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Neu-Ulm

18.12.2020

Adenauerbrücke: Neu-Ulmer Stadtrat stimmt für acht Spuren

Die Stadt Neu-Ulm unterstützt einen achtspurigen Ersatzneubau der Adenauerbrücke. Das hat der Neu-Ulmer Stadtrat beschlossen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Der Neu-Ulmer Stadtrat stimmt mehrheitlich für einen achtspurigen Neubau der Adenauerbrücke über die Donau. Welche Argumente Befürworter und Gegner vorbringen.

Baubeginn für die neue Adenauerbrücke über die Donau ist zwar frühestens im Jahr 2024. Doch die Planungen sind bereits in vollem Gange, und eine entscheidende Frage muss bald geklärt werden: Soll der Neubau sechsspurig oder achtspurig werden? Der Neu-Ulmer Stadtrat hat sich nun festgelegt, aber damit ist die Diskussion über die Dimension der neuen Brücke noch nicht beendet.

Die neue Brücke wird auf jeden Fall deutlich breiter als die bestehende Adenauerbrücke

Fest steht: Der Neubau wird in jedem Fall deutlich breiter als die bestehende Adenauerbrücke über die Donau, die in der Breite 24,80 Meter misst. Laut dem Staatlichen Bauamt Krumbach wird eine neue sechsspurige Brücke 36 Meter breit, ein achtspuriges Bauwerk 42,50 Meter. Zum einen sind die Spuren großzügiger bemessen. Zum anderen brauchen auch die geplanten Lärmschutzwände und ein Mittelstreifen Platz. Und die Brücke soll wieder – wie bis in die 70er Jahre – vernünftige Geh- und Radwege auf beiden Seiten bekommen.

Das Staatliche Bauamt Krumbach und die Neu-Ulmer Stadtverwaltung sind für die große Lösung

Das Staatliche Bauamt hält die achtspurige Variante für besser. Diese Auffassung vertreten auch Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger ( CSU) und die Neu-Ulmer Stadtverwaltung. Die acht Spuren ermöglichten es, auch während der dreijährigen Bauphase zwei Fahrstreifen in jede Richtung offen zu halten. Sie verringerten die Unfallgefahr und böten mehr Flexibilität für die Zukunft, etwa die Einrichtung einer ÖPNV-Trasse. Herdbrücke, Gänstorbrücke und Innenstadtring würden entlastet, wenn auch nur geringfügig. Nur bei einem achtspurigen Neubau würde der Bund die Kosten für den Lärmschutz übernehmen.

Gegen die große Variante spricht aus Sicht der Stadt: Es entstehen Mehrkosten in Höhe von drei bis fünf Millionen Euro, die der Bund, also letztlich der Steuerzahler, übernehmen muss. Der Verkehr wird laut einem Gutachten um etwa vier Prozent zunehmen. Und acht Spuren erfordern einen größeren Eingriff in die Ehinger Anlagen als sechs.

Im Vorfeld der Stadtratssitzung im Edwin-Scharff-Haus hatten sich die Fraktionen bereits positioniert. CSU, JU, SPD, FWG, PRO und FDP sprachen sich in einer Pressemitteilung für acht Spuren aus, die Grünen für sechs Spuren. Entsprechend fiel die Abstimmung aus: 30:9 für die große Variante.

Was Gegner und Befürworter des achtspurigen Neubaus sagen

„Gewichtige Gründe lassen uns zu den Schluss kommen, dass wir uns für die acht Spuren aussprechen“, sagte Johannes Stingl (CSU) und nannte etwa eine kürzere Bauzeit und mehr Verkehrssicherheit. Die größere Brücke biete zudem mehr Spielraum für später. Die achtspurige Variante biete „die Dimension einer Brücke, die wir für die nächsten 80 Jahre brauchen.“

Der achtspurige Neubau bringe für die Menschen endlich weniger Stau und damit eine Riesenentlastung, sagte Roland Prießnitz (FWG). Zudem bedeute der geplante Schallschutz ein hohes Gut für die Anwohner. Als die Adenauerbrücke in den 50er Jahren gebaut worden sei, seien dort kaum Autos unterwegs gewesen, gab Rudolf Erne (SPD) zu bedenken. Doch die Entscheidungsträger hätten damals den Mut gehabt, großzügig zu planen. „Kein Mensch kann sagen, wie viel Verkehr auf uns zukommt.“

„Der Lärmschutz wird verbessert, das bedeutet für uns auch Umweltschutz für die Menschen“, sagte Siegfried Meßner (PRO). Alfred Schömig (FDP) verwies darauf, dass Neu-Ulm stark wachse, und sagte: „Wir wollen eine starke Wirtschaft haben.“ Karl-Martin Wöhner (Bürgerliste) meinte zum achtspurigen Ausbau: „Wer keine ideologische Brille aufhat, muss dafür sein.“

Walter Zerb (Grüne) hingegen sagte: „Nichts spricht ernsthaft dafür, außer vielleicht das Geld.“ Die acht Spuren führten zu mehr Verkehr, bedeuteten stärke Eingriffe in die Ehinger Anlagen und seien das falsche Signal. Von der Möglichkeit, später eine ÖPNV-Trasse einzubauen, „sollten wir uns nicht blenden lassen“, sagte Zerb. „Alles, was wichtig ist, schaffen wir auch mit den sechs Spuren.“

Der Ulmer Gemeinderat entscheidet erst im Februar

Der Ulmer Gemeinderat wird erst im nächsten Jahr über die Adenauerbrücke diskutieren. Beide Städte können nur eine Empfehlung abgeben. Die Entscheidung über die Zahl der Spuren trifft am Ende der Bund.

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