zuschüsse in gleicher Höhe für das Projekt einzuwerben. Inge Scholl und ihr Umfeld schrieben unzählige Briefe, reisten, telefonierten und gründeten im Dezember 1950 die Geschwister-Scholl-Stiftung als Trägerin der HfG, die auf dem Oberen Kuhberg gebaut wurde.

Zur Gründung schrieb Max Bill im Dezember 1950 aus Zürich, was aus heutiger Sicht wie eine Vorahnung erschien: „Dass die Stiftung nun durch ist, sollte man irgendwie feiern. Dabei könnte es leicht passieren, dass das ganze Stiftungsvermögen flöten ginge.“ 1968 belasteten rund zwei Millionen Mark Schulden die Stiftung. Die Zuschüsse waren vermindert worden, die baden-württembergische Landesregierung wollte die Autonomie der Hochschule auflösen. Nach dem Ende der HfG 1968 gelang es der damaligen Geschwister-Scholl-Stiftung aber, die Schulden abzubauen und die Finanz- und Rechtsverhältnisse zu ordnen. Seit 1986 gibt es die Stiftung HfG, Nachfolgerin der Geschwister-Scholl-Stiftung.

Im halbstündigen Podcast zum Stiftungsjubiläum, den es über die Homepage des HfG-Archivs (hfg-ulm.de) zum Anhören gibt, wird über Auszüge aus Originalbriefen die spannende Zeit der Spendenwerbung lebendig.

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