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Abschiebung: Bürokratie sticht Menschlichkeit

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Kommentar Von Carolin Lindner
03.05.2019

Jürgen Fetzers Verlobte wird kurz vor der Hochzeit abgeschoben. Das mag gesetzlich richtig sein, hat aber einen faden Beigeschmack.

Der Fall um die Abschiebung einer Armenierin in ihr Heimatland hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Grund dafür ist vor allem ihre Hochzeit, die sie zu diesem Zeitpunkt mit dem Pfaffenhofer Jürgen Fetzer geplant hat. Eine Trauung ist ein Festtag, schon die Vorbereitung erfüllt ein Paar mit Freude und Aufregung – doch diese schlugen bei Fetzer und seiner Verlobten jäh ins Gegenteil um.

Für die Statistik ist die 46-jährige Frau nur eine Zahl, eine von vielen. Für den Pfaffenhofer Jürgen Fetzer aber ist es die Frau, mit der er den Rest seines Lebens verbringen will. So unterschiedlich können Sichtweisen sein. Diesen zweiten Blick auf eine Abschiebung haben nur wenige Menschen, denn so ein Vorgang ist normalerweise weit weg von der eigenen Lebensrealität. Doch gerade ein Fall wie der in Pfaffenhofen zeigt, wie nahe dies den Betroffenen geht – und wie unverständlich manche Entscheidungen sein können.

Mehr Menschlichkeit anstelle der Bürokratie

Im vorliegenden Fall hat keiner der Beteiligten etwas falsch gemacht. Die Verlobten können nichts dafür, dass die für ihre Trauung nötigen Unterlagen beim ersten Anlauf teilweise fehlerhaft aus dem Heimatland der Braut zurückkamen – solche Fehler passieren einfach. Vielleicht hätten sie es geschafft, wenn sie sich früher entschlossen hätten, zu heiraten. Doch so ein wichtiger Schritt sollte auch gut überlegt sein. Die Mitarbeiter der Behörden wiederum müssen die geltenden Gesetze befolgen, in der Hinsicht bleibt ihnen wenig Spielraum. Dem Paar hat wohl einfach ein wenig Zeit gefehlt – was nun im schlimmsten Fall dazu führt, dass die Verlobte zweieinhalb Jahre lang nicht zurück darf.

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Am Ende ist es fast egal, wegen welcher Details es zu der Abschiebung kam: Menschen leiden darunter. Manchmal vermisst man bei all der Bürokratie, bei all den vorgegebenen starren Regeln und Gesetzen genau das: ein wenig Menschlichkeit.

Hier lesen Sie die Geshcichte über Jürgen Fetzer und seine Verlobte:

Freundin kurz vor Hochzeit abgeschoben: Jürgen Fetzer kämpft für seine Liebe

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04.05.2019

Liebe Frau Lindner, aus meiner langjährigen Erfahrung im Visabereich deutscher Auslandsvertretungen möchte ich hierzu und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen nur sagen: das sind alltägliche Fälle. Mann/Frau sucht sich Deutsche(n) und versucht so ein eigenes Aufenthaltsrecht in D. zu bekommen. Hat man dieses, folgt die Scheidung und erneute Heirat mit dem/der Liebsten aus der Heimat (manchmal ist man noch nicht mal geschieden!!). Vorzugsweise und weil schneller und weniger bürokratisch, erneute Heirat in Dänemark. Dieser Fall mag vielleicht aus Sicht des Herrn F. sowie aus Ihrer Sicht anders sein und vielleicht irre ich mich ja, das soll`s geben, aber es hot scho a Gschmäckle.

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