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Ulm/Neu-Ulm

08.01.2021

Abholservice Click & Collect jetzt erlaubt: Bringt das dem Handel in der Corona-Krise was?

Die Ulmer Fußgängerzone ist in normalen Zeiten ein Magnet.

Plus Click & Collect ist jetzt in Ulm und Neu-Ulm erlaubt. Die Citymanagerin Sandra Walter befürchtet dennoch eine Pleitewelle. Auch der Handelsverband ist pessimistisch.

Die Landesregierungen von Bayern und Baden-Württemberg haben sich dazu entschieden Abholangebote im Handel wieder zu erlauben. In Ulm gilt die Regelung ab Montag, 11. Januar, im Kreis Neu-Ulm erst ab dem kommenden Mittwoch.

Die Corona-Verordnungen der Regierungen werden dazu so angepasst, dass der „Click & Collect-Service“ wieder möglich ist. Kunden können so also im Internet oder per Telefon Ware bei einem Einzelhändler bestellen, einen Abholtermin vereinbaren und die Ware selbst abholen. Baden-Württemberg hatte dies wegen des zu erwartenden großen Andrangs in der Weihnachtszeit untersagt.

Aegis Buchhandlung in Ulm klagte vor Weihnachten

Als überfällig bezeichnete der Ulmer Stadtrat Thomas Kienle ( CDU) den Schritt. „Wir hatten uns bereits im Dezember für ein Click-and-Collect System für den Handel eingesetzt“, so der Anwalt. Mit den neuen Beschlüssen sei das unverhältnismäßige Sonderopfer, das dem Handel auferlegt wurde, korrigiert und abgeschwächt worden. Diese Beschlüsse geben im Nachhinein auch Buchhändlern, wie Rasmus Schöll recht, der mit seinem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung, seinen Pick-up Wagen in der Hafengasse offen halten zu dürfen, noch kürzlich vor der Verwaltungsgerichtsbarkeit gescheitert war.

Ein Eilantrag der Aegis Buchhandlung gegen ein Abhol-Verbot während des Shutdown wurde am Montag vor Heiligabend vom Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim abgelehnt. Das Argument von Schöll: Das Abhol-Verbot sei nicht verhältnismäßig, da die Nachteile für die Buchhandlung erheblich seien und das vom Verordnungsgeber angestrebte Ziel, Menschenansammlungen zu vermeiden, nicht erreicht werde.

Kienle nun zu Schölls verspätetem Erfolg: „Ich freue mich sehr für den Handel und die Buchhändler, die nun mit findigen Konzepten coronakonformen Dienst an der Bevölkerung tun können.“

Katastrophale Stimmung im Ulmer Einzelhandel

Von einer „katastrophalen Stimmung“ im Ulmer Einzelhandel spricht Sandra Walter, die Ulmer Citymanagerin. Vor diesem Hintergrund sei die kommende Wiederzulassung des Abholservices ein Lichtblick. Insbesondere im Bereich Bücher und Sportartikel sei im ersten Lockdown dieser Service gut angenommen worden. Umsätze seien dringend notwendig, um drohende Pleiten abzuwenden. „Bei ganz vielen Händlern ist das Kapital aufgebraucht.“ Die Folge Liquiditätsengpässe, die nur durch mehr verkaufte Waren oder die bisher zu zögerlich ausgezahlten Staatshilfen behoben werden könnten.

Die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), Sabine Hagmann, bezeichnete die wirtschaftliche Lage der Handelsbranche ebenso als „wirklich katastrophal“. Im Modeeinzelhandel beispielsweise müssten die Händler ihre Ware bereits ein Jahr im Voraus ordern, diese werde dann bereits mehrere Wochen vor Beginn der Saison geliefert, zu diesem Zeitpunkt muss auch gezahlt werden.

Eine große Erleichterung für den mittelständischen Einzelhandel sei daher die Lockerung des Verbotes von „Click & Collect“. „Endlich ist unseren massiven Forderungen an dieser Stelle nachgegeben worden“, so Hagmann.

„Zu wünschen“ wäre darüber hinaus ein baldiges Ende des Lockdown, so Hagmann. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass der Handel nach einem Ende des Lockdown dann dauerhaft und planbar geöffnet bleibe.

Die Branche könne sich nicht von einem Lockdown zum nächsten hangeln. Der Einzelhandel sei kein Corona-Hotspot. Die Erkrankungszahlen bei den Mitarbeitern im Handel bewegten sich auf unauffälligem Niveau.

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