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Ulm

13.08.2018

Ärger über den Christopher-Street-Day

Die Kadeltshofer Musiker mussten für ihr Paradekonzert auf eine andere Bühne ausweichen.
Bild: Gerhard Bühler

Am Tag danach gibt es Probleme. Vom Fest selbst ist der Organisator begeistert.

Zum achten Mal haben Schwule, Lesben, Trans- und Bisexuelle den Christopher Street Day in Ulm gefeiert. Die Ulmer Paradekonzerte gibt es schon deutlich länger: seit 1979. Am vergangenen Sonntag sorgten sich deren Organisatoren ernstlich um das Konzert auf dem Marktplatz. Um 11 Uhr begann der Auftritt des Musikvereins Kadeltshofen. Um 9.30 Uhr meldete sich die Ulmer Feuerwehr bei den Veranstaltern der Paradekonzerte: Eine große Zusatzbühne, die für den Christopher Street Day am Samstag aufgebaut worden war, stand noch immer vor der Konzertbühne. Die Musiker spielten letztlich auf der Zusatzbühne, weil diese nicht rechtzeitig abgebaut werden konnte.

Gerhard Bühler und Helga Malischewski, die Vorsitzende des Vereins Ulmer Paradekonzerte sind und dem Ulmer Gemeinderat angehören, haben sich daraufhin mit einem verärgerten Brief an Oberbürgermeister Gunter Czisch gewandt. Aus Versicherungsgründen sei es nicht einfach gewesen, die Zusatzbühne zu nutzen, schreiben sie. Rund 1000 Besucher seien zum Paradekonzert gekommen – „nicht auszudenken, wenn dieses Konzert hätte nicht stattfinden können“.

Dabei betonen die beiden, dass Malischewski am Freitag, also vor dem Christopher Street Day, drei Verantwortliche des Aktionstags ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass der Platz am Sonntag bis 9 Uhr geräumt werden müsse. Schon da habe es Ärger gegeben: Kübel mit meterhohen Pflanzen waren falsch aufgestellt und mussten von Mitarbeitern der Stadt umständlich versetzt werden. Nun beantragen Malischewski und Bühler, eine Sicherheitsgebühr für die Nutzung des Marktplatzes zu erheben oder den Christopher Street Day auf den Volksfestplatz in der Friedrichsau zu verlegen. Von den Ulmer Grünen kommt umgehend Widerstand: „Der CSD gehört in die Innenstadt!“, schreiben die Rätinnen Annette Weinreich und Lena Schwelling in einer Antwort. Der Christopher Street Day sei kein x-beliebiges Fest, das man einfach so aus dem Zentrum abschieben dürfe, kritisieren die beiden.

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Organisator Michael Frech wiegelt ab: Dass die Party unter der Regenbogenfahne und ein Paradekonzert am gleichen Wochenende steigen, habe es schon oft gegeben. „Bisher hat es immer geklappt.“ Mit dem Abbau habe man ein Unternehmen beauftragt. „Wir wissen nicht, warum das schiefgegangen ist, und sind in Kontakt mit der Stadt und mit der Firma“, sagt er.

Von der Feier selbst ist Frech begeistert. „Das war mit Abstand der beste CSD, den wir je hatten“, schwärmt er. Frech spricht von rund 4000 Besuchern – in den Vorjahren feierten zwischen 3000 und 3500 Menschen gemeinsam. Die Gästezahl leitet Frech unter anderem von den verkauften Getränken ab. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Weder die Stadt Ulm noch die Polizei gaben Schätzungen ab. Organisator Frech berichtet auch: „Wir haben wahnsinnig viele neue Gesichter gesehen.“ Vor allem die Zahl junger Besucher sei dieses Mal deutlich gestiegen, sagt er. (mase)

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