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AKW-Abfälle: Jetzt müssen Fakten her

Kommentar Von Ronald Hinzpeter
29.01.2019

Die Entscheidung, strahlende Abfälle aus Gundremmingen vorerst aus der Müllverbrennung zu halten, war richtig

redaktion@nuz.de

Seit gut eineinhalb Wochen ist die Aufregung groß, weil in Weißenhorn auch belastete Stoffe aus Gundremmingen landen. Oder besser landeten, denn Landrat Thorsten Freudenberger hat diese Praxis vorerst gestoppt. Doch bei aller Aufregung darf nicht vergessen werden: Es wird kein radioaktiver Sondermüll in Rauch aufgelöst. Das wäre schlicht ungesetzlich. Das fragliche Material enthält entweder gar keine oder nur eine sehr geringe Strahlenbelastung. Die natürliche Strahlung, der wir ausgesetzt sind, liegt wesentlich höher. Kernkraft-Befürworter führen gerne ins Feld, dass jeder Amerika-Reisende sich im Flugzeug einer zehnfach höheren Dosis aussetzt, als sie von freigemessenen Abfällen ausgeht. Insofern ist jede Form von Panikmache unverantwortlich.

AKW-Abfälle: Jetzt muss gründlich untersucht werden

Dennoch hat der Landrat dafür gesorgt, dass vorerst kein Material aus dem AKW Gundremmingen mehr nach Weißenhorn gelangt. Das ist im Prinzip vernünftig, weil damit der größten Aufregung erst mal die Spitze genommen wird und in aller Ruhe daran gegangen werden kann, Fakten festzustellen. Jetzt ist es Zeit, gründlich zu untersuchen, ob sich in und um die Müllverbrennung tatsächlich nennenswerte Radioaktivität feststellen lässt.

Interessant wäre es in diesem Zusammenhang, zu erfahren, wie es in der stillgelegten Burgauer Pyrolyse aussieht, die jahrzehntelang freigemessene Abfälle aus dem Kernkraftwerk verschwelte. Der Betrieb ruht seit 2015. Künftig will dort übrigens eine Privatfirma Holzkohle herstellen – aber das nur am Rande.

Jetzt soll gründlich informiert werden zu den AKW-Abfällen

Am Montag soll endlich mal die Öffentlichkeit umfassend über alle bisher bekannten Details informiert werden. Bei der Pressekonferenz werden nicht nur der Landrat und der kreiseigene Abfallwirtschaftsbetrieb Auskunft geben, anwesend sein werden auch das Landesamt für Umwelt und Vertreter des Kernkraftwerks. Das Landratsamt Günzburg entsendet ebenfalls einen Vertreter, doch Landrat Hubert Hafner lässt sich entschuldigen. Das ist keine so gute Entscheidung angesichts des Unmuts, der im Kreis Neu-Ulm köchelt. Es wäre eine Geste der guten Nachbarschaft gewesen – und es hätte den Erklärungen, welche die Günzburger nun liefern müssen, mehr Gewicht verliehen nach dem Motto: Wir nehmen eure Sorgen ernst. Die sind möglicherweise unbegründet, doch das werden erst die nun anstehenden Untersuchungen zeigen.

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